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Nach Gerichtsurteil zu ManCity : Jetzt will Guardiola offenbar Bayern-Star Alaba

  • Aktualisiert am

Offenbar im Interesse von Manchester-Trainer Pep Guardiola: Bayerns David Alaba (links, hier neben Hansi Flick) Bild: EPA

In England werden Spekulationen über einen Wechsel von Münchens Abwehr-Star David Alaba zu Manchester City laut. Hintergrund ist das jüngste Urteil des Cas. Darauf reagiert ein Finanzexperte erschrocken und mit heftiger Kritik.

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          Nach dem erfolgreichen Vorgehen von Manchester City vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas gegen die zweijährige Europapokal-Sperre gibt es neue Spekulationen über einen Wechsel von Bayern-Star David Alaba nach England. Der Abwehrspieler sei das Hauptziel von Trainer Pep Guardiola bei dessen Bestreben, die Abwehr seines Teams zu verstärken, schrieb der gewöhnlich gut informierte „The Guardian“.

          Der Cas hatte am Montag den durch die europäische Fußball-Union Uefa ausgesprochenen zweijährigen Europapokal-Ausschluss für Manchester City aufgehoben. Die Erfolgschancen des Vereins im Bemühen um Alaba würden auch durch die Reduzierung der zusätzlichen Geldstrafe von 30 Millionen auf zehn Millionen Euro erhöht, glaubt „The Guardian“. „18 Millionen Britische Pfund entsprechen in etwa dem Gehalt eines Elite-Spielers“, rechnete die Zeitung vor.

          „Es ist eine Katastrophe“

          Um Alaba (28) und dem sechsmaligen englischen Meister hatte es schon in der Vergangenheit immer wieder Spekulationen gegeben. Auch Münchens Mittelfeldspieler Thiago (29) wurde zuletzt als möglicher Zugang bei dem Premier-League-Klub gehandelt. Der Spanier kam 2013 vom FC Barcelona zum FC Bayern – auf Bestreben von Guardiola, der sich zu Beginn seiner Tätigkeit in München für die Verpflichtung seines Landmann mit den Worten „Thiago oder nix“ stark gemacht hatte.

          Auch mit Alaba hatte Guardiola schon in München zusammengearbeitet. Der Spanier formte in seiner Zeit als Bayern-Trainer bis 2016 den zentralen Abwehrspieler Alaba. Der Vertrag des Österreichers in München läuft im Sommer 2021 aus. Der Abwehrchef des Rekordmeisters hatte zuletzt gesagt, er habe noch keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. Bayern-Trainer Hansi Flick hatte sich zuletzt aber zuversichtlich gezeigt, dass Alaba langfristig bleibt. Der Coach kündigte an, sich „mit allem, was ich habe“ für einen Verbleib von Alaba und Mittelfeldspieler Thiago einzusetzen. Auch Thiago hat bei den Bayern noch einen Vertrag bis Sommer 2021.

          Derweil hat Finanzexperte Christian Müller erschrocken und mit ungewöhnlich heftiger Kritik auf die Cas-Entscheidung zum Europapokal-Startrecht für Manchester City reagiert. „Ich bin wirklich fassungslos und total enttäuscht. Es ist eine Katastrophe, das Waterloo für die Sportregelwerke. Eine Strafe von zehn Millionen Euro ist einfach eine Lachnummer, das hätte man sich auch sparen können“, sagte der frühere Finanzchef der Deutschen Fußball Liga der „ARD Radio Recherche Sport“ (Montag). Müller hatte einst wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung der Financial-Fairplay-Regeln der Uefa.

          Er hat nach eigener Aussage „aus dem Hause der Uefa oder des europäischen Fußballs in Nyon“, gehört, dass ein „unglaublich hoher Druck aufgebaut wurde von Manchester City und dass die Anwälte wirklich bis an die Zähne bewaffnet aggressiv aufgetreten sind“. Es hätten „Einschüchterungsversuche“ stattgefunden, sagte der 56-Jährige in dem ARD-Interview.

          Antoine Duval, Experte für Europäisches und Internationales Sportrecht am Asser-Institut in Den Haag, sieht das Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs ebenfalls sehr kritisch. „Als Image bleibt hängen: Große Klubs, die sich teure Anwälte und kreative Wirtschaftsprüfer leisten können, die kommen viel besser mit den Financial-Fairplay-Regeln zurecht als mittlere und kleinere Klubs, die sich diese Anwälte und Buchhalter nicht leisten können“, meinte Duval. Das Financial Fairplay scheine seiner Meinung nach „tot oder im Koma zu sein“.

          Dass Manchester City in den kommenden zwei Spielzeiten doch in der Champions League spielen darf, hatte der Cas am Montag entschieden. Die Richter hoben eine entsprechende Sperre der Europäischen Fußball-Union auf. Die Uefa hatte den englischen Verein wegen Verstößen gegen die Finanzregeln sanktioniert, dagegen war Man City vor den Cas gezogen. Die zusätzliche Geldstrafe in Höhe von 30 Millionen Euro wurde vom Cas auf zehn Millionen Euro reduziert.

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