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Michael Ballack im Interview : „Jeder weiß, was die Geste zu bedeuten hat“

  • Aktualisiert am

Bild: ddp

Kapitän Michael Ballack fühlte vor dem Qualifikationsspiel gegen Russland kritisiert. Nach dem 2:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft klärt er im Interview unter anderem auf, warum er nach seinem Tor den Zeigefinger auf den Mund legte.

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          Kapitän Michael Ballack fühlte vor dem Qualifikationsspiel gegen Russland kritisiert. Nach dem 2:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft klärt er im Interview unter anderem auf, warum er nach seinem Tor den Zeigefinger auf den Mund legte.

          Was sagen Sie zu diesem Super-Spiel?

          „Wir können Fußball spielen, das hat man heute gesehen. Es war ein sehr, sehr gutes Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten. Auch nach dem 2:0 sind wir immer noch auf eine sehr gute russische Mannschaft getroffen. Wir haben sie ein wenig zum Toreschießen eingeladen. Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn wir noch den Ausgleich kassiert hätten. Trotzdem haben wir nicht unverdient gewonnen.“

          Nach hinten wurde es eng, die Luft ging beinahe aus. Warum?

          „Es war ein sehr physisches Spiel. Wir sind weite Wege gegangen. Wir hätten vielleicht das Tempo etwas mehr variieren müssen, ein bisschen kräfteschonender spielen müssen. Daran müssen wir arbeiten. Die Russen waren ein sehr starker Gegner, sie waren topfit, spielerisch sehr stark. Es war das erwartet schwere Spiel.“

          Was sagen sie zum Debüt von Torwart René Adler?

          „Als die Russen in der zweiten Halbzeit gekommen sind, hat er mehrere schwierige Bälle, auch Fernschüsse auf dem nassen Boden sicher gehalten. Er hat viel Ruhe ausgestrahlt, war immer zur Stelle - auch bei hohen Bällen. Es war ein sehr, sehr gutes Debüt von ihm.“

          Wie war Ihre Geste nach dem 2:0 gemeint, als Sie den Finger auf den Mund legten?

          „Ich muss das nicht erklären. Jeder weiß, was die Geste zu bedeuten hat. Das soll man nicht überbewerten. Es wurde viel geschrieben, teilweise Mist. So ein Tor tut immer gut, auch mir. Wie gesagt: Man soll es nicht überbewerten, aber die Botschaft war klar.“

          Die Kritik hat Ihnen gestunken. . .

          „Ich bin jetzt 32. Ich muss nicht mehr in jedem Spiel jeden Kritiker verstummen lassen. Ich habe oft genug bewiesen, was ich kann. Man wird von mir nichts hören gegen bestimmte Medien - mit bestimmten Kritiken muss man leben als Sportler, das tue ich auch. Aber da tun so Erfolgserlebnisse dann auch gut.“

          Joachim Löw wirkte strenger in den Tagen vor dem Spiel. Haben Sie anders, konzentrierter gearbeitet?

          „Ja, er hat natürlich auch gespürt, dass es ein wichtiges Spiel war um den Gruppensieg. Wir und die Russen sind die Favoriten in der Gruppe, da war das Spiel enorm wichtig. Das hat er gespürt und rübergebracht in der Woche. Da galt volle Konzentration.“

          Was kann man aus den verschiedenen Halbzeiten mitnehmen?

          „Wir haben weiterhin Potenzial nach oben, wir müssen uns weiterentwickeln. Das wird eine ganz schwere Qualifikation. Wir dürfen keine Punkte verschenken in der Gruppe. Ich glaube nicht, dass die Russen viele Punkte gegen die anderen Mannschaften lassen werden. Auf dem Weg nach Südafrika 2010 wollen wir einen Schritt nach vorne machen, um dann auf einem noch höheren Niveau zu sein als im Sommer.“

          Was sagen Sie zu Ihrem Nebenmann Thomas Hitzlsperger, der für viele überraschend gespielt hat?

          „Er hat eine große kämpferische Leistung gebracht. Wir haben noch nicht so oft zusammengespielt, daher klappen die Aufgabenverteilungen noch nicht so automatisch wie zwischen Torsten (Frings) und mir. Ich denke, es hat ganz gut geklappt.“

          War die Aufstellung, Hitzlsperger für Frings, auch für Sie überraschend?

          „Das ist die Sache vom Trainer, wie er entscheidet. Wie soll man das bewerten? Ich denke, er hat alles richtig gemacht. Wir haben gewonnen.“

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