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Mainz 05 : Ein Angebot für Heidel

05er oder 04er: Heidels Zukunft steht in den Sternen Bild: dpa

Von Mainz 05 zu Schalke 04? Der Mainzer Manager Heidel bezieht Stellung zu Gerüchten um Schalke. Zunächst einmal gibt es aber gegen Borussia Dortmund Wiedersehen mit Trainer Tuchel.

          2 Min.

          Eigentlich steht für Mainz 05 ein ganz besonderes Bundesligaspiel an. An diesem Freitagabend (20.30 Uhr) kommt Borussia Dortmund. Erstmals seit seinem nicht ganz so friedlichen Abschied kehrt Thomas Tuchel an seinen alten Arbeitsplatz zurück, wo er in einem Jahr als A-Juniorentrainer und in fünf Jahren als Cheftrainer für die größten sportlichen Erfolge des Vereins verantwortlich zeichnete und sogar den heutigen Trainer Martin Schmidt heranzog. Es gäbe also ausreichend Diskussionsstoff darüber, wie Tuchel vom Mainzer Publikum empfangen werden könnte. Spannend wird auch sein, wie der 48 Jahre alte Schmidt mit seiner Mannschaft den sechs Jahre jüngeren „Taktgeber“ Tuchel mit dem Team des Tabellenzweiten herauszufordern gedenkt.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Statt um drei Punkte geht es für den Tabellenachten derweil am Rande des Spielfeldes um einiges mehr: Manager Christian Heidel, Herz und Seele des Bundesligaklubs, liegt offenkundig ein Angebot vor, das den Manager zum Grübeln bringt bezüglich seiner beruflichen Zukunft. Angeblich will Schalke 04 Heidel als Nachfolger von Sportvorstand Horst Heldt verpflichten, dessen Vertrag im kommenden Juni ausläuft. Heidel, bis 2017 vertraglich an Mainz 05 gebunden, äußerte sich dazu in der Pressekonferenz vor dem Dortmund-Spiel in einem rund fünfminütigen Statement. „Spekulationen, was Spieler oder meine Person angeht, habe ich nie kommentiert oder dementiert. Wenn etwas perfekt ist, werden wir uns dazu äußern“, sagte der 52 Jahre alte Manager. „Es steht außer Frage, dass ich den Vertrag bis 2017 respektiere. Jeder weiß, dass Mainz 05 mir extrem wichtig ist und immer wichtig sein wird. Ich werde nie etwas tun, was diesem Klub schadet.“

          Der Manager ist eng verbunden mit seinem Klub. Heidel ist in Mainz geboren, war schon als Kind Fan der 05er und ist seit 23 Jahren verantwortlich für die Geschicke der Lizenzspielerabteilung. Bis 2005 füllte er diese Tätigkeit ehrenamtlich aus. Mainz 05 ist gewissermaßen Heidels „Baby“. Er hat freilich nie kategorisch ausgeschlossen, eines Tages noch einmal für einen anderen Verein arbeiten zu wollen, wenn alles passe und zugleich Mainz 05 eine gesicherte Zukunft habe. Seinem Klub geht es wirtschaftlich so gut wie nie, vor zwei Monaten wurde eine Partnerschaft mit dem Vermarkter Infront besiegelt, die Planungssicherheit beschert. Heidel widersprach Deutungen, dass sein Auftritt bei der Mitgliederversammlung mit Kritik an der Mitgliederpolitik des Vereins als Beleg für Misstöne in der Vereinsführung gedeutet werden dürften. „Ich werde niemals im Streit gehen. Wenn der Tag mal irgendwann kommt, werden sich alle Beteiligten einig sein. Alles wird im Verein immer offen ausgesprochen.“

          „Wir werden die Entwicklung abwarten“

          Am Donnerstag sprach Präsident Harald Strutz etwas offener als Heidel, als er im SWR-Fernsehen Gespräche Heidels mit anderen Klubs bestätigte, „Christian Heidel hat ein Angebot, es wird darüber spekuliert, dass Schalke 04 ihn als Manager haben will. Ich bin darüber informiert, solche Gespräche gab es aber nicht zum ersten Mal“, sagte Strutz. „Wir werden die Entwicklung abwarten. Das ist für Mainz 05 dann eine Sache, die wir zunächst einmal intern besprechen.“ Strutz sagte auch, dass Menschen, die Verträge respektieren, diese in der Regel auch erfüllen. Und somit schließt sich dann vor dem Spiel gegen Dortmund doch ein Kreis. Tuchel schied schließlich einst im Unfrieden von Mainz 05, weil er sich nicht mehr in der Lage sah und nicht gewillt war, seinen noch zwölf Monate länger laufenden Vertrag zu erfüllen.

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