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Ärger um Linzer ASK : Harte Strafe nach Fußball-Skandal in Österreich

  • Aktualisiert am

Die Mannschaft des Linzer ASK rutscht von Platz eins auf zwei ab durch die Strafe. Bild: Reuters

In Österreichs Profifußball ist wegen Corona nur Training in Kleingruppen erlaubt. Tabellenführer Linz hält sich nicht daran. Videos beweisen den Regelbruch. Nun wird der Klub bestraft – und wehrt sich.

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          Der österreichische Fußball-Bundesligaverein Linzer ASK mit Trainer Valérien Ismaël ist nach dem Skandal um verbotene Mannschaftstrainings in Corona-Zeiten bestraft worden. Der Klub wurde am Donnerstag vom Senat 1 der österreichischen Bundesliga mit einem Abzug von sechs Punkten und einer Geldstrafe von 75.000 Euro belegt. Das gab der Senat 1 der österreichischen Bundesliga am Donnerstag auf einer virtuellen Pressekonferenz bekannt.

          Begründet wurde das Urteil mit Verstößen gegen den Grundgedanken des Fairplay. Der LASK will die Strafe nicht hinnehmen und kündigte Einspruch an. „Dem LASK werden sechs Punkte für die laufende Meisterschaft abgezogen und zwar bezogen nach Halbierung der Punkte. Sollte es zu einem Abbruch der Meisterschaft kommen, werden die sechs Punkte nach dem Grunddurchgang abgezogen“, sagte der Senatsvorsitzende Dr. Manfred Luczensky.

          Durch den Punktabzug rutschte der Verein von Platz eins auf zwei und liegt vor der Fortsetzung der Saison vom 2. Juni an nun drei Zähler hinter dem Serienmeister RB Salzburg. In der österreichischen Liga stehen noch zehn Spieltage aus. An diesem Freitag beginnt der Profifußball in Österreich wieder mit einem Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Pokalfinale in Klagenfurt stehen sich Salzburg und Austria Lustenau (20.45 Uhr) gegenüber.

          Österreichs Fußball-Bundesliga hatte am 14. Mai ein Verfahren gegen den LASK eingeleitet. Der Liga waren Videos übermittelt worden, die eine Trainingseinheit des Vereins zeigten. Statt des zu dem Zeitpunkt nur in Kleingruppen erlaubten Trainings war darauf ein Mannschaftstraining zu sehen. Der Klub räumte später ein, viermal unrechtmäßig Mannschaftstrainings abgehalten zu haben. Der ehemalige Bayern- und Werder-Profi Ismaël als LASK-Trainer und auch Vizepräsident Jürgen Werner baten um Entschuldigung dafür bei einer Pressekonferenz.

          Die Geldstrafe von 75.000 Euro entfällt, wenn das Team „50.000 Euro an den ÖFB-Hilfsfond für heimische Fußballvereine überweist“, so Luczensky. Man sei zu dem Urteil gekommen, „dass der LASK an vier verschiedenen Tagen Meisterschaftstraining mit mehr als sechs Kaderspielern gemeinsam und mit uneingeschränktem Körperkontakt durchgeführt hat“, erklärte Luczensky. Der wegen der Corona-Krise unterbrochene Spielbetrieb in Österreich wird am 2. Juni wieder aufgenommen.

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