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Vorbereitung in Singapur : Özil fehlt beim ersten Arsenal-Spiel

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Nach Angaben eines Arsenal-Sprechers will Özil auch in der nächsten Zeit keine Interviews geben. Auf Bitten, auch der freundlichsten Art, schüttelt er allenfalls still den Kopf. Als ein Boulevard-Journalist aus Deutschland ihn fragt, ob er jetzt der „Spielball Erdogans“ geworden sei, dreht er ab. Auch auf seiner digitalen Pinnwand ist es nach dem Rücktritt wieder ruhig. Die einzigen Twitter-Einträge aus Singapur sind Trainingsfotos mit dem Hashtag #M1Ö. Nach seinem Rücktritt aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sollte Özil mit Arsenal am Donnerstag erstmals wieder auf dem Platz stehen. Doch daraus wurde nichts. Bei dem Gastspiel gegen Europa-League-Sieger Atlético Madrid war der Mittelfeld-Star des Londoner Klubs nicht in der Startformation dabei. Özils Name fehlte auch in der Auflistung der Ersatzspieler. Der Verein begründete den Verzicht auf Özil damit, dass dieser sich noch in einer „sehr frühen Phase des Vorbereitungstrainings für die Saison“ befinde. Am Samstag folgt im Rahmen des International Champion Cups noch eine Begegnung gegen Frankreichs Meister Paris Saint-Germain, der jetzt vom ehemaligen Dortmund-Coach Thomas Tuchel trainiert wird.

Von den Fans gibt es am Mittwoch nur Beifall. Der 17 Jahre alte Hussein Abbad meint: „Das ist eine Schande, wie Deutschland jetzt mit ihm umgeht. Warum geben die Leute nur ihm die Schuld, wenn die ganze Mannschaft so schlecht gespielt hat?“ Dann lässt sich Abbad von seinem Lieblingsspieler die Unterschrift auf sein Arsenal-Trikot mit der Zehn setzen. Özil unterschreibt in Singapur aber auch alle Nationaltrikots mit seinem Namen, die ihm hingehalten werden.

Freiburgs Stürmer Nils Petersen bedauerte den Rücktritt Özils. „Es ist schade, wenn Politik und Fußball vermischt werden“, sagte der 29-Jährige, der die WM in Russland knapp verpasst hatte, im Trainingslager seines Teams in Österreich. „Ich bin ein großer Özil-Fan. Nachdem er jahrelang seine Knochen hingehalten hat, hätte er einen schöneren Abschied verdient.“

Bei Rudi Völler stößt die Art und Weise des Rücktritts von Özil auf Unverständnis. „Ich hätte mir gewünscht, dass die Erklärung etwas früher gekommen wäre. Es hätte vielleicht ihm selbst geholfen und auch der Öffentlichkeit, die ebenso darauf gewartet hat wie seine Mitspieler“, sagte der Sportdirektor des Bundesligavereins Bayer Leverkusen in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des TV-Senders Sky. „Ein paar Dinge waren nicht ganz verkehrt, aber mehr als die Hälfte war aber etwas übertrieben und Blödsinn von der Seite Özil.“ Die harsche Kritik von Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß an Özil geht Völler aber etwas zu weit. „Er ist ja sehr direkt. In der Hinsicht war es vielleicht ein Tick zu viel des Guten“, sagte der ehemalige Bundestrainer. Hoeneß hatte nach dem Rücktritt Özils unter anderem erklärt: „Ich bin froh, dass der Spuk vorbei ist. Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt.“

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