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Spekulation um Leroy Sané : „Das war’s für die Bayern-Fragen“

  • Aktualisiert am

Über einen Transfer zu den Bayern möchte Leroy Sané derzeit nicht sprechen. Bild: EPA

Beim WM-Debakel fehlte er noch. Nun ist Leroy Sané der Gewinner im Nationalteam. Am 8:0-Sieg über Estland hat er großen Spaß. Als die Sprache auf einen Transfer nach München kommt, wird er schlagartig wortkarg.

          Beim Topthema Zukunft und Bayern München wurde Leroy Sané schlagartig wortkarg. Mit leuchtenden Augen sprach der größte Gewinner der deutschen Länderspielsaison zunächst auskunftsfreudig über seine neue Lust an der Fußball-Nationalmannschaft. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den Jungs zusammen zu kicken. Ich denke, alle können sehen, dass da etwas entsteht“, schwärmte der Torschütze nach dem munteren 8:0 gegen Estland.

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          Aber als im Umkleidetrakt der Mainzer Arena der unausweichliche Schwenk zu einem möglichen Multi-Millionen-Wechsel vom englischen Meister Manchester City zum Bundesliga-Champion erfolgte, schaltete der 23-Jährige verbal energisch von Offensive auf Defensive um. „Ich gehe jetzt erstmal in den Urlaub, alles weitere wird man dann sehen“, sprach Sané in die unzähligen Kameras und Mikrofone, die auf ihn gerichtet waren. Dürfen die Bayern denn hoffen, riefen ihm Reporter noch zu. „Ich glaube, das war's für die Bayern-Fragen“, antwortete Sané, drehte ab und entschwand ohne eine konkrete Aufklärung zu seinen Zukunftsplänen in die Ferien.

          Sané wird im Fußball-Sommerloch ein heißes Spekulationsobjekt bleiben. Der Transfermarkt schließt in Deutschland erst am 2. September, da spielt die Bundesliga schon wieder. Die Bosse des FC Bayern drängen zunächst einmal auf Klarheit, was Sané selbst will. „Ein Transfer ist immer ein Drei-Parteien-Geschäft. Erst muss sich der Spieler entscheiden, wo er seine Zukunft sieht“, verdeutlichte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in der „Sport Bild“ (Mittwoch).

          Während der zehn Tage beim Nationalteam bot Sané auch intern Gesprächsstoff. Die große Bayern-Fraktion warb mehr oder weniger intensiv um ihn, während City-Kollege Ilkay Gündogan alleine die Gegenposition vertreten musste. „Ich weiß, dass Leroy mich extrem mag. Von daher glaube ich, will er es genießen, noch ein paar Jahre mit mir zusammenzuspielen. Letztendlich ist es aber seine Karriere, ist es seine Entscheidung. Egal, was er macht, der Junge ist auf einem sehr guten Weg“, sagte Gündogan nach dem Estland-Spiel.

          Bayern-Profi Leon Goretzka warb um den einstigen Schalke-Kollegen. „Er ist ein sehr guter Freund und würde uns sportlich weiterhelfen. Ich habe ihm aufgezeigt, dass das ein guter Schritt für ihn wäre“, sagte Goretzka. Gündogan wiederum sprach einen wichtigen Fakt an, Sanés gültigen Vertrag bis Mitte 2021 bei Manchester City. „Ich denke nicht, dass er die Entscheidung alleine trifft. Da spielt natürlich auch ManCity eine wichtig Rolle mit.“ Der Verein vom früheren Bayern-Coach Pep Guardiola ist kein Club, der Transfermillionen einnehmen muss.

          Bayern oder Manchester? Sané ist definitiv in einer Luxusposition. Auch im Nationaltrikot leuchtet die Zukunft nach einem Fehlstart inzwischen rosarot. Vor einem Jahr sortierte ihn Bundestrainer Joachim Löw noch im WM-Trainingslager aus. Jetzt ist Sané eines, wenn nicht das Gesicht des Umbruchs, Aufschwungs und Stimmungswandels. „Ich denke, die Entwicklung ist sehr gut“, resümierte er.

          In neun der zehn Länderspiele 2018/19 stand Sané auf dem Platz. Mit fünf Treffern in den letzten sechs Partien war er der erfolgreichste Schütze vor dem Münchner Serge Gnabry (4) und Dortmunds Marco Reus (3). Das Trio entpuppte sich zum Saisonausklang beinahe schon als magisches Dreieck. Für Routinier Reus verkörpert der Turbosturm bereits das Spiel der Zukunft, „nahe“ am Ideal: „Es ist schon wichtig, dass wir drei vorne flexibel sind, dass wir eng stehen, dass wir den Ball schnell in den engsten Räumen kombinieren können.“

          Reus und Gnabry trafen gegen die überforderten Esten doppelt, Sané einfach, weil ihm gleich zwei Treffer aberkannt wurden. „Ich denke, wir haben sehr gut Fußball zusammen gespielt“, sagte Sané. Sein 8:0 war der Schlusspunkt. Kam das Beste also zum Schluss? „Nee“, sagte Sané lächelnd, „ich denke nicht. Das beste Tor war das Freistoßtor von Marco (Reus).“

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