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Misslungene DFB-Fanchoreo : Peinliche Vollbremsung

Ach, wenn es doch nur Fahnen wären: Dem DFB misslingt eine Choreographie. Bild: Reuters

Volley meterweise ins Aus gesetzt: Mal wieder misslingt dem DFB eine Fanaktion. Aus berechtigter Angst um eine Fehlinterpretation widmet der Verband die Choreographie des Fanclubs Nationalmannschaft kurzfristig inhaltslos um.

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          Vielleicht sollte der Deutsche Fußball-Bund Choreographien dann doch lieber jenen aktiven Fans überlassen, die sich damit beschäftigen und ein Gefühl für Wortwitz besitzen, statt aus eigenen Ressourcen immer wieder zu scheitern am Versuch, Fankultur von oben zu verordnen. Mal wieder hat der DFB beim EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande am Freitagabend mit dem Versuch einer peppigen Kampagne Schiffbruch erlitten. Vor dem Anpfiff begrüßte der vom DFB organisierte „Fanclub Nationalmannschaft“ die Spieler mit einer Choreographie mit der Aufforderung „Volley!“. Womöglich hat das zur folgenden Verwirrung der Spieler auf dem Feld beigetragen. Auch im Fernsehpublikum regte sich Ratlosigkeit.

          Über zehn Millionen Zuschauer an den TV-Geräten und viele der 51.299 Fans im ausverkauften Hamburger Volkspark konnten sich auf die Choreographie des Fanclubs der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beim 2:4 (1:0) in der EM-Qualifikation gegen die Niederlande keinen Reim machen. Tatsächlich hatte die Aktion kurzfristig eine Veränderung erfahren.

          Zunächst sollte das Wort „Vollgas“ über der Zeile „Von Hamburg über München nach London“ stehen, die den erhofften Weg der DFB-Auswahl bis ins EM-Finale 2020 vorgeben sollte. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf Anfrage bestätigte, wurde die Änderung am Mittag vorgenommen, um etwaige Fehlinterpretationen vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte vor allem im Ausland auszuschließen.

          Zuerst hatte die Bild-Zeitung über die Änderung berichtet. Der Aufwand der Korrektur hielt sich dabei in Grenzen, weil mit „Volley“ statt „Vollgas“ immerhin vier Buchstaben der ursprünglichen Botschaft gerettet werden konnten.

          In den sozialen Medien gab es viel Häme für den DFB. So wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht eigentlich der frühere Nationalspieler Rudi Völler, ehemaliger Mitspieler von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, geehrt werden sollte und ein paar Buchstaben samt der Pünktchen auf dem “o“ danebengingen.

          Erinnerungen an vorherige Fehltritte

          Der Verband hatte bereits bei der WM 2018 viel Häme einstecken müssen für den allzu selbstgewissen Hashtag „BestNeverRest“ im Zusammenhang mit dem letztlich früh in der Vorrunde gescheiterten Nationalteam, den freilich Mercedes als Sponsor des Nationalteams in die Welt gesetzt hatte. Kürzlich missriet zudem eine Werbekampagne in den sozialen Medien, die Aufmerksamkeit generieren sollte für die Frauenfußball-Bundesliga. Nationalspielerinnen wurden von der Social-Media-Abteilung des DFB mit Werbeanzeigen im Stil einer Vermisstenmeldung versorgt, die sie über ihre Kanäle verbreiten sollten. Der Stil wurde von vielen als geschmacklos gegenüber Menschen verurteilt, die tatsächlich jemanden vermissen.

          Hinzu kam, dass die Schweizer Nationalspielerin Florijana Ismaili bei einem Badeunfall im Comer See just an jenem Datum verunglückt war und zunächst vermisst wurde, das in der Werbeanzeige wegen des deutschen Ausscheidens bei der WM am selben Tag verwendet wurde. Der DFB bat umgehend um Entschuldigung, die Werbekampagne wurde abgebrochen und die Posts aus den sozialen Netzwerken entfernt.

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