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Dortmunder Neuzugänge : Die teuren BVB-Wetten auf die Zukunft

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Wird es so wie früher? Götze kehrt zum BVB zurück Bild: WITTERS

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Mario Götze und André Schürrle krönen das Transfer-Feuerwerk von Borussia Dortmund. Das BVB-Projekt verheißt viel – birgt aber auch Gefahren.

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          Zuerst das Gefühl, danach das Ballgefühl. Die bevorstehende Heimkehr von Mario Götze zu Borussia Dortmund und die seit Freitag dazu vereinbarte Ankunft seines Freundes André Schürrle beim BVB und seinem früheren Mainzer Trainer Thomas Tuchel wirken auf den ersten Blick wie zwei Belege für die Werbebotschaft des zweitgrößten deutschen Fußballklubs, der den Slogan „Echte Liebe“ zum Markenzeichen erhoben hat.

          Götze bat die ihm gegenüber seit seinem hastigen Abschied zum FC Bayern München vor drei Jahren gelinde gesagt äußerst reservierten Anhänger der Schwarz-Gelben indirekt um Pardon, als er seinen Rückweg nach Westfalen mit den Worten ausleuchtete: „Ich kann gut verstehen, dass viele Fans meine Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Ich würde sie so heute auch nicht mehr treffen.“ Und Schürrle gab sich wie jemand, der endlich am Ziel seiner Sehnsucht sei: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Kraft der BVB durch das Zusammenspiel mit seinen Fans entwickeln kann, und freue mich schon jetzt, das alles zum ersten Mal nicht als staunender Gegner, sondern als Teil des großen Ganzen erleben zu dürfen.“

          Skeptisch beäugt

          Die beiden deutschen Nationalspieler, der eine ausgebildet und sozialisiert bei Borussia Dortmund, der andere über die Stationen Mainz, Leverkusen, Chelsea und Wolfsburg unterwegs zu dem Bundesligaverein mit dem größten Stadion und dem vielleicht leidenschaftlichsten Publikums, haben sich mit herzerwärmenden Botschaften der hochemotionalen Befindlichkeit der Borussen-Fans anzunähern versucht. Götze und der ob seines in der Dortmunder Vereinsgeschichte höchsten Einkaufspreises von rund dreißig Millionen Euro noch skeptisch beäugte Schürrle krönten am Donnerstag und Freitag das Dortmunder Transferfeuerwerk, das den zunächst schmerzhaften Abschied der drei Koryphäen Mats Hummels (für 38 Millionen Euro zum FC Bayern), Ilkay Gündogan (für 27 Millionen Euro zu Manchester City) und Henrich Mchitarjan (für 42 Millionen Euro zu Manchester United) überstrahlt hat.

          Die beiden treffen in Dortmund ihren Buddy Marco Reus wieder, der in einer Zeit des Kommens und Gehens beim BVB geblieben ist. Die gemeinsame Whatsapp-Gruppe als neues magisches Dreieck der Dortmunder Borussia? Abwarten. Tuchel muss die ebenso schwere und reizvolle Aufgabe lösen, gleich acht verheißungsvolle Neuzugänge optimal zu integrieren. Eine Herausforderung, die dem Fußballfachmann par excellence einiges an Geschick und Moderationsfähigkeiten abverlangen wird. Dass die gegen eine Ablösesumme von rund 25 Millionen Euro fixierte Rückkehr von Götze nach drei unter dem Strich eher ernüchternden Münchner Jahren für den davor zum „Jahrhunderttalent“ hochgejubelten Profi mit dem Spielmacher-Gen hohe Erwartungen beim Spieler wie beim gespannten Publikum weckt, ist das eine; dass sich Götze wie auch Schürrle gegen vielversprechende Konkurrenz durchsetzen muss, ist das andere.

          In Schanghai überzeugte der BVB auch schon ohne die beiden Nationalspieler.

          Die Fragen lauten: Kann der 24 Jahre alte Götze noch einmal ähnlich frisch, unbeschwert und unwiderstehlich das Spiel der Borussia prägen wie in seiner jugendlichen Sturm-und-Drang-Zeit zwischen 2009 und 2013? Und wird der ein Jahr ältere Schürrle endlich wieder so konstant dynamisch Fahrt aufnehmen wie in seinen ersten Mainzer Profi-Jahren und danach in schon abgeschwächter Form in Leverkusen?

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