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Nach ter-Stegen-Aussagen : Neuer not amused

Hält von der Kritik ter Stegens wenig: Manuel Neuer Bild: dpa

„Auch wir Torhüter müssen zusammenhalten“: Manuel Neuer hat sich kritisch gegenüber Marc-André ter Stegen geäußert. Der Nationalmannschaftskollege vom FC Barcelona hatte sich zuvor frustriert über seine Ersatzrolle gezeigt.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Der Machtdemonstration auf dem Rasen folgte in Leipzig die klare Ansage als Chef. Mit mahnenden Worten reagierte Nationalmannschafts-Kapitän Manuel Neuer auf die jüngsten Aussagen seines Torhüter-Konkurrenten Marc-André ter Stegen. „Er hat bei der Nationalmannschaft nichts gesagt. Ich weiß nicht, ob uns das hilft. Wir sind eine Mannschaft und sollten alles dafür tun, dass wir als Mannschaft auftreten. Auch wir Torhüter müssen zusammenhalten“, sagte der Bayern-Profi nach dem 1:1 (1:1) bei RB Leipzig bei Sky.

          Ter Stegen hatte nach seiner abermaligen Rolle als Bankdrücker bei den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande und in Nordirland seinem Frust freien Lauf gelassen. „Es ist nicht einfach, eine Erklärung für das zu finden, was ich erlebe. Ich gebe in jedem Spiel mein Bestes, um die Entscheidung zu erschweren. Ich versuche trotzdem alles, aber diese Reise mit der Nationalmannschaft war ein harter Schlag für mich“, hatte der ehemalige Gladbacher in Spanien betont.

          Er fühlt sich offensichtlich in der Rolle als Nummer zwei in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sichtlich unwohl, nachdem er bei der WM 2018 in Russland dem nach längerer Verletzung zurückgekehrten Neuer die Position als Stammkeeper überlassen musste. Während der gesamten Weltmeisterschaft in Russland sowie der Vorbereitung dazu hatte ter Stegen noch öffentlich geschwiegen.

          „Ich bin immer mit offenem Visier vorangegangen“, erklärte Neuer jetzt dazu. Er habe auch bei der WM mit ter Stegen geredet und ihm gesagt, „dass ich keine Garantie habe und aus einer Verletzung komme und weiß, dass er gute Leistungen gezeigt hat“. Er sei ja auch nicht von ter Stegen persönlich kritisiert worden, so Neuer weiter.

          Er scheint allerdings auch fehlenden Respekt seiner Person gegenüber zu monieren: „Ich zeige halt auch sehr gute Leistungen.“ Auch in Leipzig konnte sich der 33 Jahre alte Torhüter vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mehrmals auszeichnen. In der Schlussminute hielt er sogar den Punkt fest, als er Timo Werners Chance in der Nachspielzeit entschärfte. Neuers Schlusswort: „Wir haben super Torhüter, aber auch einen Kevin Trapp, Bernd Leno. Das sind alles super Torhüter, die auch spielen wollen und auch auf der Bank sitzen dann.“ Neuer habe zwar „volles Verständnis“ für jeden, der unbedingt spielen wolle im Nationalteam. Aber „das Wichtigste ist immer der Erfolg und das Wohl der Mannschaft. Und so soll es sein.“

          Obwohl Bundestrainer Joachim Löw ter Stegen mehr Einsatzzeiten in der DFB-Auswahl in Aussicht gestellt hatte, saß der 27-Jährige auch in Hamburg gegen die Niederlande (2:4) und in Nordirland (2:0) nur auf der Bank. Nach der Heimpleite gegen die Niederlande wollte Löw „nicht auch noch den Torhüter wechseln“. Neuer bot in Belfast eine gute Leistung.

          Die Parallelen, die Neuer zum Konkurrenzkampf von Jens Lehmann und Oliver Kahn beim WM-Sommermärchen vor 13 Jahren in Deutschland aufzeigte, können durchaus als Mahnung verstanden werden. „Wir in Deutschland haben ja auch damals immer über die Situation geredet, wie es 2006 der Fall war, als Jens Lehmann gespielt hat. Und wie stolz man auf Oliver Kahn gewesen ist, wie er sich gezeigt hat beim Argentinien-Spiel. „Es ist immens wichtig, dass die Mannschaft immer gut dasteht.“ Mehr will ich dazu auch nicht sagen.

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