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Martina Müller im Gespräch : „Ich stand ja nie so im Fokus“

  • Aktualisiert am

Umwerfend erfolgreich: Martina Müller gewann mit dem VfL Wolfsburg das Triple Bild: AFP

Die deutschen Frauen gewinnen den EM-Titel - ohne die Fußballerin des Jahres. Im FAZ.NET-Interview spricht Martina Müller über ihre überraschende Wahl, den Rückzug aus dem Nationalteam und das Triple mit Wolfsburg.

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          Die deutschen Fußballfrauen gewinnen gegen Norwegen die Europameisterschaft ohne Martina Müller. Einen Titel gewann die Stürmerin dennoch. Sie wurde zur „Fußballerin des Jahres“ gekürt. Im FAZ.NET-Interview spricht sie über die Wahl, ihren Rückzug aus der Nationalelf und das Triple mit dem VfL Wolfsburg.

          Deutschland bestritt am Sonntag das Endspiel der Fußball-EM der Frauen und plötzlich sind Sie Fußballspielerin des Jahres, obwohl Sie gar nicht mehr im Nationalteam spielen. Sind Sie überrascht?

          Ich hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, solch eine Wahl einmal gewinnen zu können. Ich stand ja nie so im Fokus. Deshalb freut mich das umso mehr. Ich hatte das Glück, in einer Wolfsburger Mannschaft zu spielen, die sehr erfolgreich war.

          Bislang wurde immer eine aktive Nationalspielerin zur Fußballspielerin des Jahres gekürt. Sie sind nach Ihrem Rücktritt aus dem Team nun die erste, die für Leistungen im Verein vor allem mit Ihren Toren in Pokal- und Champions-League-Finale geehrt wird. Ist das Nationalteam nicht mehr alles im Frauenfußball?

          Ich hatte sicher das Glück, dass die Wahl vor der EM stattfand. Aber trotzdem: Die Wahl wird ja nicht von irgendwem durchgeführt, sondern von Sportjournalisten. Ich werte das als Signal, dass sich mittlerweile eben immer mehr Sportjournalisten auch im Vereins-Alltag mit uns beschäftigen und eben nicht nur bei den großen Turnieren.

          War das bei früheren Wahlen noch nicht so?

          Da hatte ich schon das Gefühl, dass nur nach Popularität und Medienpräsenz gewählt wurde. Die Fußballspielerin des Jahres war natürlich immer eine gute Spielerin. Aber beispielsweise eine Kerstin Garefrekes, die jahrelang Super-Leistungen in Liga und Nationalteam geboten hat, wurde nie zur Fußballspielerin des Jahres gekürt. Das hat mich immer ein bisschen geärgert.

          Bereuen Sie Ihren Rückzug aus dem Nationalteam im vergangenen Herbst, wenn Sie nun die EM verfolgt haben?

          Nein. Das war eine ganz bewusste Entscheidung, weil ich mich auf andere Dinge konzentrieren wollte. Das war für mich völlig okay. Und im Rückblick sieht man, dass ich mich deutlich besser auf den Verein konzentrieren und da meine Erfolg erringen konnte.

          Hatte Bundestrainerin Silvia Neid Ihnen signalisiert, dass es sie nicht mehr mit Ihnen plant?

          Nein. Ganz im Gegenteil. Sie war damals total überrascht von meiner Entscheidung. Sie sagte mir, dass sie mit mir noch gerechnet hat mindestens bis zur EM.

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