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DFB-Team zur EM 2020 : Schwere Verletzung von Waldschmidt trübt Freude

  • Aktualisiert am

Luca Waldschmidt zog sich die Verletzung beim Zusammenprall mit Weißrusslands Torwart zu. Bild: Reuters

Die EM-Qualifikation ist geschafft, nun wollen die Deutschen Platz eins vor den Niederlanden behalten. Nicht helfen kann dabei Luca Waldschmidt, der sich eine schwere Verletzung zuzieht und lange pausieren muss.

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          Luca Waldschmidt hat sich im EM-Qualifikationsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Weißrussland (4:0) gleich mehrere zum Teil schwere Verletzungen zugezogen. Der Stürmer des SC Freiburg war wenige Minuten nach seiner Einwechslung in der Schlussphase mit Gäste-Torhüter Alexander Gutor zusammengeprallt. Nach  einer Behandlung auf dem Feld wurde Waldschmidt in der Nachspielzeit durch Sebastian Rudy ersetzt und ins Krankenhaus gebracht.

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          Am Sonntag informierte der Deutsche Fußball-Bund über die erste Diagnose: Mittelgesichtsfraktur mit begleitender Gehirnerschütterung sowie eine Verletzung am rechten Knie und Sprunggelenk. Waldschmidt wird lange pausieren müssen, zu einer genauen Ausfalldauer gab es zunächst keine Angaben. In Freiburg sollen nun weitere Untersuchungen folgen, teilte der DFB mit. Für den 23 Jahren alten Waldschmidt war es der dritte Einsatz im DFB-Team. Er hatte sich in kurzer Zeit die große Chance erkämpft, von Bundestrainer Joachim Löw für die EM 2020 in den Kader berufen zu werden. Jetzt wird Waldschmidt erst einmal von den Verletzungen für längere Zeit gestoppt und muss sich dann wieder an das Topniveau herankämpfen.

          „Es tut uns unglaublich leid“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Sonntag in der ARD-„Sportschau“. „Er war natürlich noch ein bisschen geschockt, weil er eine Gehirnerschütterung hat. Auch wenn er noch was am Knie und Knöchel spürt, gehen wir davon aus, dass es dort keine schwierige Verletzung ist, dass er rein körperlich schnell wieder da sein kann, aber die Sache im Gesicht wird eine Zeit lang dauern“, prognostizierte Bierhoff.

          Am Sonntag reist die DFB-Auswahl nach Frankfurt am Main weiter, wo am Dienstag (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Länderspielen und bei RTL) der Jahresabschluss gegen Nordirland ansteht. Mit einem Sieg hätte sich der dreimalige Europameister den Gruppensieg vor den Niederlanden gesichert. „Das wäre schon wichtig, wenn wir vor Holland bleiben“, verkündete Kapitän Manuel Neuer nach der perfekt gemachten Qualifikation für das paneuropäische Fußball-Spektakel im Sommer 2020 – ein spezieller Kitzel. Die Vorgabe von Bundestrainer Löw für das Spiel am Dienstag ist klar: „Jetzt haben wir die Chance, dass wir diese Gruppe gewinnen. Das ist natürlich schon unser Ziel: Wir wollen einen Sieg einfahren.“

          Durch das lockere 4:0 gegen überforderte Weißrussen kann das junge Löw-Team trotz stockenden Umbruchs in der zweiten Jahreshälfte die EM-Ausscheidung plötzlich sogar vor dem Erzrivalen beenden. Die Niederlande schaffte in Nordirland nur ein 0:0. „Wir müssen das noch zu Ende bringen. Im Moment sieht es gut aus“, sagte der gegen den Außenseiter Weißrussland als Elfmeter-Töter aufgefallene Neuer zum eroberten Spitzenplatz (18 Punkte) vor den ebenfalls für die EM qualifizierten Oranjes (16). Und sein Bayern-Kollege Leon Goretzka schloss an: „Es ist schön, dass wir das erreicht haben, aber es wurde auch von uns erwartet.“ Deswegen sei es „kein Grund zu eskalieren“.

          Für Neuer und seine Kollegen geht es auch noch um eine Million Euro. Durch das gesicherte Turnier-Ticket für 2020 haben die Nationalspieler die vom DFB ausgelobte Prämie von insgesamt zwei Millionen Euro schon sicher. Wird der erste Gruppenplatz gesichert, erhöht sich die Prämie für das ganze Team auf drei Millionen Euro. Der genaue Verteilungsschlüssel soll innerhalb der Mannschaft ausgehandelt werden. „Die aktuelle Gesamtprämie fällt im Vergleich zu Vereinbarungen aus zurückliegenden Qualifikationsrunden insgesamt geringer aus“, hatte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius bei der Einigung auf das Modell im Mai erklärt. Für die EM-Qualifikation 2016 und die WM-Ausscheidung 2018 hatte jeder Spieler, der in Löws Kader stand, pro Spiel 20.000 Euro kassiert und damit bis zu 200.000 Euro bekommen.

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