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Vor der letzten DFB-Partie : Podolski ist der Kapitän der Herzen

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In inniger Verbundenheit: Joachim Löw und Lukas Podolski bei ihrer letzten gemeinsamen Pressekonferenz Bild: AFP

Sein 130. Länderspiel gegen England wird das letzte für Lukas Podolski sein. Für seinen Abschied aus dem DFB-Team erweist der Bundestrainer seinem Angreifer am Ende eines langen gemeinsamen Weges eine besondere Ehre.

          Film ab! Bevor Lukas Podolski zum letzten Mal vor einem Fußball-Länderspiel das Wort ergriff, fand er sich für ein paar Minuten in der Rolle des Zuschauers wieder. Der Deutsche Fußball-Bund zeigte eine Collage in bewegten Bildern, die Podolskis Lebenswerk als Nationalspieler zusammenfassten, aber auch die menschliche Seite des kumpelhaften Kölners durchscheinen ließen: Ob als umjubelter Torschütze (in allen möglichen Modellen des Nationaltrikots), als Jongleur mit dem Ball (vor dem Kölner Dom) oder als Sänger („Zieht den Bayern die Lederhosen aus“) – Podolski wirkte in jeder Sekunde authentisch. Als sein Leben als Nationalspieler filmisch an ihm vorüber zog, blickte er mit Wohlgefallen auf den Monitor und sagte am Ende, es seien „schöne Bilder, schöne Emotionen und schöne Worte von alten Weggefährten“ wie Rudi Völler oder Jürgen Klinsmann gewesen.

          Denkt der 31-Jährige nach knapp dreizehn Jahren im Dienste der Nationalmannschaft an einen Augenblick, der besonders heraussticht? Das war eine der vielen Fragen am Tag vor dem Abschied. Nahe gelegen hätte eine mit feuchten Augen vorgetragene Antwort, die sich um den Gewinn der Weltmeisterschaft in Brasilien gedreht hätte. Doch Podolski war nie ein Spieler, der nur das vorhersehbare Phrasendeutsch heruntergebetet hat.

          „Unfair all den anderen Momenten gegenüber“

          Also tat er es auch vor seinem hundertdreißigsten und letzten Länderspiel an diesem Mittwochabend gegen England (20.45 Uhr / live in der ARD und im Länderspielticker auf FAZ.NET) nicht. Dafür lieferte der leidenschaftliche wie weitgereiste Kölner einen „echten Poldi“ ab. „Es gibt nicht den einen großen Moment, den ich rauspicken könnte“, sagte er, „das wäre auch unfair all den anderen Momenten gegenüber.“

          Mit Blick auf die drei Bundestrainer, unter denen er gearbeitet hat, fiel es Podolski ein wenig leichter, einen besonders hervorzuheben, ohne den Stellenwert der beiden anderen zu schmälern. Rudi Völler hatte ihn als Teenager das erste Mal in den Kreis der Auserwählten berufen, unter Jürgen Klinsmann spielte er mit Anfang zwanzig schon eine tragende Rolle bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land, die weithin als „Sommermärchen“ wahrgenommen wurde. Die innigste Arbeitbeziehung jedoch verbindet ihn bis zum letzten Spiel mit dem Mann, der am Dienstag bei der Abschiedspressekonferenz im Deutschen Fußball-Museum neben ihm saß: Joachim Löw.

          Der Bundestrainer pflegt sparsam umzugehen mit krachenden Superlativen in historischem Kontext. In diesem Fall machte er eine Ausnahme. „Lukas Podolski ist einer der größten Fußballspieler, die Deutschland hervorgebracht hat“, sagte Löw. Es gibt allerlei sportliche Gründe, Podolski diesen Ausnahmestatus zuzuerkennen: Die Zahl der Länderspiele, nur Miroslav Klose und Lothar Matthäus haben noch öfter für Deutschland gespielt; die achtundvierzig Tore, die er geschossen hat, die Teilnahme an insgesamt sieben Welt- und Europameisterschaften und vor allem natürlich den Gewinn des WM-Titels, „die größte Freude, die ein Spieler oder ein Trainer im Fußball erleben kann“, wie Löw es ausdrückt.

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