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Internationaler Fußball : Liverpool wackelt, fällt aber nicht

  • Aktualisiert am

Zwei Torschützen und ein glücklicher Coach: Divock Origi, Jürgen Klopp und Virgil van Dijk (v.l.) sind mit Liverpool weiter im Meisterschaftsrennen. Bild: Reuters

Der FC Liverpool hat mit einem Sieg gegen Newcastle im Kampf um die Meisterschaft vorgelegt und setzt somit Manchester City unter Druck. Eine womöglich schwere Verletzung überschattete jedoch die Endphase der Begegnung.

          Joker Divock Origi hat den FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp vor einem herben Rückschlag im Kampf um den Meistertitel in der englischen Premier League bewahrt. Der kurz zuvor für den verletzten Stürmerstar Mohamed Salah eingewechselte Angreifer erzielte am vorletzten Spieltag in der 86. Minute den Siegtreffer für die Reds bei Newcastle United. Durch den 3:2 (2:1)-Erfolg eroberte Liverpool am Samstagabend zumindest vorübergehend die Tabellenführung und hat nun zwei Punkte Vorsprung auf Manchester City. Das Team von Coach Pep Guardiola kann mit einem Sieg am Montag zu Hause gegen Leicester City aber wieder an der Klopp-Mannschaft vorbeiziehen.

          In einem packenden Duell hatte Abwehrchef Virgil van Dijk Liverpool früh in Führung gebracht (13.). Christian Atsu glich jedoch sieben Minuten später für Newcastle aus, ehe Salah das 2:1 gelang (28.). Nach dem Seitenwechsel traf Salomón Rondón zum 2:2 (54.). Eine gute Viertelstunde vor dem Ende verletzte sich Salah, musste vom Platz getragen werden und wurde durch Origi ersetzt – der Belgier avancierte zum Matchwinner.

          Champions-League-Halbfinalist Tottenham Hotspur muss derweil um die abermalige Qualifikation für die Königsklasse zittern. Nach Roten Karten für Heung-Min Son (43. Minute/Tätlichkeit) und Juan Foyth (48./Foulspiel) unterlagen die Spurs am Samstag beim AFC Bournemouth mit 0:1 (0:0). Nathan Aké erzielte für die Gastgeber den entscheidenden Treffer in der ersten Minute der Nachspielzeit. Am Mittwoch steht für die Londoner das Rückspiel im Semifinale der Champions League bei Ajax Amsterdam an. Den ersten Vergleich hatten die Niederländer 1:0 gewonnen.

          Englischer Profi-Fußball verliert ältestes Mitglied

          Tottenham ist mit 70 Punkten weiter Dritter der Premier League und hätte die Königsklassen-Qualifikation mit einem Sieg in Bournemouth sicher gehabt. Nun kann der FC Chelsea mit einem Sieg gegen Watford am Sonntag vorbeiziehen und der FC Arsenal mit einem Erfolg gegen Brighton and Hove Albion bis auf einen Punkt herankommen. Am letzten Spieltag brauchen die Spurs gegen Everton nun wieder einen Sieg, um als Dritter oder Vierter sicher in die Champions League einzuziehen.

          Cardiff City steigt nach nur einer Spielzeit wieder aus der Premier League ab. Der Aufsteiger aus Wales musste sich Crystal Palace mit 2:3 (1:2) geschlagen geben und hat vor dem letzten Spieltag keine Chance mehr auf den Klassenverbleib. Zuvor standen schon der FC Fulham und Huddersfield Town mit dem deutschen Trainer Jan Siewert als Absteiger aus der höchsten englischen Liga fest. Den direkten Aufstieg sicherten sich bereits Norwich City mit dem deutschen Coach Daniel Farke und Sheffie

          Der englische Profi-Fußball verlor unterdessen sein ältestes Mitglied. Notts County steht nach einer 1:3-Niederlage bei Swindon Town als Absteiger der viertklassigen League Two fest und muss damit erstmals seit 131 Jahren ab kommender Saison in den Niederungen des englischen Fußballs antreten. Der Klub aus Nottingham wurde 1862 gegründet und gilt als ältester Profiverein der Welt. Seit 1888 spielte der Klub ununterbrochen in einer der vier englischen Profiligen. Den größten Erfolg feierte der Stadtrivale des viel erfolgreicheren Nachbarn Nottingham Forest 1894 mit dem Gewinn des FA Cup.

          In Schottland sicherte sich Celtic Glasgow zum 50. Male die Fußballmeisterschaft. Der Champion setzte sich am Samstag mit 3:0 (1:0) beim FC Aberdeen durch und ist mit 84 Punkten zwei Spieltage vor Ende der Meisterrunde nicht mehr vom zweitplazierten Stadtrivalen Glasgow Rangers (72 Punkte) von der Spitze zu verdrängen. Es ist bereits der achte in Serie für die Grün-Weißen. Mit 54 Titeln sind die Rangers aber weiter Rekordmeister, sie empfangen erst am Sonntag Hibernian Edinburgh.

          PSG schwächelt weiter

          Die Führung für das Team von Coach Neil Lennon, das im Jahr 2019 weiter ungeschlagen ist, schoss der 75-fache schwedische Nationalspieler Mikael Lustig nach 40 Minuten, Jozo Simunovic legte nach 53 Minuten vor 15 189 Zuschauern nach, ehe Odsonne Édouard mit seinem Treffer in der 89. Minute die Meisterschaft endgültig perfekt machte. Nach dem Gewinn des Liga-Cups (1:0 gegen Aberdeen im Dezember 2018) kann Celtic im Pokalfinale am 25. Mai gegen Heart of Midlothian im Glasgower Hampden Park das Triple perfekt machen.

          Der bereits feststehende französische Meister Paris Saint-Germain hat derweil seine sportliche Schwächephase fortgesetzt. Das Starensemble von Trainer Thomas Tuchel kam am Samstag in der Liga vor heimischer Kulisse gegen OGC Nizza nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und hat nun drei Pflichtspiele in Serie nicht gewonnen. Ignatius Ganago brachte die Gäste aus Südfrankreich kurz nach der Pause in Führung. Der Brasilianer Neymar glich nach einer Stunde für PSG per Elfmeter aus.

          An dem Remis konnte auch der deutsche Nationalspieler Julian Draxler, der in der Startelf stand und in der 66. Minute ausgewechselt wurde, nichts mehr ändern. Die Riesenchance zum Sieg vergab Edinson Cavani in der Nachspielzeit per Strafstoß. Eine Woche zuvor hatten die Hauptstädter das Pokalfinale gegen Außenseiter Stade Rennes im Elfmeterschießen verloren. Anschließend gab es in der Liga eine 2:3-Niederlage in Montpellier.

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