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Scheich Al Khalifa : Menschenrechtler warnen Sponsoren vor Fifa-Kandidaten

Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa will Fifa-Präsident werden. Bild: AP

Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa will Nachfolger von Joseph Blatter als Fifa-Präsident werden. Menschenrechtler wenden sich nun warnend an Adidas, Coca-Cola, Visa und andere Sponsoren.

          Adidas, Coca-Cola, Visa und andere Sponsoren des Internationalen Fußball-Verbandes Fifa sind aufgefordert worden, sich mit Scheich Salman bin Ebrahim Al Khalifa und den gravierenden Menschenrechtsverletzungen in dessen Heimatland Bahrein auseinanderzusetzen. Vor dem Hintergrund von Al Khalifas Kandidatur für das Amt des Fifa-Präsidenten, am 26. Februar steht in Zürich die Wahl an, hat das „Bahrain Institute for Rights and Democracy“ die acht Hauptsponsoren des Weltverbandes angeschrieben und auf die Verhaftungen und Folterungen auch von Fußballprofis im Jahr 2011 hingewiesen.

          In jener Zeit hatte das autokratische Königshaus in Bahrein, dessen Mitglied Al Khalifa ist, die Demokratiebewegung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit blutig niedergeschlagen. Unter den zahlreichen Verhafteten und Gefolterten waren auch Fußballprofis. Al Khalifa war zu jener Zeit Präsident des bahreinischen Fußballverbandes, behauptet aber, von der Gewalt gegen Sportler nichts mitbekommen zu haben und nicht dafür verantwortlich gewesen zu sein.

          Eine Untersuchungskommission, die sich um Dissidenten im bahreinischen Sport kümmern sollte und der er hätte vorstehen sollen, sei nie tätig geworden. Gegenteilige Behauptungen seien „boshafte Lügen“. Zudem habe Fußball mit politischen Ereignissen nichts zu tun.

          Scheich Salman und Fifa-Präsident Blatter (Bild aus dem Jahr 2013)

          Der Brief der Menschenrechtsorganisation schildert das Geschehen im Frühjahr 2011 anders. Man dränge die Sponsoren, der Fifa die ernsthaften Bedenken mitzuteilen, die Scheich Salmans Kandidatur bereiten müsse, „in einer Zeit, in der zu betonen gilt, welchen positiven Beitrag Fußball zur Menschenrechtslage leisten könnte“, wie es in dem Schreiben heißt, das der F.A.Z. vorliegt. Die Fifa und ihre Sponsoren stünden vor einem „weiteren Imageverlust“, sollte Al Khalifas Kandidatur weiter zugelassen werden und der Scheich zum Nachfolger von Joseph Blatter gewählt werden.

          Das Schreiben wurde zudem der Ethikkommission der Fifa zugesandt. Der Brief legt detailliert unter Verweis auf die damalige Berichterstattung der „Bahrein News Agency“, der offiziellen Nachrichtenagentur des bahreinischen Herrscherhauses, die Schritte dar, die im Frühjahr 2011 im bahreinischen Sport auf Weisung des Prinzen Nasser, dem Chef des bahreinischen Nationalen Olympischen Komitees, unternommen wurden, um protestierende und vermeintlich illoyale Sportler zu schikanieren, zu verhaften und zum Teil zu foltern.

          Das Schreiben zitiert eine Pressemitteilung aus dem Jahr 2011, in dem der bahreinische Fußballverband betont, dass den Anweisungen der Untersuchungskommission, die nach Scheich Salmans Darstellung nie tätig geworden ist, Folge zu leisten sei. Weiter heißt es, Scheich Salman trage „erhebliche Verantwortung für diese Ereignisse, die dem Fair-play und der Demokratie nicht nur „schaden“, sondern auch schwere Menschenrechtsverletzungen beinhalteten.

          Es sei klar, dass der bahreinische Fußballverband und Scheich Salmans Führung eine politische Position eingenommen haben, die der Demokratiebewegung „feindlich gesinnt“ gewesen sei. „Wir erhoffen uns von den Sponsoren“, sagte Sayed Al Wadaei, Direktor des Baharin Institute for Rights and Democracy, „dass die Sponsoren den Brief sehr ernst nehmen und umgehend und angemessen antworten.“

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          Im Zuge der Korruptionsskandale habe etwa Coca-Cola eine „verantwortungsvolle Fifa“ angemahnt. Die Ereignisse in Bahrein seien ein „schwarzer Fleck“ in der Geschichte. Scheich Salman müsse „für seine Rolle zur Rechenschaft gezogen“ werden. Auch Nicholas McGeehan, Bahrein-Experte bei Human Rights Watch, hält Scheich Salman für den falschen Kandidaten: In Zeiten der „schwersten Krise in ihrer Geschichte“ erscheine es wie „institutioneller Selbstmord“ der Fifa, sollte sie ihn zu ihrem Präsidenten machen.

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