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Fußball-Nationalmannschaft : Neuer nicht mehr Löws unumstrittene Nummer eins

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Ob Manuel Neuer auch bei der EM 2020 im deutschen Tor stehen wird, ist plötzlich nicht mehr so klar wie einst. Bild: Reuters

Vor kurzem erklärte der Bundestrainer noch, dass Manuel Neuer im deutschen Tor bis zur EM 2020 die Nummer eins sei. Nun hört sich die Aussage von Joachim Löw plötzlich anders an.

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          Joachim Löw hat Kapitän Manuel Neuer den Status als unumstrittene Nummer eins überraschend entzogen und den Konkurrenzkampf um den Stammplatz im deutschen Tor eröffnet. „Ich habe vergangenes Jahr gesagt, dass momentan Manuel Neuer die Nummer eins ist, auch, weil er der Kapitän ist. Aber in diesem Jahr haben wir einen kleinen Neubeginn. Marc wird bei der EM-Quali seine Chancen bekommen“, sagte der Bundestrainer am Rande des Clasicos zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona um Herausforderer Marc-Andre ter Stegen (0:1) bei DAZN.

          „Ja, logischerweise gibt es den“, sagte Löw über den Konkurrenzkampf, „am Ende zählt immer die Leistung.“ Beide Torhüter spielten „auf einem super Niveau. Dieses Jahr werden wir sehen, was passiert. Marc wird auf jeden Fall auch ein paar Spiele bekommen.“ Das Länderspieljahr startet mit einem Test am 20. März in Wolfsburg gegen Serbien, ehe vier Tage darauf die EM-Qualifikation bei Erzrivale Niederlande in Amsterdam beginnt.

          Der seit Monaten überragende ter Stegen hatte zuvor einen „Umbruch auf der Torwartposition“ der deutschen Nationalmannschaft gefordert und angekündigt, „Druck“ auf Neuer ausüben zu wollen. Löw bezeichnete die Worte des 26-Jährigen als „völlig okay, weil es kein Frontalangriff auf Manuel oder uns Trainer war“. Der frühere Gladbacher ter Stegen habe „seine Ansprüche angemeldet und das auch zu Recht, weil er sich in den letzten zwei bis drei Jahren zu einem super Torwart entwickelt hat“, ergänzte Löw: „Wir sind glücklich, dass wir in Deutschland zwei Weltklasse-Torhüter haben.“

          Vor wenigen Wochen hatte der Bundestrainer im Aktuellen Sportstudio des ZDF noch erklärt, dass „Manuel Neuer bis zur EM unsere Nummer sein wird, falls nichts Außergewöhnliches passiert“. Nun denkt er offenbar schon weiter. „Die EM ist im Juni kommenden Jahres, da haben wir noch viel Zeit“, sagte er.

          Ter Stegen und seine Mannschaft fügten derweil dem spanischen Rekordmeister Real Madrid im Estadio Santiago Bernabeu die zweite bittere Clasico-Pleite binnen vier Tagen zu. Nach dem 0:3 beim Aus im Halbfinale des spanischen Pokals unterlag Real dem Erzrivalen FC Barcelona am 26. Spieltag in La Liga mit 0:1 (0:1) und muss die Meisterschaft bei zwölf Punkten Rückstand auf den Tabellenführer endgültig abhaken. Auch der Ligazweite Atletico Madrid hat schon zehn Zähler Rückstand auf die Katalanen, kann am Sonntag bei Real Sociedad aber noch nachziehen.

          „Das Tor hat den Unterschied gemacht. Wir müssen Barca gratulieren, unsere Leistung war heute nicht ausreichend. Wir hatten auch unsere Möglichkeiten, haben sie aber nicht genutzt“, sagte Sergio Ramos, der den Kampf um den Meistertitel aufgab: „Mit der Konstanz, die Barca zeigt und dem Vorsprung, den Barca hat, ist das ein Ding der Unmöglichkeit für uns“.

          Ramos war auch an der spielentscheidenden Szene beteiligt. In der 26. Minute ließ sich der 32-Jährige von Ivan Rakitic nach einem langen Pass von der Mittellinie überlaufen, der frühere Schalker nutzte den Freiraum, um eiskalt den Siegtreffer zu erzielen. Real-Keeper Thibaut Courtois verhinderte mit einer starken Parade gegen Luis Suarez (39.) einen höheren Pausenrückstand.

          Auf der Gegenseite stemmten sich vor allem Weltfußballer Luka Modric und Junior Vinicius gegen die Niederlage, der zuletzt stark kritisierte Toni Kroos (Bernd Schuster: „Ein Dieseltraktor“) blieb unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw unauffällig. Bei Barca war Torhüter ter Stegen weniger gefordert als im Pokal-Duell, parierte gegen Vinicius (56.) und Karim Benzema (87.) aber stark. Real drängte in der zweiten Halbzeit zeitweise auf den Ausgleich, in der brenzligsten Situation blockte Clement Lenglen einen Schuss von Vinicius ab (60.).

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