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Schwere Verletzung von Russ : „Das ist ärgerlich und schade“

  • -Aktualisiert am

Mit gerissener Achillessehne muss Marco Russ den Platz verlassen. Bild: EPA

Mit einem mauen Sieg über den Außenseiter aus Liechtenstein zieht Frankfurt in die Playoffs der Europa League ein. Vielmehr beschäftigt alle bei der Eintracht aber das große Pech des Marco Russ.

          Adi Hütter machte gute Miene zum schlechten Spiel. Aber so freundlich der Trainer von Eintracht Frankfurt auch in die Runde schaute, seine Unzufriedenheit konnte er dann doch nicht verbergen. „Was die Leistung betrifft, konnten wir mit den Zuschauern heute nicht mithalten“, sagte Hütter nach dem mauen 1:0-Sieg seiner Mannschaft über den krassen Außenseiter FC Vaduz im Rückspiel der dritten Runde in der Qualifikation zur Europa League. Das Hinspiel hatte der Bundesligaklub in Liechtenstein mit 5:0 gewonnen, das Weiterkommen stand praktisch schon vor Anpfiff fest. Und das half nicht.

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          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          „Es ist nicht einfach, wenn die Spannung fehlt“, sagte Hütter. „Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt.“ Nicht mehr. Und auch nicht weniger. Jonathan de Guzman erzielte in der 31. Minute das einzige Tor in der spektakulärsten Szene des Abends. Zunächst feuerte Mijat Gacinovic den Ball mit Wucht genau ans Lattenkreuz. Den Nachschuss drosch de Guzman volley unter die Latte. „Der Sieg war das Wichtigste heute, auch wenn wir uns spielerisch mehr erhofft und erwartet hatten“, sagte Hütter. Da erging es ihm nicht anders als den 48.000 Zuschauern im wieder einmal ausverkauften Stadion.

          Sobald ein Europapokalspiel ansteht, sind die Frankfurter Fans elektrisiert, egal ob es gegen Flora Tallinn geht wie vor zwei Wochen, den FC Vaduz wie am Donnerstagabend oder Racing Straßburg demnächst. In den Playoffs sind die Franzosen der Gegner, der noch zwischen der Eintracht und dem Einzug in die Gruppenphase, in welcher der Klub vergangenen Saison durch sechs Siege in sechs Partien einen deutschen Rekord aufstellte, steht. Am Donnerstag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei Nitro) ist das Hinspiel in Straßburg, exakt eine Woche später die entscheidende Partie in Frankfurt (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Europa League und bei Nitro).

          Dass es gegen Vaduz nicht nach Wunsch lief, lag auch an Hütters Personalrochaden. Ob des hohen Erfolgs in der ersten Partie setzte der Österreicher auf Rotation. Nur Torwart-Rückkehrer Kevin Trapp und Stürmer Dejan Joveljic standen wie beim DFB-Pokalsieg in Mannheim wieder in der Startelf. „Die Mannschaft war zusammengewürfelt“, sagte Hütter. Und er versprach für den Bundesligastart für das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky): „Am Sonntag schicken wir eine Mannschaft auf den Platz, die besser eingespielt ist.“

          Gegen den FC Vaduz färben die Frankfurter Fans das Stadion rot.

          Definitiv fehlen wird dann Marco Russ. Nach gut einer halben Stunde zog er sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers einen Riss der rechten Achillessehne zu. Die bittere Diagnose bestätigte Hütter nach dem Spiel. „Er wird sehr lange ausfallen, das ist der Wermutstropfen am heutigen Abend.“ Auch die Mitspieler litten mit dem Kapitän des Spieltags. „Der Platz hatte heute keine optimalen Bedingungen. Da ist er glaube ich umgeknickt. So sollte kein Bundesliga-Rasen sein. Für ihn ist es sehr, sehr schade“, sagte Sebastian Rode, der aus leidvoller Erfahrung weiß, wie es ist, sich schwer zu verletzten.

          Auch Timothy Chandler war geknickt: „Es ist total schade für ihn, denn er gehört hier einfach rein.“ Sportvorstand Fredi Bobic ging das große Pech des Routiniers ebenfalls nahe: „Es ist ärgerlich und schade. Das tut mir leid. Er ist ein Musterprofi. Er lebt diesen Verein. Wir sind für ihn da“, sagte er beim TV-Sender Nitro. Im Duell mit Straßburg erwartet Bobic mehr Gegenwehr als von Vaduz: „Dort müssen wir an die Leistungsgrenze gehen.“ Ob bis dahin noch ein neuer Spieler, vornehmlich für den Angriff, kommen wird, wollte Bobic am Donnerstagabend nicht verraten. Transfers sind noch bis einschließlich 2. September möglich.

          Rode machte nach seiner Verletzung im Halbfinale der Europa League vergangene Saison sein erstes Spiel und war bester Frankfurter. Nach gut einer Stunde ging er unter dem Applaus der überwiegend Rot gekleideten Fans. „Wir wollten, auch in dieser Konstellation, eine gute Leistung zeigen. Es haben ja viele gespielt heute, die noch nicht so viele Einsatzminuten hatten bisher“, sagte er. „Daher war es auch nicht ganz so einfach. Es war nicht ganz so glanzvoll heute, aber wir haben gewonnen.“ Schnell blickte er auf Hoffenheim: „Wir haben richtig Bock. Der Bundesligastart ist aber immer eine Wundertüte, da ist alles möglich.“

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