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Kommentar zum Shootout : Vom Hockey lernen heißt kopieren lernen

  • -Aktualisiert am

Shootout als Lösung: Franziska Hauke (im olympischen Halbfinale gegen die Niederlande) kennt es als Hockeyspielerin schon Bild: Reuters

Marco van Basten will Elfmeterschießen durch Shootouts ersetzen. Beim Hockey kennen sie das schon. Und in Amerika haben einst schon Franz Beckenbauer und Pele ihre Erfahrungen gesammelt.

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          Da ist ja plötzlich ziemlich viel Bewegung im Fußball. Der seit langem geforderte Video-Beweis steht schon mehr oder weniger vor der Tür, und die gerade beschlossene Erweiterung der WM auf 48 Mannschaften wird vom Internationalen Fußballverband als großartige Idee gefeiert, um die Entwicklung dieses Sports auch in den kleineren Ländern voranzutreiben. Damit aber nicht genug, jetzt scheinen alle Barrieren zu fallen, jetzt darf offenbar auch das Undenkbare gedacht werden. Zumindest, wenn man das richtige Standing im Verband hat.

          Marco van Basten hat das schon von Amts wegen. Der ehemalige niederländische Fußballstar ist technischer Berater der Fifa mit dem Thema „Innovationen im Fußball“ und ist in dieser Funktion inzwischen zum Direktor aufgestiegen. Er muss sich also Gedanken machen, wie bei der WM 2026 das Problem gelöst werden könnte, wenn in den 16 Dreiergruppen nach den bisherigen Regeln zwei Mannschaften punkt- und torgleich dastehen, aber nur eine weiterkommen kann.

          Kein Unentschieden mehr, dafür direkt ein Elfmeterschießen – diese Variante hatte Fifa-Präsident Gianni Infantino ins Spiel gebracht. Und gleichzeitig auch die erschreckende Idee gehabt, die nur ein Funktionär haben kann – dass nämlich auch die Position in der Weltrangliste oder der Fair-play-Koeffizient den Ausschlag geben könnte.

          Folge des Austauschs zwischen Fußball und Hockey

          Van Basten hat andere Vorschläge, die er in Deutschland gerade der „Sportbild“ nähergebracht hat. Nach einem Unentschieden würde demnach direkt ein Shootout folgen – jedes Team hat fünf Versuche, und der jeweilige Spieler läuft aus 25 Metern los und hat acht Sekunden Zeit, um ein Tor zu erzielen. Nun muss man wissen, dass in den Niederlanden der Austausch zwischen Fußball und dem dort ebenfalls sehr populären Feldhockey seit jeher eng ist.

          Fußballreformer: Marco van Basten will Elfmeterschießen ersetzen

          Und so hat van Basten gleich die Revolution im Sinn – das Abseits abschaffen, um mehr Spielfluss zu ermöglichen. Und damit nebenbei auch die größte Fehlerquelle für die Schiedsrichter zu eliminieren. Dazu eine Netto-Spielzeit, um die Zeitschinderei in den letzten Minuten eines Spiels abzuschaffen, und natürlich sieht er auch Zeitstrafen statt Gelben Karten als die bessere Option an. Im Hockey ist das alles schon Realität.

          Im Fußball jedoch dürfte die Zeit bis 2026 knapp werden, um diese Ideen umzusetzen. Denn Neuerungen muss die Fifa bekanntermaßen ja immer erst mehrere Jahre testen. Oder sie schaut sich einfach mal ein internationales Hockeyturnier an. Van Basten hat das offenbar getan – geht in den Niederlanden ja auch kaum anders.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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