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Nationalmannschaft : Löw fordert zwei Siege und körperliche Robustheit

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Klare Forderungen: Bundestrainer Joachim Löw will das EM-Ticket souverän sichern. Bild: dpa

Trotz großer Personalsorgen will das DFB-Team in den letzten Spielen des Jahres die EM-Qualifikation perfekt machen. Dafür fordert der Bundestrainer, der sonst so viel Wert auf spielerische Lösungen setzt, mehr körperliche Robustheit.

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          Im langen dunklen Mantel schrieb Joachim Löw Autogramme für die fünf hartgesottenen Fans, die trotz Wind und Kälte vor dem noblen Hilton-Hotel in Düsseldorf ausgeharrt hatten. Nachdem sich Löw drinnen ein wenig aufgewärmt hatte, kehrte er auch für die Journalisten nach draußen zurück - mit einer klaren Ansage für den Endspurt um das EM-Ticket zum Jahresabschluss.

          „Wir werden beide Spiele daheim gewinnen und uns qualifizieren“, sagte Löw ohne den leisesten Anflug eines Zweifels vor den Heimspielen am Samstag in Mönchengladbach gegen Weißrussland und drei Tage später in Frankfurt/Main gegen Nordirland (beide 20.45 Uhr/RTL). Löw haderte zwar über die erneute Absagenflut, doch die Aussicht auf eine etwas längere Trainingswoche mache ihn „glücklich“.

          Sechs Spieler um Kapitän Manuel Neuer kehrten erst später von einem Foto-Shooting aus Berlin zurück, wo Ausrüster adidas Werbeaufnahmen für das neue weiße Heimtrikot organisiert hatte. Das Jersey mit der handgemalten Nadelstreifen-Optik und den schwarz-rot-goldenen Ärmeln kommt im Team gut an. „Es ist stylisch“, meinte Bayern-Profi Serge Gnabry. Auch England-Legionär Ilkay Gündogan fühlte sich auf Anhieb wohl, doch es sei vor allem „wichtig, dass wir in den Trikots auch viele Spiele gewinnen“. Am besten schon am Samstag.

          EM-Ticket schon am Freitag?

          Bei einem Sieg gegen die Weißrussen und einem Unentschieden oder Erfolg der Niederländer im Parallelspiel in Nordirland hätte der dreimalige Europameister das Ticket für die EM 2020 bereits am Freitagabend in der Tasche. „Wir müssen die Qualifikation dicht machen“, forderte DFB-Direktor Oliver Bierhoff.

          Löw will die Lehrgänge aber auch immer zum Einstudieren von Automatismen nutzen, und diesbezüglich verliert er wieder einmal wertvolle Zeit. Durch das Fehlen der verletzten Spieler Niklas Süle, Marco Reus, Kai Havertz, Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Marcel Halstenberg, Thilo Kehrer und Kevin Trapp muss der Bundestrainer wieder improvisieren. Emre Can ist zudem gegen Weißrussland rotgesperrt, der Einsatz von Niklas Stark wegen eines Nasenbeinbruchs noch fraglich.

          Da die zuletzt verletzten Matthias Ginter und Jonathan Tah in den Kader zurückkehrten, sieht Löw die Situation in der Innenverteidigung jedoch „etwas entspannter“. Eine Rückkehr von Rio-Weltmeister Mats Hummels kam für ihn deshalb auch nicht infrage, für die EM-Endrunde hat sich der 59-Jährige aber noch nicht endgültig festgelegt. Die Debatte wird das Team also auch im EM-Jahr begleiten.

          Rio-Weltmeister Ginter traut sich derweil die Rolle des neuen Abwehrchefs zu: „Ich bin mittlerweile mit am längsten dabei und will auch in der Nationalmannschaft vorangehen.“ Während der Mönchengladbacher als Bundesliga-Tabellenführer mit reichlich Selbstvertrauen angereist ist, muss Löw die Dortmunder Profis nach der deftigen Pleite gegen Bayern München aufbauen.

          „Gegen Bayern waren sie wirklich harmlos, das muss man so sagen“, so Löw, der mehr körperliche Robustheit auch in der DFB-Auswahl sehen möchte: „Wir haben viele Jahre auf hohem Niveau agiert und vieles spielerisch gelöst. Aber international gesehen ist in den Zweikämpfen eine unglaubliche Robustheit gefragt. Da haben wir Mängel gezeigt in den letzten Spielen.“

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          Seinem ehemaligen Assistenten Hansi Flick traut Löw derweil langfristig den Trainerjob bei Rekordmeister Bayern München zu. „Der Hansi kann das. Er hat so viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen, eine große Kompetenz und auch Empathie“, sagte Löw am Dienstag in Düsseldorf: „Das sind die besten Voraussetzungen.“ Löw, der mit Flick an seiner Seite 2014 in Brasilien den WM-Titel gewonnen hatte, führte in der vergangenen Woche ein Telefonat mit dem Interimstrainer der Bayern. „Er war sehr gelassen und ausgeglichen“, berichtete Löw, der über Flicks gelungenen Einstand nicht überrascht war: „Der Hansi hat eine klare Vorstellung, was er einer Mannschaft mitgeben will. Daher war mir klar, dass er einen guten Start haben wird.“

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