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Fußball-Pause in Corona-Krise : Klopp ist begeistert und überglücklich

  • Aktualisiert am

Die Hoffnung auf den Meistertitel lebt beim FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp. Bild: EPA

Auch in England wird genau auf den Bundesliga-Neustart in der Corona-Krise geschaut. Jürgen Klopp ist beeindruckt von dem, was er sieht. Für den Liverpool-Trainer gibt es aber auch in England eine gute Nachricht.

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          Die Geisterspiele der Bundesliga haben Jürgen Klopps Lust auf Fußball in England noch einmal verstärkt. „Die Spiele waren wirklich gut“, sagte der 52 Jahre alte Teammanager des FC Liverpool den klubeigenen Medien. Er habe „super Tore, enge und klare Partien“ und „richtigen Kampf“ gesehen. Es gehe für viele Teams in Deutschland „um so ziemlich alles“ – exakt so, wie es beim Restart in England sein werde.

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          Die Premier-League-Klubs hatten am Dienstag nach wochenlanger Corona-Pause wieder das Training in Fünfergruppen starten dürfen, was Klopp laut eigener Aussage „überglücklich“ aufgenommen habe. Die Vereine hoffen auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Juni. Den Reds fehlen zum Meistertitel bei noch neun verbliebenen Partien noch zwei Siege. „Es sind nicht nur zwei, es sind zwei“, sagte Klopp, der sein Team dafür auf das höchstmögliche Level bringen will.

          Dass dies nötig ist, hat ihm das Studium der Bundesliga-Daten gezeigt. Die Werte der Spieler und Mannschaften seien „unglaublich hoch gewesen“, sagte Klopp und verwies auf Laufleistungen der Teams von 117, 118 Kilometer. „Die Teams sind  gelaufen ohne dass sie jemand dafür angefeuert hätte. Nur, weil du es willst, weil du es für deine Teamkollegen tust. Das ist genau das, was wir auch tun müssen“, sagte er. Ohne die Fans werde seinem Team aber „der beste Arschtritt der Welt im richtigen Moment“ fehlen.

          Sobald es auch in England wieder losgeht, werde auch Liverpool „rennen und kämpfen füreinander, zu 100 Prozent.“ Die Rückkehr nach der Corona-Pause sei für seine Spieler beim Tabellenführer der Premier League „ein bisschen wie eine Rückkehr nach einer Verletzung. Die Jungs sind fit, wenn man ihre Ausdauer anschaut – sie könnten wahrscheinlich einen Marathon laufen – aber wenn man wieder Fußball spielt, sieht man, wie anders das ist.“

          Klopp, der immer noch von der ersten Meisterschaft des FC Liverpool seit 30 Jahren träumt, muss sich aber noch etwas gedulden. Erst einmal ist in England nur kontaktloses Training mit wenigen Spielern gleichzeitig auf dem Platz erlaubt und jeder Spieler darf höchstens 75 Minuten auf dem Feld stehen – die sogenannte Stage One, auf die sich die 20 Klubs am Montag geeinigt hatten. „Es sieht so aus, als ob es bald wieder möglich wäre – und in Deutschland ist es schon möglich – ohne Zuschauer zu spielen.“

          „Ich konnte es schon eine Weile nicht mehr erwarten“, sagte Klopp am Dienstag. Er liebe es wirklich, mit seiner Frau Ulla gemeinsam im Haus mal andere Dinge zu machen, ergänzte Klopp. Aber er sei eben Fußballtrainer und wolle auch mit „den Jungs“ zusammen sein und arbeiten. „Dass der Fußball kurz vor dem Comeback steht, ist auch ein gutes Signal für die Menschen.“ Stufenweise soll in England wieder hochgefahren und Zweikämpfe schrittweise erlaubt werden. Die Einhaltung der Regeln wird von Liga-Mitarbeitern kontrolliert.

          Am Dienstagnachmittag gab es dann erstmals belastbare Zahlen, welche die Schwierigkeiten für eine Saisonfortsetzung aufzeigten. Bei 748 Tests in der gesamten Liga traten sechs Corona-Fälle bei insgesamt drei Klubs auf. Namen der betroffenen Personen oder der Vereine nannte die Premier League in ihrer Mitteilung nicht.

          Liga-Chef Richard Masters dämpfte derweil die Erwartungen an einen Restart am 12. Juni, der bislang als möglicher Termin gegolten hatte. Dies sei mehr ein Eckdatum gewesen. „Es hängt wirklich davon ab, wann wir mit Vollkontakt trainieren können – und wir haben noch einen Prozess zu durchlaufen, bevor das passieren kann. Wir müssen natürlich flexibel bleiben“, sagte er. Die Saison könnte also in den August hineinreichen.

          Zudem ist ein möglicher Abbruch auch noch nicht vom Tisch. Es wäre das Schreckensszenario der Liverpooler, welche die Tabelle vor der Unterbrechung mit 25 Punkten anführten. Klopp fände ein vorzeitiges Ende der für die Reds bislang so erfolgreichen Spielzeit ohne Wertung „persönlich ungerecht“, sagte er im Leadership-Talk der DFB-Akademie. Der frühere Erfolgstrainer von Borussia Dortmund ist überzeugt, dass ein erfolgreicher Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb möglich ist. „Die Trainingszentren der Vereine werden die sichersten Orte sein, da wird sich niemand anstecken“, so Klopp.

          Steve Bruce, Teammanager von Newcastle United, pflichtete dem Deutschen bei. „Was die Sicherheit betrifft, hat alles seine Ordnung“, sagte der Coach: „In Phase eins dürfen wir mit vier bis fünf Spielern auf den Rasen, also hat jeder Spieler ein Viertel des Platzes für sich.“ Social Distancing sei somit „kein Problem“. Wann wieder komplettes Mannschaftstraining möglich sein wird, war dagegen weiter unklar.

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