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Manipulation im Fußball : Deutsche Testspiele unter Verdacht

Neue Verdachtsfälle: Wurden wieder Wintertests verschoben? Bild: dpa

Der deutsche Fußball könnte wieder von manipulierten Spielen betroffen sein. Nach F.A.Z.-Informationen betreffen die Verdächtigungen vor allem zwei Testspiele des SC Paderborn und von Arminia Bielefeld.

          Der deutsche Fußball könnte wieder von manipulierten Spielen betroffen sein. Diesen Verdacht hegt der Bochumer Kriminalhauptkommissar und Korruptionsbekämpfer Friedhelm Althans, der seit 2009 die Sonderkommission „Flankengott“ leitet. Diese richtet sich gegen organisierte Kriminalität und Wettbetrug. „Es ist etwas auffällig geworden. Einiges spricht dafür, dass wieder manipuliert worden ist“, sagte Althans am Mittwoch. Er habe Erkenntnisse und diese auch an die Europäische Fußball-Union weitergegeben.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung betreffen die Verdächtigungen vor allem zwei Testspiele im türkischen Wintertrainingslager der Zweitligaklubs SC Paderborn und Arminia Bielefeld. Die Deutsche Fußball Liga bestätigte, dass sie von Paderborner Seite über Verdachtsmomente informiert worden sei. „Involviert sind deutsche Klubs in die möglichen Manipulationen aber nicht“, hieß es von der Ligaorganisation.

          Beide Klubs aus Westfalen bestritten am vergangenen Samstag in Belek ihre Testspiele. Die Paderborner besiegten den russischen Topverein Rubin Kasan 2:1, wobei kurz vor dem Siegtreffer der Deutschen (nach einem zweifelhaften Strafstoß in der 90. Minute) angeblich ungewöhnlich hohe Einsätze über Livewetten bei Buchmachern auf einen weiteren Treffer einliefen.

          Beim Test von Bielefeld gegen Inter Baku kamen vor der Partie hohe Einsätze auf ein Ergebnis mit mindestens vier Toren - das Spiel endete 2:2, auch durch zwei fragwürdige Elfmeter. In der Wettbranche kursierte am Mittwoch der Hinweis, dass beide Spiele vom selben türkischen Schiedsrichtergespann geleitet worden seien. Weder die DFL noch die Vereine wollten eine konkrete Aussage treffen. Ein Sprecher von Arminia Bielefeld sagte nur, dass die Bielefelder bislang keinen Hinweis auf eine Spielmanipulation erhalten hätten.

          Warum gibt es Wetten bei Testspielen?

          Es könnte sich in Belek um ein gängiges Betrugsmuster der Wettmafia handeln. Auch den großen Fußballverbänden ist schon länger bekannt, dass gerade Testspiele anfällig sind für Manipulationen. Im Februar 2011 fanden im türkischen Küstenort Antalya zwei Partien zwischen Bolivien und Lettland sowie Estland und Bulgarien statt, die unter der Ägide des berüchtigten Wettbetrügers Raj Perumal aus Singapur und dessen Scheinagentur „Footy Media“ organisiert worden waren. Die Schiedsrichter standen auf der Lohnliste und pfiffen nach den Vorgaben der Manipulateure. Der Betrug flog später auf.

          Dass auch Dynamo Dresden betroffen sein könnte, das am 19. Januar ein Testspiel in Belek gegen Kasan (3:0) gewann, scheint unwahrscheinlich. Zwar setzten die Russen ungewöhnlicherweise viele Spieler eines mit ihnen verbundenen Zweitligaklubs ein. Doch betonen die Dresdner, dass es aus ihrer Sicht keine Verdachtsmomente für einen Betrug gab. Zudem gab es offenbar keine größeren Offerten auf dem Wettmarkt. „Wir fragen uns trotzdem, warum bei solchen Testspielen überhaupt Wetten plaziert werden können“, sagte ein Sprecher.

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