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Reform im Fußball-Weltverband : Lob aus Fifa für Niersbachs Vorschläge

  • -Aktualisiert am

Mit einem Zehn-Punkte-Plan gegen den Fifa-Skandal: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach Bild: dpa

In einem offenen Brief nennt Wolfgang Niersbach Reformvorschläge für den Fußball-Weltverband. Lob für den Vorstoß des DFB-Präsidenten gibt es umgehend – aus Reihen der Fifa.

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          Der offene Brief des Präsidenten vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), Wolfgang Niersbach, an die 26.000 Mitgliedsvereine im Land mit Reformvorschlägen für den Internationalen Fußball-Verband (Fifa) ist auf positive Resonanz gestoßen. „Es darf nicht sein, dass das Thema Reformen in den nächsten Wochen und Monaten hinter der Präsidentenwahl zurücksteht. Deshalb freut mich die Unterstützung des DFB, dass sich sein Präsident jetzt für die notwendigen Reformschritte ausspricht“, sagte der Compliance-Chef der Fifa, Domenico Scala. Der Schweizer Wirtschaftsmanager gewinnt im aktuellen Prozess mehr und mehr an Einfluss.

          Niersbach hatte betont, dass der angekündigte Wechsel an der Fifa-Spitze so schnell wie möglich vollzogen werden müsse. Der scheidende Präsident Joseph Blatter dürfe nicht die Kontrolle über den Reformprozess haben. Der DFB-Chef nannte in seinem Brief bekannte Vorschläge, die allerdings zuletzt am Votum der Nationalverbände gescheitert waren – eine Amtszeitbegrenzung für Fifa-Topfunktionäre, einen zentralen Integritäts-Check.

          Zudem kann sich Niersbach vorstellen, dass nicht mehr nur die Konföderationen (zum Beispiel Europa oder Südamerika) ihre Vertreter in den Fifa-Vorstand entsenden, sondern der gesamte Fifa-Kongress über die Mitglieder des höchsten Gremiums entscheidet. Bei zukünftigen WM-Vergaben sollen außerdem Menschenrechtsfragen in den Bewerberländern berücksichtigt werden.

          Zudem regt Niersbach eine Prüfung des Systems „Ein Land, eine Stimme“ an, um möglicherweise zu einer anderen Stimmengewichtung je nach Bedeutung des Fußballlandes zu kommen. Zudem wehrte sich der DFB-Chef gegen Spekulationen um die deutsche WM-Bewerbung für 2006. „Deutschland bekam nach acht Jahren akribischer Arbeit 2000 in einem sauberen Verfahren den Zuschlag und präsentierte sich 2006 der Welt als freundlicher, freundschaftlicher Gastgeber.“

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