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Mitternachts-Fußball : Zeitspiel in Kasachstan

Weiter in der eigenen Zeit unterwegs: Deutsche Nationalspieler Schweinsteiger, Podolski, Gomez Bild: dpa

Bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gehen die Uhren anders. Zumindest während ihrer Länderspiel-Reise nach Kasachstan. Um Jetlag gar nicht erst aufkommen zu lassen, leben die Deutschen in Astana in ihrer eigenen Zeit.

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          Es kommt im Kosmos der Fußball-Nationalmannschaft nicht allzu häufig vor, dass der Teamarzt das Rampenlicht betritt. Dass Tim Meyer in dieser Woche am Mittwoch sogar Gast auf dem Pressepodium in Frankfurt war, liegt an den besonderen Umständen des bevorstehenden WM-Qualifikationsspiels in Astana. Erstens, weil es auf Kunstrasen stattfindet. Was, wie Meyer berichtete, Unterschiede im „Rutsch- und Stoppverhalten“ bedeute und den meisten Spielern nicht so sehr behage.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Und zweitens, weil der Zeitunterschied in Kasachstan stolze fünf Stunden beträgt, mehr als auf jeder anderen Dienstreise in der europäischen Qualifikationszone. Fünf Stunden, das ist, wie jeder Reisende weiß, normalerweise nichts, was man einfach so aus den Knochen schüttelt. Und mithin alles andere als eine gute Voraussetzung, um körperliche Höchstleistungen abzurufen.

          Weiter in der eigenen Zeit

          Damit also die deutschen Profis am Freitag, Ortszeit Mitternacht, nicht in schläfriger Verfassung den Platz betreten, bedient man sich beim Deutschen Fußball-Bund eines einfachen Tricks: Man tut einfach so, als wäre man gar nicht in Kasachstan. Sondern „weiter in der eigenen Zeit“, wie Meyer sagte. Was in der Praxis zum Beispiel bedeutet, dass die Spieler ihre Uhren nicht umstellen sollen. Und dass auch sonst alles seinen gewohnten Gang geht, ganz als wäre man noch in Deutschland.

          Teamarzt Tim Meyer: „Hell-dunkel-Rhythmus“ beibehalten
          Teamarzt Tim Meyer: „Hell-dunkel-Rhythmus“ beibehalten : Bild: dpa

          Nach der Landung um 20.30 Uhr Ortszeit gibt es ein mitternächtliches Abendessen, Bettruhe ist um vier Uhr morgens, Frühstück am Spieltag gegen Mittag. Damit die Körper der Spieler auch wirklich auf das Ganze reinfallen, müsse der „Hell-dunkel-Rhythmus“ beibehalten werden. Weshalb bei der Hotelwahl Wert darauf gelegt wurde, dass sich die Zimmer gut verdunkeln lassen.

          Schon vor zweieinhalb Jahren, als das DFB-Team im Rahmen der EM-Qualifikation in Astana Station machte, war dies das Mittel der Wahl. „Die Gesamtwahrnehmung war sehr positiv“, sagte Meyer. Dass mancher nicht vom Licht, aber dafür vom Lärm aus dem Schlaf geschreckt wurde, machte sich auf dem Platz nicht entscheidend bemerkbar. Die Deutschen gewannen 3:0.

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