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Kölner in Kobe : Wie Podolski die Japaner beeindruckt

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„Ich will mit dem Verein Erfolg haben“: Lukas Podolski. Bild: dpa

Lukas Podolski sorgt für Begeisterung bei Vissel Kobe. Nun steht sein Debüt an. Vor seinem ersten Einsatz durfte Podolski noch einen besonderen Auftritt absolvieren.

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          Japans Fußball spürt schon den Podolski-Effekt. Beim offiziellen Debüt des Weltmeisters für seinen neuen Klub Vissel Kobe an diesem Samstag (12 Uhr MESZ / Live bei Dazn) werden alle Augen auf den 32-Jährigen gerichtet sein. Seit seinem umjubelten Empfang vor knapp drei Wochen verbinden sich die Hoffnungen des J-League-Vereins auf einen sportlichen Aufschwung mit „Poldi“. „Ich will mit dem Verein Erfolg haben“, hatte der 130-malige Nationalspieler gleich nach seiner Ankunft in seiner neuen Wahlheimat erklärt. Und nahm dann auch prompt einen Tag später erstmals am Training in Kobe teil. 

          Dabei bekamen seine japanischen Vereinskameraden einen ersten Vorgeschmack, was Podolski drauf hat: Am Ende des Trainings hielten seine Mitspieler laut japanischen Medien förmlich die Luft an, als der Deutsche den Ball mit der Brust annahm und in berühmter „Poldi“-Manier mit dem linken Fuß aufs Tor drosch. Torwart Kenshin Yoshimaru konnte den Schuss zwar parieren, zeigte sich dennoch beeindruckt: „Der Ball war echt schnell, konnte man kaum sehen“. Und ein anderer meinte: „So ein Ball von einem Japaner wäre undenkbar“.

          „Ich habe eine lange Reise hinter mir und bin kaputt, aber freue mich alle zu sehen und zum Trainingsfeld zu kommen. Ich hoffe, dass ich mit euch allen etwas erreiche“, sagte Kobes neuer Sohn in der japanischen Übersetzung seines Dolmetschers vor dem Training – und erntete den Applaus seiner Mannschaft. Auch dass er anschließend das komplette Training absolvierte, brachte dem Deutschen Respekt ein.

          „Ich will mit dem Verein Erfolg haben“: Lukas Podolski spielt jetzt für Vissel Kobe. Bilderstrecke

          Doch schon Podolskis bloße Anwesenheit scheint seinem neuen Klub, der sich zuletzt in nicht besonders guter Verfassung zeigte, frische Energie einzuhauchen. Als der frühere Kölner sich kürzlich ein Spiel seiner neuen Mannschaft anschaute, gelang Vissel Kobe nach zuvor drei Niederlagen in Folge ein Sieg. Die japanische Boulevard-Zeitung „Nikkan Sports“ sprach anschließend vom „Poldi-Effekt“, der den Klub beflügelte.

          Alles an Podolski wird in Japan beobachtet. So hielten örtliche Medien fest, wie er beim Zuschauen des Spiels seine Mitspieler fotografierte. Dass er ein T-Shirt mit Japans Nationalflagge „Hinomaru“ mit der Sonnenscheibe trug und auch an seinem Fußballschuh Japans Flagge und darüber den Aufdruck „Poldi 10“ trage, wie die japanische Boulevard-Zeitung „Sports Hochi“ zu berichten wusste.

          Vor seinem bevorstehenden Debüt durfte Podolski noch einen besonderen Auftritt beim Baseball absolvieren. Der frühere Bundesliga-Profi vollzog bei einer Zeremonie vor einem Spiel der Baseball-Mannschaft Rakuten Eagles einen traditionellen Ballwurf. Das Baseball-Team gehört genauso wie Podolskis neuer Klub Vissel Kobe zum Internetkonzern Rakuten.

          Am Samstag ist es dann soweit: Dann wird Podolski erstmals in einem Punktspiel für seine Mannschaft auflaufen. 20 Millionen Euro soll er während seines zweieinhalb Jahre laufenden Vertrages bei Vissel Kobe verdienen. Podolski weiß um die hohen Erwartungen der Japaner an ihn. Er wolle „helfen, die Ziele zu erreichen“, sagte er bei seiner Ankunft. Kurzfristig will er sich mit Kobe für die asiatische Champions League qualifizieren.

          „Ich will helfen, dass wir unsere Ziele erreichen“, schrieb der Weltmeister in „Fußball Bild“ (Freitag). „Ich will Leistung bringen.“ Er räumte allerdings ein, dass die Hoffnung, Kobe in der Liga für die asiatische Champions League zu qualifizieren, schwer zu erfüllen sein werde. „Der Abstand in der Meisterschaft – wir stehen zur Zeit auf Platz neun – ist mit neun Punkten groß“, schrieb der 32-Jährige. Zugleich wies er darauf hin, dass sein Team noch in zwei Pokalwettbewerben vertreten sei. „Da sind die Chancen größer. Denn die jeweiligen Sieger qualifizieren sich auch für die Champions League.“

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