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Borussia Dortmund : Darum ist Götze nur noch ein Lückenfüller

  • Aktualisiert am

Mario Götze ist bei Borussia Dortmund nicht immer erste Wahl. Bild: Picture-Alliance

Mario Götze ist beim BVB längst nicht mehr immer erste Wahl. Selbst wenn andere Spieler ausfallen, setzt Lucien Favre ihn nicht durchgängig ein. Das Verhältnis zum Trainer erscheint eisig.

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          Das Gerücht verbreitete sich rasend schnell. Mario Götze, gerade erst ausgewechselt und dabei von seinem Trainer Lucien Favre keines Blickes gewürdigt, habe das Stadion noch vor dem Abpfiff verlassen. Im Privatwagen. Im Derby bei Schalke 04! Das passte ins Narrativ vom beleidigten Star, der zuletzt bei Borussia Dortmund kaum gespielt hatte.

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          Ein Skandal war es dann doch nicht. Mit Verdacht auf Handbruch war der Weltmeister von 2014 sofort ins Krankenhaus gefahren worden, am Dienstag, einen Tag vor dem Duell mit Mönchengladbach in der zweiten Runde im Pokal (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal, in der ARD und bei Sky), meldete er sich per Instagram: „Ich habe einen Haarriss in der Elle und eine Bänderdehnung im linken Handgelenk.“ Götze trägt jetzt eine – ausgerechnet – blauweiße Schiene, mit der er trotzdem Fußball spielen kann.

          So er es denn darf. Auch Lucien Favre hat sich rasch bemüht, den Anschein eines Zwistes aus der Welt zu schaffen. „Ich würde niemals einen Mario Götze ignorieren“, sagte er, er sei auf das Spiel konzentriert gewesen. Sportlich hingegen hatte der Schweizer seinen Schützling zuvor durchaus mal ignoriert.

          Mario Götze spielte besonders in der Champions League selbst dann nicht, als Not am Mann war. In Abwesenheit von Paco Alcacer wurde Julian Brandt in die Spitze gestellt, obwohl Götze eben dort in der vergangenen Saison im „Jobsharing“ mit dem Spanier absolut überzeugt hatte. Später kam dann noch Jacob Bruun Larsen. Nicht Götze. Der hat nach drei Spielen eine Champions-League-Minute bei Slavia Prag in der Statistik stehen.

          Immerhin in der Liga läuft der Minutenzähler regelmäßig. Zu Saisonbeginn hatte Götze ohne Einsatz im Kader gestanden, dreimal in Serie sogar. Beim BVB-Traumstart, der inzwischen auch schon vergessen ist, war er in einem Team von Siegern der Verlierer. Jetzt, da die Spiele wochenlang im Drei-Tages-Rhythmus anstehen und einige Spieler verletzt sind, darunter Alcacer, wird der 27-Jährige gebraucht. Aber kann das sein Anspruch sein? Und der Anspruch des BVB an ihn?

          Die Vertragsverhandlungen sind in der Schwebe. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat seine Worte über Monate der Stimmung angepasst: Von außerordentlicher Wertschätzung nach Götzes starker Rückrunde, einem klaren Ja, ist er längst bei einem wackligen Jein angekommen. „Es wird auch davon abhängen, wie viel Spielanteile er bekommt und wie sein sportlicher Stellenwert ist“, sagte er. Dieser scheint zu sinken, für geschätzte zehn Millionen Euro im Jahr anscheinend zu tief.

          Zudem erscheint das Verhältnis zu Lucien Favre eisig, nicht nur aufgrund der Wechselszene im Schalke-Spiel. Favre redet über Götze eher lapidar. „Wir haben Konkurrenz vorne, Alcacer, Hazard, Bruun Larsen können auch dort spielen“, sagt der Schweizer: „C“est comme ca.“ So ist es eben. Auch für die Position hinter den Spitzen gebe es „viele Optionen“.

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