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Maradona-Fans demonstrieren : „Sie haben ihn getötet“

  • Aktualisiert am

Demonstranten erinnern an ihren „Fußballgott“ Bild: EPA

Bei einem Protestmarsch fordern Maradona-Fans, seine Töchter und ehemalige Freundinnen Gerechtigkeit für „D10S“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ärzte und Pfleger wegen fahrlässiger Tötung.

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          Fans von Diego Maradona haben in Argentinien unter dem Motto „Er ist nicht gestorben, sie haben ihn getötet“ für die Aufklärung der Umstände des Todes der argentinischen Fußball-Legende demonstriert. An dem Protestmarsch rund um den Obelisken im Zentrum der Stadt nahmen auch zwei frühere Lebensgefährtinnen sowie Kinder Maradonas teil, darunter auch sein jüngster Sohn Dieguito Fernando (8) aus einer anderen Beziehung. Maradonas älteste Töchter Dalma und Gianinna tauchten an der Seite seiner langjährigen Ehefrau Claudia Villafañe auf, die Gerechtigkeit für „D10S“ (was sich ähnlich wie „Dios“ Gott schreibt) forderten.

          Argentinischen Medienberichten zufolge zogen sich die Frauen angesichts der chaotischen Entwicklung frühzeitig zurück. Laut der Zeitung „La Nación“ waren auch ehemalige Fußballkollegen wie der frühere Nationaltor-Torhüter Sergio Goycochea dabei.

          Maradona war am 25. November 2020 im Alter von nur 60 Jahren in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Der Weltmeister von 1986 litt seit Jahren auch wegen seiner Drogensucht unter schweren Gesundheitsproblemen und hatte sich wenige Tage vor seinem Tod noch einer Hirn-Operation unterzogen.

          Claudia Villafane (M), ehemalige Ehefrau Maradonas, nimmt am Protestmarsch teil und fordert Antworten zum Tode des Fußballstars.
          Claudia Villafane (M), ehemalige Ehefrau Maradonas, nimmt am Protestmarsch teil und fordert Antworten zum Tode des Fußballstars. : Bild: dpa

          Rund 100 Tage nach seinem Tod kommen immer mehr Details über die letzten Tage der Fußballikone ans Licht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mindestens sieben Mitglieder des medizinischen Teams wegen fahrlässiger Tötung. Unter den Verdächtigen sind Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov und mehrere Pflegekräfte.

          Die Demonstranten forderten aber auch die Verhaftung von Manager Matias Morla, der viele eigenwillige Entscheidungen zum Schaden seines Klienten, aber mit dessen Einverständnis getroffen haben soll. Vor kurzem waren in argentinischen Medien Whatsapp-Audios aufgetaucht, in denen die Beschuldigten sich abfällig über Maradona unterhalten hatten.

          Gerechtigkeit für „D10S“ fordern die Fans.
          Gerechtigkeit für „D10S“ fordern die Fans. : Bild: EPA

          Offenbar lehnte Maradona die ständige Betreuung durch Pflegekräfte nach seiner Gehirnoperation ab. Allerdings kam es während der Reha-Phase auch immer wieder zu Komplikationen, wie aus in örtlichen Medien veröffentlichten Chatprotokollen der Pfleger hervorgeht.

          Am Montag begann in der Stadt La Plata eine Ärztekommission zu prüfen, ob bei der Behandlung und Pflege von Maradona in den Tagen vor seinem Tod medizinische Fehler gemacht wurden. Unter anderem soll untersucht werden, ob eine Pflege zu Hause unter den gegebenen Umständen überhaupt angemessen war, ob die Medikation gestimmt hat und ob Experten hinzugezogen wurden. Insgesamt soll ein Fragenkatalog mit 24 Punkten abgearbeitet werden.

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