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Fifa prüft, Verband dementiert : Betrugsvorwürfe gegen Ghanas Fußballverband

  • Aktualisiert am

Fifa: Keine Verbindung zu Ghanas WM-Spielen Bild: AFP

Betrugsvorwürfe bringen Ghanas Fußballverband in Bedrängnis: Einem Zeitungsbericht zufolge soll sich der Verband bereit erklärt haben, die Rechte an Testspielen seiner Nationalelf an eine Betrügerbande zu verkaufen.

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          Nach den Betrugsvorwürfen von zwei britischen Medien hat Ghanas Fußballverband Anschuldigungen über die Einwilligung zur Manipulation von Länderspielen zurückgewiesen. „Wir möchten der Öffentlichkeit versichern, dass wir solche Fehldarstellungen nicht tolerieren“, hieß es am Sonntagabend in einer Stellungnahme der Ghana Football Association (GFA).

          GFA-Präsident Kwesi Nyantakyi sprach am Tag darauf von einer Verschwörung. Die Berichte seien veröffentlicht worden, „um den Fokus unseres Teams zu zerstören“, sagte Nyantakyi am Montag auf der Internetseite des Verbandes mit Blick auf die entscheidende Phase in der WM-Vorrunde. Es handele sich um eine „Darstellung von Halbwahrheiten und Halblügen“.

          Präsident: Kein Grund für Alarmstimmung

          Es sei nie die Absicht gewesen, der Manipulation von Länderspielen zuzustimmen, so Nyantakyi. Es bestehe kein Grund für Alarmstimmung, weil „nichts Unerhörtes passiert ist, mit dem ich oder der Verband zu tun hätten. Der Lärm, der gemacht wird, ist ohne Belang.“

          Die Tageszeitung „Daily Telegraph“ hatte zuvor von einer gemeinsamen Undercover-Aktion mit dem Fernsehsender Channel 4 berichtet. Mit Hilfe von Mittelsmännern habe man Kontakt zu Ghanas Verbandschefs hergestellt und diesen dazu bringen können, einem Vertrag mit einem vermeintlichen Wettbetrugssyndikat zuzustimmen. Ziel sollte es sein, Freundschaftsspiele des Nationalteams zu manipulieren.

          Betrüger organisieren Freundschaftsspiele

          Nach „Telegraph“-Angaben erklärte sich Verbandspräsident Nyantakyi dazu bereit, die Rechte an einigen Freundschaftsspielen von Ghanas Mannschaft für 170.000 US-Dollar pro Partie zu verkaufen. Eine Klausel habe beinhaltet, dass die vermeintliche Betrügerfirma auch Einfluss auf die Schiedsrichter-Ansetzungen hätte nehmen dürfen.

          Ein vom Weltverband Fifa anerkannter Spielervermittler und ein GFA-Funktionär hätten den Kontakt der verdeckten Reporter zum Verband hergestellt. Beide sollen laut „Telegraph“ damit geprahlt haben, korrupte Referees anheuern zu können. Bei einem Treffen in Miami kurz vor dem Start der WM in Brasilien habe Nyantakyi vorgeschlagen, dass die angebliche Betrügerfirma schon im August und im Dezember dieses Jahres ihre ersten beiden Freundschaftsspiele organisieren solle.

          Verband: Kein Vertrag unterzeichnet

          Die GFA bestätigte das Treffen indirekt, erklärte aber, dass kein Vertrag unterzeichnet worden sei. Man habe den Entwurf des Kontrakts dem eigenen Rechtsausschuss übergeben. Die beiden Mittelsmänner hätten den Verbandsoffiziellen allerdings „keine korrupten Angebote“ gemacht. Dennoch habe man die Angelegenheit sowohl an die Fifa als auch an die ghanaische Polizei zur Überprüfung weitergeleitet. Als die britischen Medien die beiden Männer konfrontierten, hätten beide jegliche Beteiligung an Plänen zur Spielmanipulation zurückgewiesen, berichtete der „Daily Telegraph“.

          Die Fifa bestätigte am späten Sonntagabend (Ortszeit) in Brasilien auf dpa-Anfrage, von dem Vorfall Kenntnis zu haben. Die Sicherheitsabteilung des Weltverbandes begutachte die Unterlagen. Eine Verbindung zu den WM-Spielen Ghanas oder dem Turnier in Brasilien allgemein, bestünde jedoch ausdrücklich nicht.

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