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Ärger bei Manchester United : Streit zwischen Mourinho und Pogba eskaliert

  • Aktualisiert am

Nicht unbedingt einer Meinung: José Mourinho (links) und Paul Pogba. Bild: AFP

Die Stimmung zwischen dem exzentrischen Trainer von Manchester United und dem Weltmeister ist sowieso nicht die beste. Nach einer Blamage erreicht der Konflikt seinen vorläufigen Höhepunkt.

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          Der Dauerzoff zwischen Fußball-Weltmeister Paul Pogba und Star-Teammanager Jose Mourinho ist endgültig eskaliert. Am Dienstag wurde das französische Mittelfeld-Ass kurzerhand vom portugiesischen Coach nach der Pleite im Drittrundenspiel des Ligapokals gegen Zweitligaverein Derby County (7:8 im Elfmeterschießen) als Ko-Kapitän von Rekordchampion Manchester United abgelöst.

          „Die einzige Wahrheit ist, dass ich die Entscheidung getroffen habe, dass Paul Pogba nicht mehr zweiter Kapitän ist. Ich bin der Manager. Ich treffe diese Entscheidungen, es gibt kein Problem“, sagte Mourinho auf der Pressekonferenz. Nach Informationen der Times informierte Mourinho Pogba vor dessen Teamkollegen, dass der 25-Jährige „nicht darstellt, was ein Kapitän darstellen sollte“. Etatmäßiger Spielführer ist der kolumbianische Rechtsverteidiger Antonio Valencia (33).

          Der Höhepunkt des Konfliktes der beiden Protagonisten der Red Devils ist damit erreicht. Erst am vergangenen Wochenende hatte Pogba den selbstverliebten portugiesischen Trainer für dessen Taktik gegen die Wolverhampton Wanderers (1:1) gescholten. „Wir spielen zu Hause und müssen gegen die Wolves viel besser spielen, wir sollten angreifen. Wenn wir so spielen, ist es einfacher für uns“, sagte Pogba den Journalisten. Auf die Nachfrage, wer denn die Verantwortung dafür tragen, dass United so zurückhaltend agiere, meinte Pogba sibyllinisch: „Ich kann es nicht sagen, ich bin ein Spieler, ich bin jedenfalls nicht dafür verantwortlich.“



          In der Tabelle der Premier League hat das Renommierteam von Old Trafford (10 Punkte) nach sechs Spieltagen schon acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer FC Liverpool. Trotz einer Ansammlung von Stars hat es Mourinho bei ManUnited bislang nicht geschafft, Konstanz in die Leistungen zu bringen. United bleibt deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.

          ManUnited-Galionsfigur Sir Alex Ferguson war am vergangenen Samstag gegen Wolverhampton erstmals seit seiner Not-OP im Frühjahr wieder in Old Trafford gewesen und wurde von den Fans mit Standing Ovations gefeiert. Mit dem schottischen Fußballlehrer, der von 1986 an 27 Jahre lang beim Klub-Aushängeschild des englischen Fußballs tätig gewesen war, verbinden die Anhänger wehmütige Erinnerungen an erfolgreiche Zeiten. Unter dem Schotten holte ManUnited 38 Titel, darunter 13 Meisterschaften und zwei Champions-League-Triumphe.

          Die Pleite gegen Derby war die Fortsetzung der unansehnlichen Auftritte des Mourinho-Teams. Pogba, der 2016 für 105 Millionen Euro Ablöse von Juventus Turin nach Old Trafford gewechselt war, konnte nur selten seine dominierende Rolle im Mittelfeld bei United ausüben. Im Sommer hatte Mourinho in Richtung des Franzosen geätzt, dass dieser bei der WM in Russland stärker als in der Premier League gespielt habe, weil der Profi nicht ständig von seiner Entourage umgeben gewesen sei.

          Zum Saisonstart hatte Pogba sein schwieriges Verhältnis zu Mourinho wie folgt umschrieben: „Es gibt Dinge, über die ich nicht sprechen kann. Sonst bekomme ich eine Strafe.“ Und weiter führte er aus: „Wenn man nicht glücklich ist, kann man nicht seine beste Leistung abrufen. Ein Spieler, der berücksichtigt wird und spielt, kann das. Mehr sage ich dazu nicht.“

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