https://www.faz.net/-gtl-9o73p

Gewalt im Amateurfußball : Mehrjährige Sperren nach Attacke auf Schiedsrichter

  • Aktualisiert am

Nach der Attacke auf zwei Schiedsrichter gibt es harte Strafen (Symbolbild eines Sportplatzes). Bild: Picture-Alliance

Bei einem Amateur-Fußballspiel in Duisburg kommt es zu einem Eklat. Der Schiedsrichter und sein Assistent werden attackiert und verletzt. Nur vier Tage später verhängt das Sportgericht harte Strafen.

          Nach Attacken gegen zwei Schiedsrichter bei einem Amateur-Fußballspiel in Duisburg hat ein Sportgericht mehrjährige Spiel- und Platzverbote gegen einen Spieler und einen Betreuer des Vereins TuS Asterlagen verhängt. Wie der Sprecher des Fußballverbands Niederrhein, Henrik Lerch, am Mittwochabend mitteilte, darf der Betreuer sieben Jahre lang keine Funktion im Verein ausüben. Außerdem dürfe er nach einer Entscheidung des Sportgerichts des Fußballkreises Moers anderthalb Jahre keinen Fußballplatz betreten. Der Mann soll einen Assistenten zu Fall gebracht und anschließend auf ihn eingetreten haben. Mit den sieben Jahren Betätigungssperre sei das Gericht nur ein Jahr unter der möglichen Höchststrafe von acht Jahren geblieben, sagte Lerch.

          Der Spieler erhielt fünfeinhalb Jahre Spiel- und ein Jahr Platzverbot. Er soll den Schiedsrichter im Zusammenhang mit einem Platzverweis geschlagen und getreten haben. Zuvor soll ein weiterer Spieler des Duisburger Vereins, der bei der Verhandlung nicht anwesend war, einen Gegenspieler mit einem Kaugummi bespuckt haben. Er erhielt fünf Monate Spielsperre. Beide Spieler sollen außerdem an einem Antigewalt-Training teilnehmen.

          Der Verein muss 750 Euro Ordnungsstrafe wegen unsportlichen Verhaltens sowie weitere 150 Euro zahlen, weil er für den Spielabbruch verantwortlich war. Die Beweisaufnahme in der öffentlichen Verhandlung vor rund 60 Zuhörern habe zweieinhalb Stunden gedauert, sagte Lerch. Vereinsvertreter und Beschuldigte hätten die Entscheidung anschließend unkommentiert gelassen. Sie haben nun zehn Tage Zeit, Berufung einzulegen. Während der Verhandlung hätten die Beschuldigten aber bereits angekündigt, die Entscheidung in jedem Fall annehmen zu wollen.

          Lerch berichtete weiter, dass sich der anwesende Spieler vom TuS Asterlagen während der Verhandlung persönlich bei dem Schiedsrichter mit Handschlag entschuldigt habe. Auch der Betreuer soll sich bei dem Assistenten entschuldigt haben. Die Vorfälle hatten sich am vergangenen Samstag bei einem Relegationsspiel von TuS Alsterhagen gegen den Büdericher SV um den Aufstieg in die Kreisliga A in der 78. Minute beim Spielstand von 3:0 ereignet. Wenig später wurde das Spiel abgebrochen. Asterlagen hätte mit einem 8:0-Sieg in die Kreisliga A aufsteigen können.

          Nachdem der Schiedsrichter zwei rote Karten wegen Tätlichkeiten gegen Spieler des TuS Asterlagen verhängt hatte, attackierte ein Spieler den Schiedsrichter und rannte hinter ihm her. Auch ein Linienrichter ging zu Boden. Ein Mann soll auf ihn eingetreten haben. Die beiden Unparteiischen konnten laut Polizei schließlich in einen Vereinsraum flüchten. Sie erlitten Verletzungen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung. Mehrere Streifenwagenbesatzungen waren nötig, um die Lage zu beruhigen.

          Weitere Themen

          Alexandra Ndolo besiegt Weltmeisterin

          Fecht-WM : Alexandra Ndolo besiegt Weltmeisterin

          Die deutsche Degenfechterin Alexandra Ndolo sorgt bei der Fecht-WM in Budapest für eine große Überraschung: Nervenstark setzt sie sich gegen die Titelverteidigerin und Weltranglistenerste aus Italien durch.

          Ahlmann ist ein Reiter auf Wolken

          CHIO in Aachen : Ahlmann ist ein Reiter auf Wolken

          Während der ersten Tage des CHIO in Aachen macht Christian Ahlmann den Eindruck, als hätte sich für ihn das Traditionsgeläuf der Reiterei in rosa Wolken verwandelt. Kein Wunder, er hat gleich zwei Gründe zu schweben.

          Topmeldungen

          Der Blick auf die Oberbaumbrücke, die Friedrichshain und Kreuzberg verbindet.

          Glücklich im Job : Wo die Arbeit am meisten Spaß macht

          Laut einer neuen Auswertung leben die glücklichsten Arbeitnehmer in Berlin. Aber was fördert überhaupt die Zufriedenheit von Mitarbeitern? Mehr Freizeit statt mehr Geld ist nur eine Möglichkeit.

          Im Persischen Golf : Iran hält ausländischen Tanker fest

          Laut iranischen Staatsmedien haben die Revolutionsgarden einen Öltanker gestoppt und die Crew verhaftet. Der Tanker soll demnach eine Million Liter Treibstoff in den Persischen Golf geschmuggelt haben.

          Trumps Ausfälle : Rassist? Hetzer!

          Trumps Anhänger lieben es, wenn er vulgär und beleidigend wird. Das nennt man Mobilisierung. Da spielt es fast keine Rolle, ob er ein Rassist ist oder nicht. Dem Land dient das in keinem Fall.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.