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Götze im WM-Finale 2014 : „Ich beneide Mario nicht um das Tor“

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Ein Moment für die Ewigkeit: Mario Götze trifft 2014 im WM-Finale. Bild: dpa

Fünf Jahre ist es nun schon her, dass Mario Götze das WM-Finale 2014 in Rio entschied. Seitdem ist viel passiert. Für seine Karriere war das goldene Tor jedoch nicht nur ein Segen.

          Sein Schuh aus dem WM-Finale 2014 ist noch immer eine der Hauptattraktionen des Fußball-Museums in Dortmund. Tagtäglich wird er wie ein Kultobjekt von den Besuchern ehrfürchtig bestaunt. Schließlich erzielte Mario Götze damit in der 113. Minute der Partie gegen Argentinien das entscheidende 1:0 – Deutschland war Weltmeister.

          Dieser Geniestreich nach Vorarbeit von André Schürrle in der Kultstätte Maracanã verhalf dem damals 22-Jährigen in die Geschichtsbücher des Fußballs und förderte seinen Ruf als Jahrhundert-Talent. Die Anweisung von Joachim Löw an Götze kurz vor dessen Einwechslung in das Endspiel passte ins Bild von einer bis dahin märchenhaften Karriere. „Ich habe Mario Götze gesagt: Zeig der Welt, dass du besser bist als Messi“, gestand der Bundestrainer im Anschluss an die Partie. Fünf Jahre später käme niemand mehr auf die Idee, einen solchen Vergleich anzustellen. Denn Götze hat nicht nur seinen Platz in der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch seinen Status als internationaler Ausnahmespieler verloren.

          Nach Meinung vieler Wegbegleiter ist der historische Treffer von 2014 einer der Gründe für den Bedeutungsverlust. „Ab diesem Zeitpunkt ging es immer nur darum, an diese Legende anzuknüpfen“, sagte Schürrle in der Dokumentation „Being Mario Götze“ des Streaminganbieters DAZN, „ich beneide Mario nicht um das Tor.“ Götzes Dortmunder Teamkollege Marcel Schmelzer pflichtete bei: „Ich könnte mir vorstellen, dass Mario nach der Karriere irgendwann sagt, er hätte das Tor lieber nicht geschossen, sondern für jemanden anderen vorbereitet.“

          Sowohl beim FC Bayern als auch bei Borussia Dortmund kämpfte der Edeltechniker mit dem Radarblick für freie Räume danach um einen Stammplatz. „Die Rolltreppe, auf der Götze seit seiner Jugend in rasender Geschwindigkeit dem Fußballolymp entgegengefahren ist, hat sich in ein Laufrad verwandelt, in dem er strampelt, rackert, kämpft, ohne einen Schritt weiterzukommen“, kommentierte das Fachmagazin „Kicker“.

          Doch seit Mediziner nach langem Rätselraten über die Formschwäche von Götze eine Stoffwechselerkrankung diagnostizierten, geht es wieder bergauf. Die Therapie brachte einen Teil der verloren geglaubten Leichtigkeit zurück. Unter der Regie des sensiblen Fußball-Lehrers Lucien Favre machte der in Memmingen geborene Dortmunder große Fortschritte. Favre brachte seine gewachsene Wertschätzung für den zuletzt im Sturmzentrum eingesetzten gelernten Mittelfeldspieler unlängst auf den Punkt: „Mario spürt Fußball.“

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