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Manchester United : Ein Sturm wie 1999

  • -Aktualisiert am

Nicht nur beim FC Arsenal treffsicher: Robin van Persie ist auch in Manchester erfolgreich Bild: dpa

Im Spitzenspiel der Premier League tritt Manchester United an diesem Sonntag (17.00 Uhr) bei Chelsea an. Die Blues haben schlechte Erinnerungen an Robin van Persie.

          Van Persie, van Persie, van Persie. Den Fans des FC Chelsea dürfte der Name des niederländischen Torjägers noch immer Magenschmerzen bereiten. Gerade in diesen Tagen, wenn sie sich an die letzte Begegnung mit dem Stürmer an der Stamford Bridge erinnern: Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass Robin van Persie, der damals noch für den FC Arsenal stürmte, drei Tore im Stadion des späteren Champions-League-Siegers schoss; Arsenal gewann eines der spektakulärsten Saisonspiele 5:3.

          An diesem Sonntag (17.00 Uhr) kehrt van Persie an die Stamford Bridge zurück, er spielt jetzt für Manchester United, den Tabellenzweiten, der mit einem Sieg bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Chelsea heranrücken kann. Und wenn man sich die aktuelle Form des Angreifers vor Augen hält, kann man die Sorgen der gegnerischen Fans noch besser verstehen: Er trifft auch für seinen neuen Klub, wie er will.

          Schon sechs Tore in acht Premier-League-Einsätzen stehen für den besten Schützen der vergangenen Saison (30 Tore) zu Buche, zudem traf er zweimal in der Champions League. „Ich bin sehr zufrieden mit ihm“, sagt sein Trainer Sir Alex Ferguson, der die Offensivreihe des Rekordmeisters mit der aus dem Jahr 1999 vergleicht, als ManUnited die Königsklasse gewann: „Damals hatte ich in Dwight Yorke, Andy Cole, Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer vier der besten Stürmer Europas. Jetzt sind wir ähnlich gut besetzt.“

          Im Jahr 2012 besteht der United-Angriff aus van Persie, Wayne Rooney, dem quirligen Javier Hernandez und Youngster Danny Welbeck. Die Vorlagen liefert der ehemalige Dortmunder Shinji Kagawa. Und bis jetzt scheint Ferguson mit seiner Einschätzung richtig zu liegen: In der Liga schoss kein Team mehr Tore als die „RedDevils“ (21), und auch in der Champions League gelangen bereits sechs Treffer. United verfügt derzeit wohl über die gefährlichste Offensive Europas.

          Wuchtige Offensivkräfte: Van Persie und Wayne Rooney stellen so manche Abwehr vor unlösbare Aufgaben

          Ob das Team auf europäischer Ebene allerdings zu ähnlichen Glanzleistungen imstande ist wie das von 1999, wird sich noch zeigen müssen. Zumal der Fokus der Ferguson-Elf darauf liegen dürfte, die nationale Vorherrschaft zurückzugewinnen, nachdem ausgerechnet der Stadtrivale Manchester City im Mai dafür gesorgt hatte, dass der Rekordmeister seinen zwanzigsten Titel verpasste.

          Die Auswahl an Offensivspielern verdeutlicht, dass Ferguson dank der Verpflichtung van Persies mehr Variationsmöglichkeiten hat. Im Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Braga bildeten van Persie, Rooney, Hernandez und Kagawa – der mit einer Verletzung nun allerdings mehrere Wochen ausfällt – die Angriffsreihe, tauschten immer wieder die Positionen. Für den Gegner sind diese Wechselspielchen nur schwer zu durchschauen.

          „1999 hatte ich in Dwight Yorke, Andy Cole, Teddy Sheringham und Ole Gunnar Solskjaer vier der besten Stürmer Europas. Jetzt sind wir ähnlich gut besetzt“: Sir Alex Ferguson

          Vor allem das Duo van Persie/Rooney klingt für die United-Fans wie ein Versprechen: hier der elegante van Persie, der mit seinem genialen linken Fuß aus nahezu jeder Position ein Tor erzielen kann, da der bullige Rooney, der Liebling der Zuschauer, der für den Klub aus Manchester schon fast 200 Mal traf. Zählt man die Treffer von van Persie und Rooney aus der vergangenen Saison zusammen, kommt man auf die beeindruckende Zahl von 57 – allein in der Premier League.

          Am Samstag vergangener Woche, beim zweiten gemeinsamen Liga-Auftritt von Beginn an gegen Stoke City (4:2), gingen drei Tore auf ihr Konto. „Wenn die beiden so zusammen spielen, bereiten sie dem Gegner große Sorgen“, schickte Ferguson schon mal eine Sturmwarnung an die Konkurrenz voraus.

          Chelsea steht nicht mehr für langweiligen Fußball: Ein Grund ist Eden Hazard aus Belgien

          Ob beim FC Chelsea nun das große Zittern eingesetzt hat? Ein solches Sturmduo wie Manchester hat der Klub von Besitzer Roman Abramowitsch, der am Mittwoch seinen 46. Geburtstag feierte, jedenfalls nicht in seinen Reihen.

          Doch auch die „Blues“ verfügen seit dieser Saison über ein famoses Trio: Der Spanier Mata, derzeit einer der besten Spieler der Liga, sowie die teuren Neuzugänge Eden Hazard aus Belgien, (40 Millionen Euro) und der Brasilianer Oscar (32 Millionen) haben aus einer unattraktiven, strikt auf Ergebnisfußball fixierten Mannschaft die größte Unterhaltungsshow der Premier League gemacht. Die Bilanz spricht für sich: Chelsea führt ungeschlagen die Tabelle an, von acht Spielen wurden sieben gewonnen. Nur in der Champions League läuft es mit vier Punkten aus drei Spiel nicht rund.

          Aber reicht das auch gegen van Persie und Co.? Wenn man die Fans der Londoner fragen würde, auf welchen Spieler man beim Gegner am Sonntag besonders achten sollte – sie wüssten die Antwort jedenfalls ganz genau.

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