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PSG holt Lionel Messi : Der größte Klunker von Paris

Da ist er! Lionel Messi am Mittwoch bei seinem Start in Paris. Bild: Reuters

Paris ist ein Weltklub. Messi ein Weltfußballer. Seine Vorstellung deshalb: ein Weltereignis. Die Transfersaga um den Weltstar bedient alle Erwartungen. Und die Zahlen gehorchen einem eigenen Zauber.

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          Auftritt Lionel Messi. Schwarzer Anzug, dunkelblaue Krawatte. Seine erste Pressekonferenz als Spieler von Paris Saint-Germain. Er grinst, er strahlt, er lacht, noch bevor er das erste Wort gesprochen hat. Ein Klubmitarbeiter reicht ihm einen Kopfhörer, damit er dem Übersetzer zuhören kann. Dann sagt Messi, was Fußballspieler so sagen, wenn sie bei einem neuen Verein antreten. Wie froh er sei, nun hier zu sein. Wie freundlich ihn alle empfangen hätten. Und wie groß seine Ambitionen bei und mit dem neuen Arbeitgeber seien. „Ich habe dieselbe Leidenschaft und dieselbe Lust, für diesen Klub zu spielen, wie ich sie am Anfang meiner Karriere verspürt habe.“

          Pirmin Clossé
          Sportredakteur.

          Rückblende, drei Tage zuvor. Auch hier: Auftritt Lionel Messi. Dunkelblauer Anzug, dunkelblaue Krawatte. Seine letzte Pressekonferenz als Spieler des FC Barcelona, obwohl er das vertraglich gesehen schon gar nicht mehr ist. Er schluchzt, er schnieft, er weint, noch bevor er das erste Wort gesprochen hat. Seine Frau, die mit den drei gemeinsamen Kindern in der ersten Reihe sitzt, reicht ihm ein Taschentuch. Dann sagt Messi, was er als Fußballer nie sagen wollte: auf Wiedersehen. „Ich bin nicht auf so etwas vorbereitet. Wir alle wollten unbedingt hier bleiben. Zu Hause. In unserem Haus. Ich war mein ganzes Leben hier.“

          Es genügt allein die zeitliche Nähe zwischen beiden Ereignissen, um zu verdeutlichen, dass hier ein wirklich außergewöhnlicher Fußball-Transfer vollzogen wurde. Lionel, genannt „Leo“ Messi ist einer der größten Superstars, den die Welt zu bieten hat. Er schien auf ewig mit dem FC Barcelona verbunden, jenem Klub, der ihn einst als 13-jähriges Kind aus Rosario in Argentinien in die eigene Akademie geholt hatte. Ein Klub, mit dem er 35 bedeutsame Titel gewann und in dessen Diensten er selbst sechsmal als bester Spieler der Welt ausgezeichnet wurde. Messi war Barcelona, Barcelona war Messi. 21 Jahre lang.

          „Die Ziele sind dieselben“

          Am Mittwoch, in Paris, gab sich der 34-Jährige Mühe, diesen inneren Konflikt noch einmal zu betonen. „Es war sehr kompliziert, Barcelona zu verlassen. Ich wusste nicht, wohin ich soll“, sagte er. Dass die Wahl dann trotzdem derart schnell auf den Nobelklub PSG fiel, habe allerdings Gründe. Messi sagt: „Meine Ziele und die Ziele von Paris sind dieselben.“

          Außerdem, dass er „Freunde hier“ habe. Ganz konkret nennt er den Brasilianer Neymar, der „großen Einfluss“ auf seine Entscheidung genommen habe. Dazu Trainer Mauricio Pochettino, einen Landsmann, den er „schon sehr lange kenne“. Am Ende sei der Entschluss, den „Neuanfang in meinem Leben“ in Frankreichs Hauptstadt zu wagen, deshalb beinahe zwangsläufig gewesen: „Es war sehr leicht“, sagt Messi. Und lacht.

          Der Argentinier veredelt als vermeintlich größter Klunker das diamantbesetzte Schmuckstück, das der PSG-Kader ohnehin schon ist. Eine Sturmreihe mit ihm, Neymar und Frankreichs Weltmeister Kylian Mbappé klingt nach Weltauswahl – mehr noch, wenn dahinter im Mittelfeld der italienische Europameister Marco Verratti Regie führt, der Spanier Sergio Ramos die Abwehr organisiert und Italiens EM-Held Gianluigi Donnarumma im Tor steht.

          Die Rückeroberung der französischen Meisterschaft nach einem Jahr, in dem man überraschend dem OSC Lille den Vortritt hatte lassen müssen, ist für dieses Starensemble nur eine lästige Pflichtnummer. Denn obwohl auch Messi am Mittwoch immer wieder von „Titeln“, Mehrzahl, sprach, die er mit dem Verein gewinnen wolle, ist jedem klar, dass im Grunde nur ein Titel, Einzahl, wirklich zählt: die Champions League, die PSG trotz immenser finanzieller Anstrengungen auch zehn Jahre nach der Übernahme durch die qatarische Investorengruppe QSI noch immer nicht gewonnen hat.

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