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„Erniedrigung“ im Frauenfußball : Dienstags in Doncaster

Nichts zu holen für Alina Sklemenova im lettischen Tor gegen England Bild: Reuters

Laura Sinutkina, 18 Jahre alt, und Alina Sklemenova, 17, hatten eine schwierige Woche. 0:20 gegen England, da fragt sich nicht nur ein lettischer Vater, welchen Wert solche Qualifikationsspiele haben.

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          Laura Sinutkina, 18 Jahre alt, und Alina Sklemenova, 17, hatten eine schwierige Woche, insbesondere einen schwierigen Dienstag. Sinutkina und Sklemenova standen im Tor, im lettischen, und das lettische Tor stand in Doncaster, South Yorkshire. Fußball, WM-Qualifikation.

          In der ersten Hälfte trafen die Engländerinnen acht Mal, in der zweiten, nun stand an Sinutkinas Stelle Sklemenova im Tor, zwölf Mal. Zwanzig zu null nach neunzig Minuten, und nicht nur die englischen Zeitungen fragten sich, wie viel Sinnhaftigkeit in solchen Qualifikationsspielen steckt. Gute Frage.

          Fand auch ein Vater der beteiligten lettischen Spielerinnen. Seine Tochter trainiere zweimal in der Woche, zwischen Schule und Arbeit, schrieb er in einem Leserkommentar unter dem Spielbericht des „Guardian“. Es müsse doch bessere Möglichkeiten geben, die Qualifikation zu organisieren und „kleine Fußball-Länder zu unterstützen“, wie er es ausdrückte. „Die Mädchen sollten sich ohne überflüssige Erniedrigungen entwickeln können. Dieses Geschäft hat etwas an sich, das nicht wirklich gesund ist.“

          Eines aber war ihm ebenso wichtig: „Ich bin wirklich stolz auf die Spielerinnen. Sie haben ihr Bestes gegeben, selbst als es 20:0 stand.“ Mehr geht nicht.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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