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Fußball-Kommentar : Sofameister sind Stimmungskiller

Als er mit Manchester City Meister wurde, soll sich Pep Guardiola auf einem Golfplatz aufgehalten haben. Für die Spannung der Liga spricht das nicht. Bild: Reuters

Der Modus, mit dem der Ligafußball seine Meister ermittelt, erzeugt immer seltener die großen emotionalen Momente. Teams holen den Titel, obwohl sie gar nicht spielen. Und das ist nicht das einzige Problem.

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          Ein Wort macht Karriere. Das liegt daran, dass es immer häufiger benötigt wird: Sofameister. Dabei sitzen die wenigsten, die es werden, wirklich dort. Ilkay Gündogan zum Beispiel hockte am Sonntag, als er englischer Meister wurde, in Gelsenkirchen auf der Tribüne und sah seine alten Dortmunder das Revier-Derby verlieren. Sein Chef Pep Guardiola verbrachte die Stunden, in denen er mit Manchester City den Titel gewann, weil Lokalrivale United dem Tabellenletzten West Bromwich unterlag, auf dem Golfplatz. Genau wie einst der berühmte Trainerkollege Alex Ferguson, der beim Sonntagsgolf seine erste von dreizehn englischen Meisterschaften mit Manchester United holte – weil Aston Villa gegen Oldham Athletic verlor.

          Sofameister gab es also schon vor einem Vierteljahrhundert, doch das Auftreten des bedauerlichen Phänomens wird häufiger. Bedauerlich, weil jedes Meisterteam es verdient, den Titelgewinn nicht versprengt in der Freizeit zu erleben, sondern gemeinsam im Wettkampf – als das emotionale Gemeinschaftserlebnis also, das eines der Geschenke des Fußballs ist. Häufiger, weil Spieltage immer weiter zerfasern, über bis zu vier Tage, ja, wie an diesem Wochenende in Spanien, über neun Anstoßzeiten.

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