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Nationalmannschaft : Leipziger Unverständnis für Löw

Nur einer darf zur Nationalmannschaft: Timo Werner würde Lukas Klostermann (links) vermutlich gerne mitnehmen. Bild: EPA

Die Nationalmannschaft spielt am Donnerstag in Leipzig, aber nur einer der zuletzt konstant starken deutschen RB-Stars ist im Kader. Trainer Ralf Rangnick kritisiert Bundestrainer Löw für seine Auswahlkritierien.

  • Aktualisiert am
          2 Min.

          Die Gelegenheit wäre eigentlich perfekt. Diego Demme weiß aber nicht einmal, ob er als Zuschauer zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft geht. „Ich habe Karten. Ob ich mit meiner Freundin essen oder dahin gehe, mal schauen“, sagt der 26 Jahre Mittelfeldantreiber von RB Leipzig. In der Red Bull Arena des Tabellendritten der Fußball-Bundesliga tritt die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw am Donnerstag (20.45 Uhr/ live im F.A.Z.-Länderspiel-Liveticker und RTL) zum Test gegen den diesjährigen WM-Gastgeber Russland an.

          Von RB ist in Timo Werner nur ein Spieler dabei - zum Unverständnis von Leipzigs Trainer Ralf Rangnick. Demme, Marcel Halstenberg, Lukas Klostermann - für Rangnick sind das durchaus Kandidaten für die Nationalmannschaft. „Darüber kann man schon mal nachdenken. Vor allem, wenn man sieht, wie stabil die jetzt in den vergangenen Wochen gespielt haben“, sagte er nach dem 3:0-Sieg der Sachsen - inklusive Klostermann-Tor - gegen Bayer Leverkusen am Sonntag in Leipzig.

          Vom Werksteam, das auf Platz 13 den Ansprüchen weiter hinterherhinkt, stehen in Jonathan Tah, Julian Brandt und Kai Havertz drei Spieler im Kader für die Partie gegen Russland und am kommenden Montag gegen die Niederlande in Gelsenkirchen in der Nations League. Einer von RB, drei von Bayer - „da braucht man nicht mehr viel dazu zu sagen“, kommentierte Rangnick. Der Satz bedarf auch keiner weiteren Kommentare. Die stärkste Fraktion mit sieben Spielern stellt der kriselnde Rekordmeister FC Bayern, Spitzenreiter Borussia Dortmund in Marco Reus wie RB nur einen Spieler.

          Mehrere Kandidaten

          Demme ist unter Rangnick seit Wochen in bestechender Form. Der gebürtige Herforder besitzt auch einen italienischen Pass. Einmal durfte er aber schon im Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft spielen: Am 10. Juni 2017 wurde er in Nürnberg beim 7:0 gegen San Marino im WM-Qualifikationsspiel in der 76. Minute eingewechselt. Demme war der 94. Debütant in der Ära Löw. Mehr Einsätze wurden es aber nicht, denn drei Tage nach seinem Debüt musste Demme seine Teilnahme am Confed Cup wegen einer Verletzung absagen.

          Ralf Rangnick wundert sich: Der Leipziger Trainer und Sportdirektor würde mehr RB-Spieler nominieren.

          Demme ist aber auch nur einer von gleich mehreren Leipziger Kandidaten für Deutschland. In der Abwehr hat sich Außenverteidiger Halstenberg zurückgemeldet. Der 27 Jahre alte gebürtiger Niedersachse durfte am 10. November 2017 beim 0:0 in England ran, ein paar Wochen später zog er sich einen Kreuzbandriss zu, die Nationalmannschaft und die WM waren kein Thema mehr. Seit seinem Comeback im September macht er wieder auf sich aufmerksam.

          Ebenso wie Klostermann. Im Gegensatz zu Demme und Halstenberg durchlief der Abwehrspieler auch die Junioren-Teams des DFB, bei den Olympischen Spielen 2016 holte er die Silbermedaille mit dem deutschen Team. 22 Jahre ist Klostermann gerade mal alt. „Solche Leistungen wie gegen Leverkusen muss ich stabil anbieten, dann wird es schon klappen“, sagte er am Sonntag.

          Der Umbruch in der Nationalmannschaft nach dem WM-Reinfall in Russland ist auch den Leipziger Spielern nicht verborgen geblieben. Umso mehr dürften die drei Leipziger auf eine Chance gehofft haben, in der RB-Arena den Nationaldress überzuziehen. Vergeblich. Also freute sich Dauerrenner Demme über ein bisschen Erholung - und das mögliche Abendessen mit der Freundin.

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