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Prügelvorwürfe gegen Spahic : Bayer will „schonungslose Aufklärung“

  • Aktualisiert am

„Es hat einen Vorfall mit Spahic gegeben“, bestätigte Bayer Leverkusen. Bild: AFP

Der Leverkusener Verteidiger Emir Spahic soll bei einer Schlägerei nach dem Pokalspiel gegen Bayern München heftig zugelangt haben. Seine Opfer: Die Ordner im eigenen Stadion. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.  

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          Nach dem Viertelfinale im DFB-Pokal zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München (3:5 i.E.) ist es in der Bay-Arena zu einer Prügelei zwischen Bayer-Verteidiger Emir Spahic und Ordnern gekommen. „Es hat einen Vorfall gegeben, an dem auch Spahic beteiligt war. Die Polizei musste einschreiten. Die Kölner Staatsanwaltschaft wird ein Ermittlungsverfahren einleiten“, bestätigte Bayer-Sprecher Dirk Mesch am Donnerstag. Über weitere Details der Geschehnisse wollte der Fußball-Bundesligaklub keine Angaben machen.

          Die „Bild“-Zeitung veröffentlichte auf ihrer Homepage ein Video, in dem eine Auseinandersetzung zu sehen ist. Mehrere Männer prügeln sich mit Ordnern. Bei einem von ihnen – der unter anderem eine Kopfnuss und einen heftigen Faustschlag austeilt – soll es sich um Spahic handeln. Bayer Leverkusen wollte das Video nicht kommentieren, deutete jedoch an, dass bei belastbaren Beweisen disziplinarische Maßnahmen gegen den Profi möglich seien.

          „Bayer 04 wird die schonungslose Aufklärung unterstützen. Wenn die Ergebnisse der Ermittlungen vorliegen, werden wir auch vereinsinterne Sanktionen prüfen“, sagte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade der „Bild“. In einer offiziellen Mitteilung ergänzte Bayer Leverkusen am Freitagvormittag, dass der Verein auch interne Sanktionen überprüfen werde, wenn die Ergebnisse vorliegen. Emir Spahic werde sich aber unabhängig davon „auch im Namen seiner Gruppe bei den betroffenen Ordnern persönlich entschuldigen“.

          Schmidt spricht in Vergangenheitsform

          Trainer Roger Schmidt äußerte sich am Freitag in der Pressekonferenz bestürzt. „Das ist für mich schwer nachvollziehbar“, sagte Schmidt. Nicht nur er sei schockiert, „er selbst ist es auch“, meinte der Coach über Spahic, der laut Schmidt in Mannschaftskreisen kurz über den Vorfall berichtet hatte.

          Vereinsinterne Konsequenzen für den 34-jährigen Spahic scheinen unausweichlich, zumal die Kölner Staatsanwaltschaft ermitteln wird. Schmidt wirkte bedrückt, als er vor Medienvertretern zu den Vorkommnissen Stellung bezog: „Er ist ja mein Spieler, den ich so überhaupt nicht kenne.“ Auf die Frage, ob Spahic überhaupt noch tragbar sei, sagte Schmidt, er müsse sich erst ein umfassendes Bild machen. „Die Spieler sind mir heilig, ich muss sie schützen.“ Im Verlauf der Pressekonferenz am Freitag entfuhr Schmidt ein bemerkenswerter Satz zu Spahic: „Er war ein wichtiger Spieler“, meinte Schmidt in der Vergangenheitsform.

          Kein Einsatz in Mainz

          In der Partie beim FSV Mainz 05 an diesem Samstag wird Innenverteidiger Spahic wegen einer Verletzung (Syndesmose) fehlen. Eine Operation ist nicht geplant. Der Heilungsprozess werde zwei bis vier Wochen dauern. Schmidt: „Es ist theoretisch möglich, dass er in dieser Saison noch spielen kann.“ Die Blessur, unter der Spahic aktuell leidet, sei „keine taktische Verletzung“, kommentierte Sprink.

          Sicherheitskräfte sollen am Mittwochabend angeblich Spahics Unmut provoziert haben, weil sie seinen Freunden den Zutritt zum Kabinentrakt verwehrten. Das Ganze hatte sich im Bereich vor der Haupttribüne abgespielt. In die Schlägerei waren mehrere Männer und Bayer-Ordner verwickelt. Bei einem der Beteiligten, der unter anderem eine Kopfnuss und einen heftigen Faustschlag austeilt, soll es sich um Spahic handeln. Bayer wollte das Video zunächst nicht weiter kommentieren, deutete jedoch an, dass bei belastbaren Beweisen disziplinarische Maßnahmen gegen den Profi möglich seien.

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