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Fußball international : Van Gaal holt FA-Cup und muss gehen

  • Aktualisiert am

Strahlemann aus den Niederlanden: Trainer Louis van Gaal siegt mit Manchester United. Bild: dpa

Beim FA-Cup-Sieg von Manchester United schlägt die große Stunde eines Youngsters. Trainer van Gaal hilft der Titel aber wohl auch nicht mehr. In Frankreich und Italien holen die Meister auch den Pokal.

          Manchester United hat zum zwölfen Mal den englischen Pokal gewonnen. Die Mannschaft des verletzten Fußball-Weltmeisters Bastian Schweinsteiger bezwang am Samstag Crystal Palace mit 2:1 nach Verlängerung. Nach der regulären Spielzeit stand es zwischen den beiden Premier-League-Klubs 1:1. Jesse Lingard sorgte im Londoner Wembley-Stadion mit seinem Treffer in der 111. Minute der Verlängerung für die Entscheidung im 135. FA-Cup-Finale.

          Für United-Trainer Louis van Gaal war es im zweiten Jahr der erste Titel mit seinem Klub. Dennoch könnte es für den Niederländer das letzte Spiel als Manchester-Coach gewesen sein. Nachdem der englische Rekordmeister in der Liga die Champions-League-Qualifikation verpasst hatte, soll angeblich José Mourinho in der kommenden Saison übernehmen.

          „Es ist fantastisch, dass wir den Titel gewinnen konnten. Für den Klub, für die Fans und natürlich auch für mich. Ich habe jetzt in vier Ländern den Pokal gewonnen. Dies können nicht viele Trainer von sich behaupten“, sagte van Gaal. Die Red Devils waren vor 88.619 Zuschauern fast über die gesamte Spieldauer die dominierende Mannschaft. Allerdings schaffte es die Offensive um Kapitän Wayne Rooney zu selten, richtig gefährlich vor das Tor von Crystal Palace zu kommen. Im ersten Durchgang vergab Stürmer Anthony Martial die beste Chance für United. Doch Palace-Abwehrspieler Joel Ward warf sich in höchster Not in den Schuss des Franzosen.

          In der zweiten Hälfte erhöhte Manchester United nochmals den Druck und hatten zwei Mal Pech. Erst schoss der Belgier Marouane Fellaini aus knapp acht Metern an die Latte (53. Minute), dann köpfte Martial acht Minuten später von der Strafraummitte an den linken Pfosten. Danach musste van Gaal innerhalb von sechs Minuten zweimal aus Verletzungsgründen umstellen. Erst schied der Argentinier Marcos Rojo aus, dann musste Supertalent Marcus Rashford angeschlagen ausgewechselt werden. Noch bitterer kam es für United in der 78. Minute. Nach einem langen Ball von Abwehrspieler Ward tauchte Jason Puncheon auf der linken Seite freistehend vor Torhüter David De Gea auf und traf zur überraschenden Palace-Führung.

          Jesse Lingard schoss das entscheidende Tor in der 111. Minute.

          Der englische Rekordmeister zeigte sich allerdings unbeeindruckt von dem 0:1. Vor allem Rooney übernahm Verantwortung und besaß am Ausgleichstreffer drei Minuten später einen großen Anteil. Der Stürmer dribbelte sich mit einem 30-Meter-Solo in den Strafraum, passte auf Fellaini, der per Kopf den freistehenden Juan Mata in Szene setzte. Der Spanier nahm den Ball aus der Luft, und mit Hilfe von Ward, der den Schuss abfälschte, landete der Ball unhaltbar für Torhüter Wayne Hennessey im Netz. In der Verlängerung sah zunächst United-Abwehrspieler Chris Smalling in der 105. Minute die Gelb-Rote Karte, dann kam die große Stunde von Lingard: Der eingewechselte Offensivspieler schoss den Ball aus knapp 16 Metern unhaltbar für Keeper Hennessey ins Palace-Tor. „Ich sah den Ball direkt auf mich zukommen und habe alles in den Schuss geworfen, was ich hatte. Dann war er drin“, sagte der Torschütze.

          In Frankreich holte Paris St. Germain zum Abschied des schwedischen Starstürmers Zlatan Ibrahimovic das Double. Der französische Meister gewann das Pokalfinale im Stade de France gegen Olympique Marseille mit 4:2 (1:1). Blaise Matuidi (2. Minute), Doppel-Torschütze Ibrahimovic (47./Foulelfmeter/82.) in seinem letzten Spiel für PSG und Edinson Cavani (57.) trafen für Paris. Bei seiner Auswechslung in der 89. Minute wurde Ibrahimovic mit tosendem Applaus verabschiedet. Der Schwede wechselt voraussichtlich in die englische Premier League. Bei Paris stand Salvatore Sirigu anstelle des deutschen Torhüters Kevin Trapp zwischen den Pfosten.

          Alvaro Morate sorgte für den Pokalsieg von Juventus Turin.

          Ohne den verletzten Weltmeister Sami Khedira hat Juventus Turin das italienische Pokalfinale in der Verlängerung gewonnen und damit das Double perfekt gemacht. Das Team von Trainer Massimiliano Allegri siegte im Römer Olympiastadion 1:0 (0:0; 0:0) gegen den AC Mailand. Der kurz zuvor eingewechselte Alvaro Morata traf per Rechtsschuss (110. Minute). Turin sicherte sich damit wie im Vorjahr das Double aus Meisterschaft und Pokal. Milan war über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft, machte aber zu wenig aus seinen Chancen. Juve kam kaum einmal gefährlich vor das Tor des erst 17 Jahre alten Milan-Keepers Gianluigi Donnarumma, bis Morata traf.

          Für Milan wäre ein Sieg die letzte Chance gewesen, sich am Ende einer schwachen Saison doch noch für die Europa League zu qualifizieren. Das Team zeigte vor den Augen von Präsident Silvio Berlusconi und Nationalcoach Antonio Conte eine starke Leistung. Khedira fehlte dem italienischen Rekordmeister mit einer Zerrung in der linken Wade. Der deutsche Nationalspieler war jedoch mit dem Team nach Rom gereist und verfolgte die Partie von der Tribüne aus. Ob der 29-Jährige bis zum Beginn der EM-Vorbereitung mit der deutschen Nationalelf am kommenden Dienstag wieder fit ist, ist noch unklar.

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