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Fußball bei Antalyaspor : Podolski spielt in der Türkei trotz Corona weiter

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Lukas Podolski jubelt nach dem Spiel mit Antalyaspor gegen Sivasspor. Bild: dpa

Die Fußball-EM wird verschoben, überall auf der Welt ruht der Fußball – nur in der Türkei nicht. Die Liga mit vielen früheren Bundesligastars läuft unbeirrt weiter. Und Lukas Podolski hat sogar Grund zu lachen.

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          Lukas Podolski stand lachend inmitten einer dicht gedrängten Menschentraube und ballte zum Zeichen seiner Freude die Faust. Als würde es die weltweite Coronavirus-Pandemie gar nicht geben, bejubelte der frühere Nationalspieler in der Kabine mit seinen Teamkollegen von Antalyaspor den 1:0-Sieg am Montagabend im Geisterspiel gegen Sivasspor. „Wichtiger und verdienter Sieg: Acht Spiele ohne Niederlage. Guter Job“, schrieb Podolski bei Instagram und postete dazu ein Jubel-Bild.

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          Während der Ball rund um den Globus fast überall ruht, läuft die Meisterschaft in der Türkei unbeirrt weiter. Dank des Erfolges kletterte Antalyaspor, wo der 130-malige Nationalspieler und Weltmeister von 2014 seit Januar dieses Jahres kickt, mit 30 Punkten auf Rang elf und hat nun fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge. Lediglich auf die gewohnte Unterstützung von den Rängen müssen Podolski & Co. verzichten, weil derzeit alle Spiele ohne Zuschauer stattfinden. „Ohne Fans ist dieses Stadion nicht das gleiche wie sonst“, beklagte Podolski.

          Dass der Spielbetrieb aufrechterhalten wird, stört die meisten Profis offenbar nicht. Dass dies auf Anweisung der Regierung nur vor leeren Rängen möglich ist, dagegen schon. Galatasaray Istanbuls Torhüter Fernando Muslera sprach nach dem 0:0 im Geister-Derby gegen Besiktas mit dem ehemaligen Frankfurter Kevin-Prince Boateng und dem früheren Mainzer Loris Karius am vergangenen Sonntag von einem „peinlichen Abend“ und kritisierte: „Kein Respekt für uns und die Fans. Ich bin so enttäuscht.“

          Auch der derzeit vom FC Liverpool an Besiktas verliehene Karius konnte der Geisterkulisse nichts Positives abgewinnen. „Fußball ohne unsere Fans fühlt sich nicht richtig an. Wir alle lieben diesen Sport wegen der Fans“, schrieb der Torwart bei Instagram. „Doch in dieser kritischen Situation gibt es wichtigere Dinge als den Fußball. Bitte kümmert euch alle umeinander und seid sicher.“

          Ähnlich äußerte sich Boateng, der 2018 mit der Eintracht den DFB-Pokal gewonnen hatte und momentan als Leihgabe des FC Barcelona am Bosporus spielt. „Fußball ohne euch (Fans) ist kein Fußball, aber noch wichtiger ist, dass alle in Sicherheit sind!“, schrieb der Offensivspieler in den sozialen Netzwerken. „Hinter verschlossenen Türen war es ein anderes Derby, aber wir spielten mit Stolz und Stärke.“

          Im Einsatz waren am vergangenen Wochenende auch noch die deutschen Russland-Legionäre. Der frühere Schalke-Trainer Domenico Tedesco bejubelte mit Spartak Moskau in Orenburg einen 3:1-Sieg, beim 3:2-Erfolg von Dynamo Moskau in Grosny standen mit Maximilian Philipp, Roman Neustädter und Konstantin Rausch gleich drei deutsche Spieler auf dem Rasen. Auch der ehemalige Nationalspieler Benedikt Höwedes war mit Lok Moskau beim 3:1 in Rostow noch erfolgreich am Ball. Trotz des wichtigen Sieges stellte der frühere Schalke-Profi danach fest: „Fußball zu spielen, während unsere Welt in einer Situation ist, in der wir uns befinden, ist unwirklich.“

          Dem trug die russische Fußball-Liga am Dienstag endlich Rechnung und setzte den Spielbetrieb zunächst bis zum 10. April aus. Zu der gleichen Einsicht war 24 Stunden zuvor bereits der brasilianische Verband gekommen. Im Land des fünffachen Weltmeisters ruht der Ball nun ebenfalls, was den Unmut von Staatspräsident Jair Bolsonaro hervorrief. Die Maßnahme werde die Ausbreitung des Coronavirus nicht eindämmen, sagte Bolsonaro und schimpfte: „Wenn Sie Fußball und andere Dinge verbieten, geraten Sie in Hysterie.“

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