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Barcelona demütigt Real : Ter Stegen ist der „Messi mit Handschuhen“

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Am Mann in Grün gab es kein Vorbeikommen: Marc-Andre ter Stegen. Bild: AFP

Ronaldo, Bale und Ramos verzweifeln beim Clásico-Debakel am deutschen Torwart. Die Medien überschlagen sich bei den Lobeshymnen auf Marc-Andre ter Stegen. Längst gibt es in Spanien eine Debatte, die auch die DFB-Elf betrifft.

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          Ein Weihnachtsgeschenk hat sich Marc-André ter Stegen selbst gemacht: Erstmals blieb der deutsche Nationaltorhüter nach einer überragenden Vorstellung im Clásico ohne Gegentor – und die Lobeshymnen gab es in den spanischen Blättern gratis obendrein. „Eine weitere Paraden-Show von ter Stegen“, schrieb die Sportzeitung „El Mundo Deportivo“ und sieht den 25-Jährigen als derzeit „besten Torhüter der Welt“ an. Beim Konkurrenzblatt „Sport“ erhielt der frühere Gladbacher Keeper nach dem 3:0 (0:0) bei Real Madrid gar die beste Note.

          Egal ob Cristiano Ronaldo, Gareth Bale oder Sergio Ramos – ter Stegen vereitelte gleich mehrere hochkarätige Chancen der Real-Stars und blieb beim Triumph im Estadio Santiago Bernabéu diese Saison bereits zum 15. Mal ohne Gegentor. In 24 Begegnungen musste der Deutsche nur acht Mal den Ball aus dem eigenen Netz holen. Längst ist in Spanien die Diskussion im Gange, ob ter Stegen nicht die legitime Nummer eins bei Weltmeister Deutschland ist, selbst wenn Manuel Neuer rechtzeitig sein Comeback geben sollte. Erst jüngst hatte die Zeitung „Marca“ den Torhüter als „Messi mit Handschuhen“ gelobt.

          In seiner vierten Saison für Barcelona scheint ter Stegen besser als jemals zuvor zu sein. Hatte er sich in den ersten beiden Jahren den Job zwischen den Pfosten noch mit dem Chilenen Claudio Bravo teilen müssen, ist er längst die unumschränkte Nummer eins. Neben ter Stegen gab es aber weitere Protagonisten aufseiten des FC Barcelona, der nun 14 Punkte vor Erzrivale Real Madrid an der Tabellenspitze liegt:

          Superstar: Den Titel des Weltfußballers hatte Lionel Messi seinem Gegenpart Cristiano Ronaldo überlassen müssen, auf dem Rasen kam es zur Revanche des Argentiniers. Messi erzielte sein 24. Clásico-Tor, dazu bereitete der Superstar – trotz Sonderbewachung – einen Treffer vor. Ronaldo blieb dagegen weitestgehend blass. Ohnehin läuft es für den Portugiesen in dieser Saison noch nicht rund: Erst vier Saisontore stehen bei ihm zu Buche, während Messi mit 15 Treffern die Torjägerliste anführt. „Messi Christmas“, war entsprechend in den Zeitungen zu lesen.

          Trainer: Unter Pep Guardiola zelebrierte der FC Barcelona einst Ballbesitz-Fußball. Der heutige Coach Ernesto Valverdo bevorzugt mitunter eine vorsichtigere Variante. Gegen Real schlugen die Katalanen mit Kontern eiskalt zu. Der Matchplan von Zinedine Zidane ging indes nicht auf. Kritik gab es insbesondere dafür, dass Isco nur auf der Bank saß. „Ich bin hier, um Entscheidungen zu treffen“, sagte Zidane hinterher und wollte das Titelrennen nicht aufgeben: „Wir werden niemals das Handtuch werfen.“

          Abwehrchef: Der überzeugte Katalane Gerard Piqué ist in Madrid alles andere als beliebt. Die vielen Pfiffe beantwortete der Verteidiger des FC Barcelona mit einer überragenden Vorstellung. Auf der Gegenseite agierte Abwehrchef Sergio Ramos weniger glücklich. Der Real-Star hatte gar Glück, dass er nach einer Tätlichkeit gegen Luis Suárez nicht die Rote Karte sah.

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