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Fußball : Luis Enrique nicht mehr spanischer Nationaltrainer

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Luis Enrique ist nicht mehr Nationaltrainer von Spanien (Bild von September 2018) Bild: EPA

Im März reiste Luis Enrique überraschend von der Nationalmannschaft Spaniens ab – „aus dringenden privaten Gründen“. Seitdem kehrte der Trainer nicht zum Team zurück. Nun gibt der Verband den Rücktritt bekannt.

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          Nach nicht einmal zwölf Monaten hört Luis Enrique als Trainer der spanischen Fußball-Nationalelf auf. Der 49 Jahre alte Coach habe seinen Posten zur Verfügung gestellt, teilte Verbandspräsident Luis Rubiales am Mittwoch vor Journalisten in Madrid mit. Zum neuen Nationaltrainer ist der bisherige Assistent Roberto Moreno (41) ernannt worden – ein Nobody in der Fußballwelt, der die spanische Auswahl um Kapitän Sergio Ramos zur Europameisterschaft 2020 führen soll. Moreno ist der vierte Trainer von „La Roja“ seit Juni vorigen Jahres.

          Zu den Gründen der Entscheidung Luis Enriques wurde zunächst offiziell nichts mitgeteilt. Spanische Sportmedien schrieben, der frühere Profi höre wegen der nicht näher bekannten familiären Probleme auf, wegen der er bereits seit März auf der Bank des einstigen Welt- und Europameisters gefehlt hatte. „Wir alle haben bisher die Privatsphäre von Luis Enrique respektiert, und wir alle werden das weiterhin tun“, sagte dazu Rubiales. Die Türen des Verbandes und der Nationalmannschaft blieben für den scheidenden Coach offen, betonte er.

          Noch im vergangenen Monat hatte Rubiales versichert, Luis Enrique werde ungeachtet seiner privaten Probleme als Nationaltrainer weitermachen. Nun wird aber der Neuanfang, den Rubiales nach den Zwischenfällen bei der WM 2018 in Russland starten wollte, jäh unterbrochen. Moreno ist bereits seit seinem 14. Lebensjahr Trainer und der breiten Öffentlichkeit nur als langjähriger Assistent von Luis Enrique bei AS Rom (2011-2012), Celta de Vigo (2013-2014) und beim FC Barcelona (2014-2017) bekannt. Als er auf der Bank Spaniens seinen Chef vertreten musste, fuhr Moreno bei der EM-Qualifikation immerhin drei klare Siege ein: in Malta (2:0), auf den Färöer (4:1) und daheim gegen Schweden (3:0).

          Moreno sprach von einem „süß-sauren Tag“. Er habe „immer davon geträumt, eines Tages die Nationalmannschaft zu trainieren. Aber ich wollte es natürlich nicht auf diese Weise erreichen“. Er trage nun „sehr viel Verantwortung“ und wolle „die Arbeit von Luis fortsetzen“. Moreno sagte: „Wenn möglich wollen wir Luis ehren, in dem wir die EM gewinnen.“

          Luis Enrique, der mit bürgerlichem Namen Luis Enrique Martínez García heißt, war im Juli 2018 zum Nachfolger von Interimscoach Fernando Hierro ernannt worden. Hierro musste wenige Tage vor Beginn der WM in Russland den geschassten Julen Lopetegui als Nationaltrainer ersetzen, dem geheime Verhandlungen mit Real Madrid zum Verhängnis geworden waren. Das Team um Sergio Ramos und Andrés Iniesta scheiterte schon im Achtelfinale im Elfmeterschießen an den Gastgebern.

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