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„Wir“ sind Weltmeister : Warum die Nationalelf glücklich macht

„Holz“ war im Strafraum zu Boden gegangen, mit ausgebreiteten Armen, als wollte er fliegen. Das war seine Spezialität. Bild: SZ Photo

Schon bei meiner ersten WM begriff ich, dass man Fußball nur mit magischem Denken wirklich versteht. Das Verbinden aller Zeichen war für mich ein Kinderspiel.

          6 Min.

          Ich war neun, als ich das erste Mal Weltmeister wurde. Es passierte am 7. Juli 1974, an einem kühlen Sommertag. Mittags hatte es ein bisschen geregnet, wir schauten in die schwarzen Wolken und hörten ein wenig früher mit dem Kicken auf. Aber das war nicht wichtig an diesem Tag. Wichtig war etwas anderes: Das Endspiel fiel auf Grabis Geburtstag! Und damit war die Sache für uns klar: Heute werden wir Weltmeister.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Schon während der gesamten Weltmeisterschaft hatte ich zuvor alle Zeichen richtig gedeutet. An diesem Finaltag, da war ich mir absolut sicher, lief alles auf Grabi hinaus. Und auf Holz. Und auf Frankfurt, meine Heimatstadt. Grabi, das war natürlich Jürgen Grabowski, und Holz, das war Bernd Hölzenbein. Das musste man damals niemandem erklären, schon gar nicht, wenn man aus Frankfurt kam. Grabi war ein Fußballgott, das Wort gab es damals zwar noch nicht, aber er war trotzdem einer. Aber weil Grabi so unerreichbar war, wurde er nie mein Lieblingsspieler. Das war Holz, das Schlitzohr.

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