https://www.faz.net/-gtl-8v2xv

4:2 in Florenz : Mönchengladbach dreht ein verrücktes Europapokalspiel

  • Aktualisiert am

Verschiedene Gesichter: So jubelten die Borussen nach dem 3:2 durch Lars Stindl (vorne) Bild: dpa

Das ist Europapokal: Mönchengladbach ist nach 43 Minuten so gut wie ausgeschieden. 17 Spielminuten später ist die Borussia dank Überraschungsstandards plötzlich im Achtelfinale der Europa League. Kapitän Lars Stindl geht dabei voran.

          2 Min.

          Nach einer magischen Nacht in der Toskana lagen sich die ausgepumpten Profis von Borussia Mönchengladbach in den Armen und feierten mit ihren Fans in der Kurve. Mit einem Dreierpack von Lars Stindl und einer  furiosen Aufholjagd hatten die Gladbacher erstmals den Sprung ins Achtelfinale der Europa League geschafft. Der Elfte der Fußball-Bundesliga setzte sich am Donnerstagabend im Rückspiel beim AC Florenz nach 0:2-Rückstand noch spektakulär mit 4:2 (1:2) durch und feierte damit den ersten Sieg auf italienischem Boden seit mehr als 37 Jahren. Das Hinspiel der Zwischenrunde hatte die Fiorentina mit 1:0 für sich entschieden. „Letzte Woche habe ich einige liegenlassen, heute ist das schon ein besonderer Abend für mich“, sagte Stindl.

          Vor 24.712 Zuschauern im Stadio Artemio Franchi erzielten Kapitän  Stindl (44./Foulelfmeter/47./55.) und Andreas Christensen (60.) die Treffer für die Gladbacher, die neben dem FC Schalke 04 nun als zweites deutsches Team in der Runde der letzten 16 Teams stehen. Nikola Kalinic (16.) und Borja Valero (29.) hatten den Achten der Serie A mit 2:0 in Führung gebracht und die Borussia zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon aus dem Wettbewerb befördert.

          Und so sahen die Mönchengladbacher Christoph Kramer (l.) und Andreas Christensen nach dem frühen 0:2 us Bilderstrecke

          Eine Woche nach der unglücklichen Niederlage im eigenen Stadion war die Hecking-Truppe von Anfang an hochmotiviert, arbeitete sich vor allem vor der Pause Chancen fast im Fünf-Minuten-Takt heraus, leistete sich aber auch dicke Abwehrschnitzer. Nur der Pfosten verhinderte das 1:0 nach Kopfball von Jannik Vestergaard (8.), der beim 0:2 der Pechvogel war: Beim Abwehrversuch säbelte der Däne über den Ball und fiel dann ohne Kontakt mit einem Gegenspieler um - Valero nahm das Geschenk dankend an.

          „Zum Glück ist es gut gelaufen, jetzt können wir nur drüber lachen. Andersrum wäre es bitter gewesen“, sagte Verteidiger Jannik Vestergaard nach dem denkwürdigen Abend. „Dass wir wieder einen 0:2-Rückstand aufgeholt haben, das zeigt die Menatlität der Mannschaft und dass wir die Ruhe nicht verloren haben.“

          Mitten in die Angriffsoffensive der Gladbacher platzte das 1:0 der Fiorentina: Top-Torjäger Kalinic schloss einen sehenswerten Konter nach schönem Pass von Hinspieltorschütze Federico Bernardeschi mit einem Schuss ins lange Eck ab - sein fünfter Treffer im laufenden Wettbewerb. Hecking reagierte kurz vor dem 0:2 auf die Verletzung von Thorgan Hazard, brachte Josip Drmic und stellte notgedrungen auf ein 4:1:4:1-System um.

          Doch der Uefa-Cup-Sieger von 1975 und 1979 blieb auch danach vor allem bei seinen schnellen Angriffen über die Flügel gefährlich. Eiskalt nutzte der überragende Stindl seine Chancen und machte den kaum noch für möglich gehaltenen Einzug in die nächste Runde praktisch im Alleingang perfekt. Weltmeister Christoph Kramer wird im Achtelfinal-Hinspiel wegen einer Gelb-Sperre allerdings fehlen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klimagipfel : Mit Verzichtspanik wird nichts erreicht

          Als müsste in einer klimafreundlicheren Welt jemand aufs Auto, aufs Heizen, Fliegen oder auf Kinder verzichten! Das Vertrauen in die Technik ist bei denen, die den Innovationsgeist am lautesten für sich reklamieren, am geringsten.
          Warnt die SPD: der CSU-Vorsitzende Markus Söder

          Zukunft der Groko : „Stabilität ja, Siechtum nein“

          Einen grundlegend neuen Kurs der Koalition werde es nicht geben, warnt die Union die SPD. Beim Klimapaket, das am Abend im Vermittlungsausschuss beraten wird, erwartet der Unionsfraktionschef aber eine schnelle Einigung.

          Johnson gegen Corbyn : Eine radikale Wahl

          Die Labour-Partei unter Corbyn ist keine sozialdemokratische Partei mehr. Mit sozialistischen Forderungen und geplanten Verstaatlichungen macht er auf sich aufmerksam. Die Tories dagegen sind weiter nach rechts gerückt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.