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1:0 in Mönchengladbach : Leverkusen wahrt den Kurs auf Berlin

  • -Aktualisiert am

Hand aufs Herz: Leon Bailey macht derzeit, was er will Bild: AP

Leon Baileys Lauf findet in Mönchengladbach eine Fortsetzung: Bayer Leverkusen zieht dank seines Stürmers ins Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

          Im Oktober noch hatten die Fußballprofis von Bayer Leverkusen ihren Gegner geradezu gedemütigt – mit einem 5:1 im Borussia-Park. Diese Schmach wollten die Mönchengladbach Borussen im DFB-Pokal unbedingt tilgen – es gelang ihnen trotz eines leidenschaftlichen Auftritts nicht. So klar wie vor ein paar Wochen fiel das Ergebnis zwar bei weitem nicht aus, aber wieder triumphierte Bayer. Beim 1:0 am Mittwochabend genügte Leverkusen das Tor von Leon Bailey in der 70. Minute, um Gladbach entscheidend zu treffen und Bayer ins Viertelfinale des nationalen Pokalwettbewerbs zu befördern. Die Gladbacher Fans, zuletzt hart kritisiert von Manager Max Eberl für zu kritische Beurteilung des Teams, verabschiedeten ihre Lieblingsmannschaft dennoch mit viel Beifall in die Winterpause.

          „Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, aber zur Mannschaftsleistung gehört auch die Chancenverwertung“, sagte Gladbachs Verteidiger Matthias Ginter. Leverkusens Sportchef Rudi Völler sagte: „Es war nicht unser bestes Spiel. Aber so muss es auch mal gehen, mit Kampf und Leidenschaft.“ 

          DFB-Pokal
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          Aufgrund starken Verkehrsaufkommens hatte die Partie zehn Minuten später begonnen als geplant, auf dem Rasen dagegen legten beide Mannschaften von Beginn an ein beachtliches Tempo vor und lieferten sich einen schwungvollen Schlagabtausch mit zunächst ausgeglichenen Spielanteilen. Zur Pause wunderte sich das Publikum nur darüber, dass noch kein Tor gefallen war. Die Profis waren sich und ihren jeweiligen Fans nur eins schuldig: Sorgfalt im Abschluss. Gelegenheiten zum Führungstreffer hatten sich auf beiden Seiten eröffnet.

          Die Gladbacher wirkten ein wenig zweikampfstärker, verliehen ihren Vorstößen etwas mehr Wucht und spielten allein in den ersten fünfundvierzig Minuten ein halbes Dutzend Chancen hinaus, sahen sich aber einem glänzend aufgelegten Bernd Leno im Bayer-Tor gegenüber, der mehrmals prächtige parierte.

          Havertz im Glück

          Auch die Leverkusener trugen mit einer anfangs offensiven Ausrichtung zum Unterhaltungswert dieses Pokalabends bei und hätten in Führung gehen können. Sie konnten sich allerdings glücklich schätzen, nach 35 Minuten nicht in Unterzahl weiterspielen zu müssen. Kai Havertz, der schon verwarnt war, hätte nach einem Ellenbogenstoß gegen Matthias Ginter „Gelb-Rot“ sehen können, kam aber, sehr zum Ärger des Gegners, mit einer (letzten) Ermahnung davon. Bayer-Trainer Heiko Herrlich wechselte den Mittelfeldspieler vorsichtshalber zur Pause aus.

          Auch später gingen die Leverkusener, sonst für ihr gefälliges Spiels bekannt, gelegentlich rustikal in die Zweikämpfe und erzeugten so eine hitzige Atmosphäre auf den Rängen. Dennoch verstärkte Mönchengladbach nach der Pause den Druck. Die Borussen versuchten mit beträchtlichem Aufwand, einen Treffer zu erzwingen. Aber auch als Hazard frei vor Leno zum Schuss kam, hielt der Torhüter die „Werkself“ im Spiel (52.). Wie sehr Leno und seine Vorderleute auch in Bedrängsnis gerieten – die Leverkusener lauerten abgebrüht auf ihre (Konter-)Chance.

          Und das Warten lohnte sich für sie. Zwanzig Minuten vor Ultimo vollendete Bailey einen der vereinzelten Gegenstöße mit dem überraschenden Führungstor. Gladbach stemmte sich mit viel Energie gegen das Aus, vermochte es aber nicht mehr abzuwenden, gegen die Leverkusener, die clever und mit Fortune verteidigten. Kurz vor Schluss vergab Jannik Vestergaard die letzte große Chance, eine Verlängerung herbeizuführen. „So ist Fußball“, sagte Borussen-Schlussmann Sommer. „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

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