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Michael Ballack : „Das Lob ist berechtigt“

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Kapitän Ballack: „Wir haben sehr guten Fußball gespielt” Bild: AP

Obwohl verletzt, weilt Michael Ballack volle zehn Tage beim Nationalteam. „Ich bin sehr gerne hier“, sagt der Kapitän im F.A.Z.-Interview. Sein Fazit vor dem Slowakei-Spiel: „Wir haben sehr guten Fußball gespielt, gute Ergebnisse erzielt und keine Probleme in der Qualifikation gehabt.“

          Michael Ballack spricht im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über seine Zukunft in London, über lockere, junge Spieler in der Nationalelf, den Streit zwischen den Bremern Klose und Frings sowie die Fußball-Weltmeisterschaft 2010.

          Solche Töne wie zwischen Frings und Klose hat man in der Nationalmannschaft öffentlich schon seit Jahren nicht mehr gehört. Frings sagt über Klose, er solle doch gehen, wenn es ihm in Bremen nicht mehr gefällt - und Klose kontert, Frings habe doch auch wechseln wollen und hänge sein Fähnchen sowieso immer in den Wind. Was sagen Sie als Kapitän zu der Auseinandersetzung?

          Vorweg muss man sagen, das es eigentlich ein Bremer Thema ist, dass jetzt in die Nationalmannschaft getragen wird. Beide hatten ja Wechselabsichten - der eine jetzt nicht mehr, der andere stärker denn je. Ich finde es aber gut, dass Miro nun mal was dazu gesagt hat. Das musste er auch. Er hat das Alter und das Standing in der Mannschaft dazu - und er hat meine volle Unterstützung, auch was die Sache mit Torsten betrifft. Ich habe auch mit Torsten darüber gesprochen, es hätte mich auch gestört, wenn Torsten das über mich gesagt hätte. Es ist ja gut, dass er sich als Bremer Führungsspieler Gedanken über seinen Klub macht, aber solche Aussagen sind jetzt ein dankbares Thema für die Medien. Das ist nicht förderlich, auch wenn es die Leistung im letzten Spiel gegen die Slowakei sicher nicht beeinflussen wird. Miro ist ein ehrlicher Spieler, der da in etwas reingeschlittert ist - und nach meiner Erfahrung wird sich das Wechselthema nach dem Länderspiel sowieso ganz schnell klären. In so einer Situation, in der Miro jetzt ist, kann man im Moment wenig gewinnen. Das ist so, und damit muss er auch leben.

          „Ich bin gerne hier”

          Sie haben in dieser Saison mit Chelsea die Champions League nicht gewonnen, den Titel nicht verteidigt, und beim Pokalsieg fehlten Sie wie in der gesamten Saisonschlussphase wegen einer Verletzung - genau wie an diesem Mittwoch gegen die Slowakei. War das erste Jahr in Chelsea für Sie nicht auch ein verlorenes Jahr?

          Warum? Es ist eingetroffen, was ich erwartet hatte: dass es schwierig wird. Dreimal in vier Jahren hatten wir bei Bayern das Double gewonnen, das Umfeld war schön, die Familie hatte sich wohl gefühlt. Aber ich habe eine neue Herausforderung gesucht und auch gefunden - das ist mit Höhen und Tiefen verbunden. Das ist auch gut so. Dadurch kann man sich weiterentwickeln.

          Was haben Sie in diesem Jahr dazugelernt?

          Ich habe zum Beispiel erfahren, wie andere Weltklassespieler aus anderen Ländern in Fragen wie Spielweise, Motivation und Teamumgang ticken. Das erweitert die Sichtweise. Aber auch das familiäre Leben in einer wirklich internationalen Stadt kommt dazu - es ist schön, das auch bei den Kindern mitzuerleben. Unser Leben in London ist absolut erfüllend. Sportlich musste ich mir in diesem Jahr meine Position, die ich bei Bayern und in der Nationalelf sicher hatte, neu erarbeiten. Das ist ein Prozess, der mich noch weiter herausfordert. Ich habe in Chelsea noch nicht die Anerkennung, wie ich sie mir wünsche. Ich bleibe aber ruhig, weil ich weiß, was ich kann. Ich habe nichts von meiner Spielstärke verloren, ich habe mich in England sogar weiterentwickelt. Aber das auch zum Tragen zu bringen fällt mir in der Nationalmannschaft, wo ich meine Position habe und die Spieler mich kennen, derzeit noch leichter als bei Chelsea. Das habe ich in dieser Saison bei den Länderspielen auch immer wieder gezeigt. Diese Rolle künftig auch bei Chelsea zu spielen ist meine große Herausforderung der nächsten Jahre.

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