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Michael Ballack : Zielloser Wanderer in seiner Traumwelt

  • Aktualisiert am

„Keiner freut sich, wenn er sehr, sehr stark kritisiert wird” Bild: AP

Auch nach seinem sehenswerten Volleytor, dass den FC Chelsea ins Viertelfinale der Champions League katapultierte, wird Michael Ballack in England weiter kritisiert. „Das Spiel läuft manchmal an mir vorbei“, sagte er.

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          Das Aus von Titelverteidiger FC Barcelona in Liverpool und Michael Ballacks „unbezahlbarer Treffer“ für den FC Chelsea haben England in der Champions League am Dienstagabend eine „Nacht des Triumphs“ („Independent“) beschert.

          Der zuletzt arg gescholtene Ballack wird nach seinem 2:1-Siegtreffer gegen den FC Porto als Held und „Michael Winner“ gefeiert. „Es freut mich natürlich riesig, in der Situation ein solch wichtiges Tor geschossen zu haben“, sagte der deutsche Nationalmannschaftskapitän. „Allerdings stimmt die Abstimmung noch nicht ganz. Das Spiel läuft manchmal an mir vorbei. Das werden wir noch ändern müssen.“

          Spanien betrauert hingegen das Aus des Champions, dem auch ein 1:0-Sieg in Liverpool nichts mehr nutzte: „The End - Anfield Road wird zu Barças Grab“, schrieb „El Mundo Deportivo“.

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          Extralob vom Trainer

          Ballacks Kritiker werden aber auch nach dem sehenswerten Volleytor (79.) nicht weniger. „Er hat die meiste Zeit des Spiels in seiner eigenen kleinen Traumwelt verbracht, wanderte ziellos umher, verspottet von den eigenen Fans“, lästerte der „Daily Mirror“. „Der Mittelfeldspieler sollte sich selbst Bal-LUCK (Luck - Glück) nennen, dass er noch immer auf dem Feld sein durfte, um das Tor zu machen“, schrieb der „Daily Star“. Die „Sun“ meinte: „Endlich hat er mal sein Gehalt von 130.000 Pfund (195.000 Euro) pro Woche gerechtfertigt.“

          Ballack kostete den Moment des Triumphs aus, umarmte nach dem Schlusspfiff jeden Mitspieler einzeln und schritt als Letzter vom Feld. „Keiner freut sich, wenn er sehr, sehr stark kritisiert wird“, sagte Ballack. „Aber ich kann damit umgehen.“ Ein Extralob bekam er vom Trainer: „Das Tor wird ihm gut tun“, meinte José Mourinho.

          'Gefällt es euch auszuscheiden?'

          Der Portugiese griff in der Halbzeitpause in die psychologische Trickkiste, um die Millionärstruppe gegen seinen Ex-Club wieder auf die Siegerstraße zu führen. „Ich habe die Spieler gefragt: 'Gefällt es euch auszuscheiden?' Dann sagte ich ihnen, sie sollen in der zweiten Halbzeit den Druck genießen.“ Der von Bayern München umworbene Arjen Robben glich daraufhin (48.) unter tatkräftiger Mithilfe von Porto-Torwart Helton die Führung durch Ricardo Quaresma (15.) aus, ehe Ballack Chelsea erlöste.

          Liverpools Jamie Carragher feierte das Weiterkommen gegen Barcelona als „den größten Europacup-Sieg der Vereinsgeschichte - neben den Titelgewinnen.“ Auch die Spanier konnten den Fluch des Champions nicht besiegen. Seit Einführung der Champions League vor 15 Jahren konnte noch kein Gewinner die Trophäe erfolgreich verteidigen. „Mit dem 1:0 rettete die Mannschaft wenigstens ihre Ehre“, meinte die spanische Zeitung „Sport“. Denn die „Reds“ waren mit dem 2:1 aus dem Hinspiel im Rücken haushoch überlegen und hätten schon früh alles klar machen können. Stattdessen sorgte Eidur Gudjohnsen (75.) dafür, dass es bis zum Ende spannend blieb.

          Der englische Rekordmeister träumt bereits von einer Wiederholung des Triumphs von 2005. Trainer Rafael Benitez bescheinigte seinem Team eine „fast perfekte Vorstellung“, und Kapitän Steven Gerrard meinte: „Nun müssen wir niemanden fürchten.“

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