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Torwart Loris Karius : Millionentransfer nach Liverpool kommt vor Gericht

  • -Aktualisiert am

Loris Karius wechselte im vergangenen Sommer nach Liverpool. Bild: Picture-Alliance

Torwart Loris Karius wechselte im Sommer 2016 von Mainz 05 zum FC Liverpool. Doch der Wechsel hat noch heute Folgen. Nun führt er zu einer Auseinandersetzung vor Gericht.

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          Der Wechsel des Fußballspielers Loris Karius vom 1. FSV Mainz 05 zum FC Liverpool im Sommer 2016 hat heute noch Folgen. Der Verkauf brachte dem Bundesligaklub Millionen ein, führt nun jedoch zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung. In dem Rechtsstreit geht es nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung um Provisionen für den Transfer des Torwarts, der viereinhalb Jahre in Mainz spielte und für mehr als sechs Millionen Euro nach Liverpool wechselte. Der Spielerberater Klaus Gerster, der auch „der schwarze Abt“ genannt wird, erhebt Anspruch auf einen Teil der Verkaufssumme. An diesem Donnerstag verhandelt das Landgericht Frankfurt über den Fall aus dem Fußballgeschäft, wie das Gericht auf Anfrage bestätigt: Demnach geht es für Gerster um einen Anteil von 737.000 Euro an der Ablösesumme in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Sein Anteil wäre damit etwa 11 Prozent.

          Jan Hauser
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der 60 Jahre alte Gerster wirkte früher als Bundesligamanager von Eintracht Frankfurt, Borussia Dortmund und Kickers Offenbach sowie als Trainer des FSV Frankfurt. Unter seiner Mitwirkung wechselte Karius nach Mainz. „In diesem Vertrag war vorgesehen, dass Herr Gerster beteiligt ist, wenn ein Weitertransfer erfolgt“, sagte ein Sprecher des Landgerichts Frankfurts dieser Zeitung. Allerdings wurde der Vertrag von Karius in der Zwischenzeit ohne Mitwirkung von Gerster verlängert, bevor dieser nach Liverpool wechselte. „Nun streiten die Parteien, ob der Wechsel nach der Verlängerung erfolgte oder davor.“ Ein Urteil wird zur Verhandlung am Donnerstag nicht erwartet. Dazu dürfte es wohl ein paar Wochen später kommen.

          Gerster spricht davon, dass Mainz ihm die Ablösesumme nicht genannt hat, aber für ihn ein Anteil von 10 Prozent vereinbart worden sei. „Weil es unterschiedliche Auffassungen gibt, kommt es morgen zur Verhandlung“, sagte er am Mittwoch. Mainz wollte sich zu dem Verfahren nicht äußern. Loris Karius, der am 22. Juni 1993 in Biberach geboren wurde, spielte in der Jugend für die SG Mettenberg, den SSV Ulm und den VfB Stuttgart, bevor er im Jahr 2009 zum englischen Klub Manchester City wechselte.



          Von dort aus wurde der frühere Juniorennationalspieler zwei Jahre später nach Mainz ausgeliehen und wechselte Anfang 2012 ablösefrei zu dem Bundesligaverein. Zum 1. Juli des vergangenen Jahres verkaufte ihn Mainz zum FC Liverpool. Dort konnte er unter Trainer Jürgen Klopp bisher nicht reüssieren. Zuletzt verblieb er als Ersatztorwart auf der Bank. Der 24 Jahre alte Karius lässt sich mittlerweile durch die Ludwigshafener Spieleragentur Rogon Sportmanagement beraten, deren Geschäftsführung aus Wolfgang Fahrian und Roger Wittmann besteht.

          Als marktüblich gilt in der Branche ein Anteil von zehn Prozent des Spielergehalts für den Berater des Spielers. Gerster vertrat früh den Fußballspieler Andreas Möller und wickelte mehr als hundert Transfers ab. „Ich verdiene nicht an der Ablösesumme, sondern nur prozentual am Gehalt des Spielers“, sagte er in einem F.A.Z.-Gespräch im Jahr 2008. Der Anteil liege erheblich unter zehn Prozent, sei aber verhandelbar. „Dennoch muss man immer seriös bleiben. Ein Geschäft kann jeder machen, ein zweites vielleicht schon nicht mehr.“

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