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Krise bei Fußball-Weltverband : Lebenslange Sperre für früheren Fifa-Vize Warner

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Das waren noch Zeiten: Jack Warner (links) und Fifa-Präsident Joseph Blatter. Bild: Picture-Alliance

Die Ethikkommission der Fifa sperrt seinen früheren Vizepräsidenten Jack Warner lebenslang. Die Schweiz will derweil einen weiteren Funktionär ausliefern. Zudem meldet sich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zu Wort.

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          Vier Jahre nach seinem Rücktritt von allen Ämtern im Weltfußball ist der frühere Vizepräsident Jack Warner im Fifa-Korruptionsskandal lebenslang gesperrt worden. „Jack Warner verübte fortwährend und wiederholt verschiedene Vergehen, während er bei der Fifa und der Concacaf als Funktionär verschiedene hochrangige und einflussreiche Ämter bekleidete“, hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme der Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes.

          Der frühere Chef der Karibischen Fußball-Union sei „ein Drahtzieher von Systemen, die die Gewährung, Annahme und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung“ gewesen. Zu diesem Urteil kam die Recht sprechende Kammer unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert.

          Warner war bereits im Juni 2011 nach Vorwürfen der Bestechung bei den umstrittenen WM-Vergaben für 2018 (Russland) und 2022 (Qatar) von allen Ämtern zurückgetreten. Zuletzt hatte zudem im Zuge der Ermittlungen gegen Fifa-Chef Joseph Blatter ein Vorgang aus dem Jahr 2005 für Brisanz gesorgt. Blatter soll damals mit Warner einen für die Fifa ungünstigen Vertrag abgeschlossen haben. 

          Im Zwielicht: Jack Warner
          Im Zwielicht: Jack Warner : Bild: AP

          Das Schweizer Fernsehen hatte Anfang September berichtet, dass Blatter die Übertragungsrechte für die WM in Südafrika für 250.000 Dollar, die für die WM in Brasilien für 350.000 Dollar veräußert haben soll. Warner soll demnach die TV-Übertragungsrechte zwei Jahre später nach Schätzungen in Medien für 15 bis 20 Millionen Dollar wieder weiterverkauft haben. Warner ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß. Die Justiz in Trinidad und Tobago wird im Dezember über seine mögliche Auslieferung an die Vereinigten Staaten entscheiden.

          DFB-Präsident Wolfgang Niersbach warnte derweil davor, den ins Zwielicht geratenen Uefa-Präsidenten Michel Platini an den Pranger zu stellen. Es gehöre zu einer seriösen Amtsführung, keine schnellen Vorverurteilungen auszusprechen, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes in der „Frankfurter Rundschau“ und bei Sport1.

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          Man müsse „erst einmal sehr genau hinschauen, um was es geht und ob hier tatsächlich ein Fehlverhalten vorliegt“. Nach der Eröffnung eines Strafverfahrens gegen Fifa-Präsident Joseph Blatter hatten Schweizer Untersuchungsbehörden eine Zahlung an Platini aus dem Jahr 2011 in Höhe von zwei Millionen Franken öffentlich gemacht. Niersbach machte wiederholt deutlich, dass „wir als DFB eine aktive, transparente Darlegung der Vorgänge erwarten“. Dies müsse „vor allem auch im ureigensten Interesse von Platini sein“, erklärte Niersbach.

          Der Chef der Europäischen Fußball-Union, der nach dem Willen der Europäer Blatter beerben soll, sieht in der Entgegennahme der zwei Millionen Franken kein Fehlverhalten. Das Geld habe er rechtmäßig als Honorar für eine Tätigkeit als Angestellter der Fifa erhalten und nach den gesetzlichen Vorschriften deklariert, teilte Platini mit.

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