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Tod des Klubbesitzers : „Leicester ist taub und unter Schock“

  • Aktualisiert am

Vor dem Stadion nehmen viele Abschied von Vichai Srivaddhanaprabha. Bild: Reuters

Bei einem Helikopter-Absturz am Stadion nach dem letzten Spiel starb der Klubbesitzer von Leicester City und weitere Insassen. Nun berichtet der Trainer, wie sehr die Spieler darunter leiden.

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          Die Spieler des englischen Fußball-Erstligavereins Leicester City haben nach dem Tod des Eigentümers Vichai Srivaddhanaprabha Schwierigkeiten, in den Alltag zurückzukehren. Das berichtete Teammanager Claude Puel auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Puel sprach von „zweifellos einer der schwierigsten Wochen in der Geschichte dieses Fußballklubs“. Srivaddhanaprabha und vier weitere Insassen waren am Samstag bei einem Helikopter-Absturz unweit des Stadions ums Leben gekommen.

          „Der tragische Verlust von fünf Menschenleben hat die Mannschaft und mich taub gemacht und in einen Schockzustand versetzt. Unsere Gebete und unsere Liebe bleiben bei Vichais Familie“, sagte der 57 Jahre alte Teammanager. Einige Profis hätten seitdem professionelle Hilfe eines Seelsorgers in Anspruch genommen. Leicester wird dennoch am Samstag (16.00 Uhr bei DAZN) wie vorgesehen bei Cardiff City antreten. Alle Premier-League-Profis werden am elften Spieltag Trauerflor tragen. Vor den Spielen wird eine Schweigeminute abgehalten.

          Ebenfalls am Samstag beginnt in einem Tempel in Bangkok die Trauerfeier für den thailändischen Geschäftsmann statt. Dies berichtete die BBC und bezog sich dabei auf Medienberichte aus Srivaddhanaprabhas Heimatland. Die buddhistische Trauerfeier dauert mehrere Tage. Der Leichnam ist nach Sky-Informationen am Freitag in der Hauptstadt angekommen. Die Profis werden am Samstag unmittelbar nach dem Premier-League-Spiel in Cardiff nach Bangkok fliegen, um an der Trauerzeremonie teilzunehmen. Für Torjäger Jamie Vardy ist die kurzfristige Reise nach Asien eine Selbstverständlichkeit: „Unser Boss war wie ein Familienmitglied für uns, deshalb müssen wir unbedingt dabei sein. Auch wenn es die vielleicht härteste Woche unseres Lebens war.“


          In Leicester herrscht unterdessen weiter große Trauer. Am Donnerstag besuchte der ehemalige Teammanager Claudio Ranieri, der die Foxes 2016 sensationell zum Titel geführt hatte, das Stadion, um seines früheren Vorgesetzten Srivaddhanaprabha zu gedenken. Dort erinnern Tausende Blumensträuße, Kerzen und Luftballons an den Verstorbenen, zahlreiche Fans pilgern täglich zur Arena. An Ort und Stelle liegt ein Kondolenzbuch aus. Auch Profis wie Leicesters Nationalspieler Vardy legten Blumen nieder.

          Der milliardenschwere Unternehmer hatte den Klub 2010 übernommen. Unter seiner Führung blühten die Foxes auf, die Krönung folgte 2016, als Leicester als Sensationsmeister ein modernes Fußballmärchen schrieb. Im Mai 2017 kaufte Srivaddhanaprabha zudem den belgischen Zweitligaverein OH Leuven.

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