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Manchester City : Teurer Trost für Guardiola nach dem Debakel

  • Aktualisiert am

Denksportaufgabe: Pep Guardiola und Manchester City verlieren mit 2:5. Bild: AFP

Erstmals in seiner Trainer-Karriere kassiert Pep Guardiola fünf Tore mit seinem Team. Die deutliche Niederlage mit Manchester City macht ihm schwer zu schaffen. Der Verein reagiert mit einem Millionen-Transfer.

          2 Min.

          Immer wieder kratzte sich Pep Guardiola am Kopf und wollte bisweilen nicht mehr hinsehen. Das, was seine Mannschaft am Sonntagabend zeigte, ließ den Trainer von Manchester City ratlos und verärgert zurück. Englands Torjäger Jamie Vardy und Leicester City verpassten Guardiolas Team früh in der neuen Premier-League-Saison einen herben Rückschlag. Der Nationalstürmer schoss im Topspiel drei Tore beim überraschend klaren 5:2 (1:1)-Sieg des Tabellenführers und sorgte fast im Alleingang für die erste herbe Niederlage des Guardiola-Teams in der neuen Spielzeit. „ManCity zerfällt in seine Einzelteile“, konstatierte die „Daily Mail“.

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          City bekamt somit erstmals seit Februar 2003 in einem Heimspiel fünf Tore eingeschenkt. Und erstmals nach 686 Pflichtspielen kassierte dabei eine von Guardiola trainierte Mannschaft fünf Tore in einem Spiel. „Ich fühle mich schlecht für meine Spieler und für den Verein. Wir müssen die Situation analysieren und uns verbessern. Das ist meine Aufgabe“, sagte Guardiola nach der bitteren Pleite. „Natürlich ist es eine schwierige Situation, aber es ist auch erst der zweite Spieltag.“

          Dabei fing für die Gastgeber alles gut an. Der Algerier Riyad Mahrez brachte die Citizens nach vier Minuten in Führung. Danach begann die große Vardy-Show. Zwei Foulelfmeter (37. Minute/58.) verwandelte er souverän, beim zwischenzeitlichen 2:1 (54.) ließ er City-Keeper Ederson per Hacke ebenfalls keine Chance. Zudem holte er auch noch beide Strafstöße nach Fouls an ihm heraus. James Maddison erhöhte mit einem herrlichen Schlenzer auf 4:1 (77.), Youri Tielemans war zwei Minuten vor dem Ende per Foulelfmeter zum 5:2-Endstand erfolgreich. Manchesters Nathan Ake (84.) hatte zuvor noch auf 2:4 verkürzen können.

          Manchester City reagierte mit einem teuren Trostpflaster für Guardiola. Der Klub gab nach dem Spiel bekannt, dass für seine anfällige Innenverteidigung für rund 71 Millionen Euro der Portugiese Ruben Dias von Benfica Lissabon kommt. Im Gegenzug spielt Manchesters Nicolas Otamendi künftig für den portugiesischen Rekordmeister, dafür erhält City 15 Millionen Euro. Dias soll der Abwehr nach dem Abgang von Vincent Kompany im vergangenen Sommer wieder mehr Stabilität geben. Dias ist bereits der vierte Innenverteidiger in drei Jahren, den Guardiola erwirbt – und der zweite für die laufende Saison: Im August hatte ManCity 45 Millionen Euro für den Niederländer Nathan Ake von Absteiger AFC Bournemouth ausgegeben.

          Vor dem Spiel hatte Guardiola die hohe Belastung der Fußball-Profis durch den engen Spielplan stark kritisiert. „Niemand kümmert sich um die Spieler“, monierte der Coach. „Die Spieler hatten eine zweiwöchige Vorbereitung und müssen jetzt elf Monate lang alle drei Tage spielen. Sie sind keine Maschinen.“ Dabei sprach der frühere Bayern-Trainer nicht nur für seine Mannschaft. „Es ist nicht nur Manchester City, es betrifft alle Klubs und Länder. Niemand kümmert sich um die Spieler“, wiederholte Guardiola. „Die Premier League, die Uefa, jeder verteidigt seinen Bereich und seine Position. Jeder kämpft. Wir sind keine Ausnahme“.

          Ohne Rückkehrer Gareth Bale, der weiterhin mit Fitness-Rückstand fehlt, kamen die Tottenham Hotspur derweil nur zu einem 1:1 gegen Newcastle United. Die Gäste profitierten dabei von einem Handelfmeter nach Intervention des Video-Assistenten, den Callum Wilson in der siebten Minute der Nachspielzeit verwandelte. „Ich möchte im nächsten Spiel auf der Bank sitzen und keine Geldstrafe erhalten. Daher werde ich zu diesem Elfmeter nichts sagen“, polterte Spurs-Trainer José Mourinho nach dem Abpfiff.

          Erster Leicester-Verfolger ist der FC Everton mit Trainer Carlo Ancelotti. Das Team des früheren Bayern-Coaches gewann am Samstag bei Crystal Palace mit 2:1 und steht mit der Maximalausbeute von neun Zählern auf Rang eins. Jürgen Klopp und der FC Liverpool oder der FC Arsenal können mit einem Erfolg im Top-Duell am Montag (21.00 Uhr bei Sky) mit dem Spitzenduo gleichziehen. Die beiden unauffälligen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz kamen mit dem FC Chelsea zu einem glücklichen 3:3 (0:3) bei West Bromwich Albion. Aufsteiger Leeds United gewann mit Robin Koch in der Startelf 1:0 bei Sheffield United und kam zum zweiten Sieg im dritten Spiel.

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