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Löw nominiert Kader : Verjüngungskurs im DFB-Team hält an

Jubel über richtige Trikot: Luca Waldschmidt darf nach seiner U21-Zeit aufs erste Länderspiel hoffen. Bild: Reuters

Nun, da die Verjüngung begonnen hat, wird sie auch nicht aufgehalten: Bundestrainer Joachim Löw nominiert für die nächsten Länderspiele entsprechend. Mit dabei ist der erfolgreichste Torschütze bei der U-21-EM.

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          Im Fußball geht es zuweilen nicht nur auf dem Platz schnell zur Sache – auch Stimmungslagen verändern sich mitunter rasend. Vor einem Jahr hatte sich der deutsche Fußballhimmel urplötzlich verdunkelt, und was eben noch rosarot erschienen war, wechselte nach dem blutleeren und in vielen Momenten arg überheblichen Auftritten der WM-Reisegruppe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in ein tiefes Schwarz. Nichts war es geworden mit dem Bestreben, wieder den Maßstab zu setzen für andere Nationen, stattdessen schien der deutsche Fußball den Anschluss verpasst zu haben, weil er ein wenig veraltet und verstaubt daher gekommen war.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Dass danach sofort erkannt worden war, was nun am besten zu tun sei, um diese Malaise zu beenden, wird im Nachhinein niemand ernsthaft behaupten – es dauerte ein wenig, es war noch ein Abstieg in der Nations League nötig, ehe der Umbruch und die Verjüngung des Teams mit allen Risiken und auch harten Entscheidungen angegangen wurde. Und diesen einmal eingeschlagenen Weg geht Bundestrainer Joachim Löw nun vor den beiden EM-Qualifikationsspielen am 6. September in Hamburg gegen die Niederlande und am 9. September in Belfast gegen Nordirland weiter. Der Löw des Vorjahres hätte vielleicht Kevin Volland ins DFB-Team zurück geholt, da durch den Kreuzbandriss von Leroy Sané ein Platz im Angriff frei geworden war und der 27 Jahre alte Leverkusener in der Bundesliga sehr verlässlich auf hohem Niveau agiert.

          Doch nun, da die Verjüngung einmal begonnen hat, wird sie auch nicht aufgehalten: Erstmals nominiert ist der Freiburger Luca Waldschmidt, der erfolgreichste Torschütze bei der U-21-EM und immerhin vier Jahre jünger als Volland. Viel Mut, dass sich da noch einmal ein Türchen öffnen wird, machte Löw dem Leverkusener in diplomatischer Freundlichkeit nicht: „Ich weiß, was Kevin Volland kann und was er nicht kann. Er war ja schon bei uns.“ Übersetzt müsste das ungefähr heißen: Ein guter Mann, aber das wird für Weltklasseniveau perspektivisch nicht reichen.

          Da will das deutsche Team schließlich wieder hin, die dunklen Wolken sind längst verzogen, und nicht nur der Bundestrainer, der die letzten beiden Länderspiele vor der Sommerpause nach einem kleinen Missgeschick im Fitnessstudio vom Krankenbett verfolgen musste, präsentiert sich locker und gelöst. Die aktuelle Aufbruchstimmung erinnert Löw an jene Atmosphäre, die von der WM-Mannschaft des Jahres 2010 ausgegangen war, die damals nach dem Ausfall des Kapitäns Michael Ballack eine neue Hierarchie bekommen hatte. Das war ein Notfall gewesen, und so etwas ähnliches wie ein einziger Notfall war auch diese WM im vergangenen Jahr, als es hinten und vorne nicht stimmte rund um das gesamte Team.

          „Der Spirit ist sehr gut“, sagt Löw, es sei zu spüren, dass „die Spieler Bock darauf haben, in den nächsten Jahren erfolgreich zu sein“. Das hatte sich zuletzt in deutlich mehr Spielfreude bemerkbar gemacht – zumindest ließ sich wieder so etwas wie Spaß erkennen, da könnte sich bis zur EM-Endrunde also noch einiges entwickeln. „Wir haben viele hochtalentierte Spieler“, sagt Löw – etwa Kai Havertz, in den Planungen des Bundestrainers sicher einer der Schlüsselspieler der kommenden Jahre. Das ist mittlerweile auch Leroy Sané, vor der WM noch nicht reif genug, nun als prägende Figur anerkannt. „Die Operation ist sehr gut verlaufen“, sagt Löw, nun müsse man den Heilungsprozess abwarten. Und so ähnlich ist das ja auch bei der Nationalmannschaft, für die auch Emre Can dank seiner in Nordirland vermutlich benötigten Wucht wieder berücksichtigt worden ist.

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