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Eurogoals : Nur Messi und Ronaldo sind in Clásico-Form

Wenigstens einer trifft für Real Madrid: Cristiano Ronaldo. Bild: AFP

Schlechte Laune bei Real und Barca vor dem großen Duell. Klopp ist mächtig stolz. Bei Juve läuft alles schief. Und das verrückteste Spiel gibt es in Wales. Sehen Sie alle Höhepunkte des Fußball-Wochenendes im Video.

          Der Countdown in Spanien tickt. Am nächsten Samstag (16.15 Uhr) steigt endlich der erste Clásico der Saison: FC Barcelona gegen Real Madrid. Doch die Laune bei den beiden Schwergewichten der Primera División ist nicht die beste. Dabei beklagen die Königlichen das Verletzungspech: Nach Toni Kroos, der mit einem Haarriss im Mittelfuß einige Wochen ausfällt, musste sich zuletzt Gareth Bale einer Knöcheloperation unterziehen. Er fehlt wohl etwa zwei Monate. Bei den Katalanen indes läuft es sportlich nicht: Der Rückstand auf Real beträgt vor dem Gipfeltreffen schon sechs Punkte.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Dass es nicht gar sieben sind, verdankt Barcelona Lionel Messi und dem Schiedsrichter. Dieser erkannte ein reguläres Tor des Gegners nicht an. Und der Argentinier sicherte mit seinem Ausgleich zum 1:1 bei Real Sociedad San Sebastián immerhin noch einen Punkt. Dabei wusste die Mannschaft von Luis Enrique, wie schwierig die Aufgabe im Baskenland traditionell ist. Seit Mai 2007 hat Barça nicht mehr im San Sebastián gewonnen. Willian José brachte die Hausherren in Führung. Es dauerte aber nicht lange, bis Messi zum neunten Mal in dieser Saison traf. Immerhin er ist in Form. Doch reicht das im Clásico?

          Auch Real Madrid tat sich ohne seine verletzten Stars schwer im Heimspiel gegen Aufsteiger Sporting Gijon. Zunächst sah alles nach dem souveränen Erfüllen einer Pflichtaufgabe aus. Cristiano Ronaldo brachte die „Königlichen“ mit einem Elfmeter und einem Kopfballtor früh in Führung. Doch nach dem Anschlusstor durch Carlos Carmona entglitt Real die Partie bei sintflutartigem Regen immer mehr. Besonders gefährdet war der Sieg, als Gijon einen Elfmeter bekam. Doch Duje Cop jagte den Ball über das Tor. So liegt Real sechs Punkte vor Barcelona und dem FC Sevilla, der Valencia 2:1 besiegte.

          In England verlor Tottenham erstmals. Im Topspiel bei Chelsea ging der Gast durch Christian Eriksens Schuss in Führung. Doch danach drehten die „Blues“ das London-Derby, weil Pedro den Ball nach 360-Grad-Pirouette ins Eck zirkelte und die Spurs Victor Moses im Strafraum übersahen. Chelsea bleibt nach dem siebten Sieg in Serie Tabellenführer, mit einem Punkt vor Liverpool und Manchester City. Das Team von Pep Guardiola, das ohne den geschonten Ilkay Gündogan durch Tore von Sergio Agüero 2:1 beim FC Burnley siegte, empfängt Chelsea am nächsten Samstag zum Spitzenkampf.

          Jürgen Klopp durfte mächtig stolz sein auf seine Mannschaft. Denn dem FC Liverpool meisterte nach Aussage des Trainers „die schwierigste Aufgabe im Fußball weltweit“. Dabei hieß der Gegner nur AFC Sunderland – der Letzter der Premier League. Klopp fragte sich, „ob ich jemals ein defensiveres Team gesehen habe“. Tatsächlich taten sich die „Reds“ lange schwer, was auch am frühen Aus für Philippe Coutinho lag. Erst der für den verletzten brasilianischen Spielmacher eingewechselte Divock Origi knackte das Bollwerk, James Milner legte per Elfmeter nach – und Liverpool lauert als Zweiter hinter Chelsea.

          Zwei Punkte weniger als Liverpool hat Arsenal. Die „Gunners“ sind nun seit 19 Spielen ungeschlagen, mühten sich aber zum 3:1 über Bournemouth. Bei der Führung durch Alexis Sanchez profitierten die Londoner von einem haarsträubenden Abwehrfehler, dann kassierten sie den Ausgleich per Elfmeter von Callum Wilson nach Foul von Nacho Monreal. Theo Walcott und wieder Sanchez nach Vorlage von Mesut Özil in der Nachspielzeit sorgten doch noch für die drei Punkte. Zuvor aber hatte Arsenal Glück, als Monreal den Ball gegen den Arm bekam, diesmal jedoch kein Strafstoß gegeben wurde.

          Vom Kampf um den Titel kann Manchester United nur träumen. Als Sechster liegen die „Red Devils“ elf Punkte hinter Chelsea. Dafür gab es eine Überraschung vor der Partie: Erstmals in dieser Saison stand Bastian Schweinsteiger im Kader. Dabei war der Weltmeister eigentlich aussortiert. Spielen durfte er beim 1:1 gegen West Ham United nicht – und war trotzdem näher am Spiel dran als sein Trainer. José Mourinho wurde, nachdem er mit einem sauberen Spannstoß eine Trinkflasche aus seiner Coaching Zone getreten hatte, auf die Tribüne verwiesen. Zlatan Ibrahimovic traf nur den Ball und erzielte den Ausgleich. Zu mehr reichte es trotz einer starken Leistung für Manchester aber nicht.

          Das verrückteste Spiel der englischen Liga am vergangenen Wochenende fand aber in Wales statt. Swansea City als Letzter und Crystal Palace, auch im Tabellenkeller zu Hause, waren noch nicht durch hohe Fußballkunst aufgefallen. Doch ihr Duell bot große Unterhaltung und jede Menge Dramatik. Zur Pause stand es noch 1:1, doch dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Am Ende hatten die Fans gar neun Tore gesehen. Das letzte beim 5:4-Spektakel fiel erst in der Nachspielzeit für Swansea durch den in der zweiten Halbzeit eingewechselten Stürmer Fernando Llorente.

          Einen völlig gebrauchten Tag erwischte Juventus. Der italienische Meister verlor bei CFC Genua das Spiel und zwei Spieler: Abwehrchef Leonardo Bonucci musste mit einer Muskelblessur ausgewechselt werden, später erlitt Außenverteidiger Dani Alves einen Wadenbeinbruch. Der Brasilianer fällt lange aus. Dass der Spitzenreiter aus Turin 1:3 unterlag, lag vor allem an einem: Früh traf Giovanni Simeone doppelt – er ist der Sohn von Atlético-Madrid-Trainer Diego Simeone. Dazu unterlief Alex Sandro noch ein Eigentor. Und der später ausgewechselte Sami Khedira vergab frei aus vier Metern.

          Zwar liegt Serienmeister Juventus in der Tabelle immer noch vorne, doch die Verfolger rücken näher. Atalanta Bergamo (2:0 beim FC Bologna) und Lazio Rom (1:0 bei US Palermo) liegen noch fünf Punkte zurück. Der Rückstand vom AC Mailand (4:1 beim FC Empoli) und AS Rom (3:2 gegen Pescara Calcio) beträgt vier Zähler. Dass der Klub aus der Hauptstadt auf Platz zwei liegt, hat er vor allem einem zu verdanken: Edin Dzeko erzielte einen ganz frühen Doppelpack. Damit hat der frühere Wolfsburger Bundesliga-Stürmer in 14 Spielen schon zwölf Tore erzielt – niemand ist in der Serie A derzeit besser.

          Auf einen Dreikampf läuft das Titelrennen in Frankreich hinaus. Spitzenreiter OGC Nizza, dem 0:2 bei Schalke aus der Europa League ausgeschieden, AS Monaco, mit Bayer Leverkusen ins Achtelfinale der Champions League eingezogen, und Paris St. Germain sind der Konkurrenz davongezogen. Während der Klubs aus der Hauptstadt ohne Torwart Kevin Trapp in Lyon dank Edinson Cavanis Doppelpack 2:1 siegte, kam Nizza nur zu einem 1:1 gegen Bastia. Durch das 4:0 über Marseille schraubte Monaco sein Konto auf 43 Treffer in 14 Partien – ein starker Wert für die sonst eher torarmen Ligue 1.

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